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Bitte um Beurteilung der Hufe



Hallo, meine Stute hat in der Klinik die Diagnose Hufgelenksentzündung auf beiden Vorderhufen bekommen. Allerdings sind die Befunde nur minimal es sieht also gut aus, aber die Tierärztin sagt ich soll sie vorne Beschlagen lassen.
Bisher war sie immer Barhuf und hatte nie Probleme. Im laufe diesen Sommers wurde sie etwas fühlig (nur auf sehr harten Böden), was wohl auch mit der HGE zusammen hing.
Bisher war ich von meinem Schmied immer überzeugt, aber wir hatten ja auch keine Probleme -.- Jetzt habe ich mich etwas mehr mal mit dem Tema Huf beschäftigt und frage mich ob mein Schmied wirlich so gut ist wie ich immer dachte :(
Ich finde
-sie ist vorne links immer noch sehr steil und ich finde der Huf ist auch enger als der rechte.. (Mein Schmied sagt, viel flacher geht nicht da sie auch sehr steil gefesselt ist und weiter würde man den Huf auch nicht wirklich bekommen)
-sie hat immer wieder so rote Stellen im Hufhorn, so wie Blutergüsse...

Was würdet ihr an den Hufen anders machen bzw was kann man anders machen auch im Bezug auf die HGE??
Muss ich sie tatsächlich beschlagen lassen?
Mein Schmied will sie nicht mit normalen Eisen beschlagen, er meint das würde das Gelenk noch mehr belasten, wenn dann würde er Alueisen mit Polster nehmen, oder die Intervalle zum Ausschneiden verkürzen. Allerdings weiß ich jetzt garnicht ob ich diesen Schmied weiter behalten soll obwohl ich bisher echt vel von ihm gehalten haben, aber irgendwo muss die HGE ja auch herkommen??
Ich hoffe ihr könnt mir etwas weiter helfen, bin zur Zeit etwas ratlos..

Re: Bitte um Beurteilung der Hufe

Habe auch noch die Bilder der Hinterhufe hinzugefügt..

Re: Bitte um Beurteilung der Hufe

Hallo Tanja,
wie wurde die Hufgelenkentzündung diagnostiziert? Welche Untersuchungen und welche Ergebnisse liegen vor?
Anlass für die Untersuchung war die Fühligkeit auf hartem Boden oder gab es noch andere Probleme?

Ihr Schmied hat recht, wenn er sich gegen ein flacher Stellen des Hufes ausspricht. (Allerdings, so wie Sie ihn zitieren, klingt es, als würde er dennoch immer ein wenig daran arbeiten, wenn auch in Grenzen? Wenn das so ist, dann ist das in meinen Augen bedenklich und könnte für so manches Problem verantwortlich sein.)
Dass Ihr Pferd auf hartem Boden fühlig läuft ist nachvollziehbar, da es sehr viel Sohlen-Bodenkontakt hat. Es wäre vorteilhafter, ihr ihren Tragrand zu belassen und diesen nicht bei der Hufbearbeitung zu entfernen/einzukürzen. Auch wäre es günstiger das Schiefwerden der Hufe über die Abriebsteuerung zu managen, dann käme Ihr Schmied nicht in die Not, die Hufe nachträglich geradezurichten. Die abrupte Stellungsveränderung setzt den Gelenken zu und sollte vermieden werden, was am Barhuf sehr gut möglich ist.

Der Beschlag ist kein guter Ratschlag. Ihr Schmied hat richtigerweise auf das Gewicht hingewiesen. Hinzu kommt, dass die og. abrupten Stellungsveränderungen dann unerlässlich werden, weil der Huf, der auf dem Beschlag seine Form mehr oder weniger verliert, beim Umbeschlagen stets gerade gerichtet werden muss. Auch der Tastsinn wird durch die starre Unterlage deutlich herabgesetzt, was den Gelenken nicht nützt sondern eindeutig schadet. Fragen Sie bitte Ihre Tierärztin welchen positiven therapeutischen Effekt sie vom Beschlag erwartet. Was soll der Beschlag leisten, was die Barhufe Ihrer Stute nicht leisten können. Sie werden aller Wahrscheinlichkeit nach Argumente wie: besseres Abrollen, bessere Stoßdämpfung, bessere Lastenverteilung hören … Das alles ist am allerbesten am Barhuf gegeben.
Bitte reden Sie mit Ihrem Schmied, ob er seine Bearbeitung so umstellen kann, dass er die Barhufe Ihrer Stute ohne ihr zuviel Material zu rauben und ohne sie stets nachträglich geradezuschneiden in Form halten kann. Das würde ihr mit Sicherheit besser bekommen und die Probleme wären evtl. damit auch schon ganz einfach vom Tisch.

Mit freundlichen Grüßen
Konstanze Rasch