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Hufbeinrotation



Hallo liebes DHG-Team,

Mein Pferd hat am Freitag die Diagnose Hufbeinrotation um 7,7 Grad am linken Vorderhuf bekommen.
Jetzt stehe ich da mit der Diagnose und weiß nicht mehr so recht weiter.
Empfehlungen vom Tierarzt war: Rehebeschlag

Kurze Vorgeschichte: Seit ca. 9 Wochen geht mein Pferd barhuf. Davor hatte er ca. 9-10 Jahre Eisen dran. Ich hab ihm die Hufeisen abnehmen lassen, weil er im Mai eine Hufgelengsentzündung am linken Huf hatte. Er tickte in der Kurve und hatte deutlichen Belastungsschmerz. Kurze Zeit nach der Diagnose sind die Hufe mit Hufeisen furchtbar ausgebrochen und deshalb die Entscheidung Hufeisen runter. Leider hatten wir die absolute Trockenperiode erwischt und trotz Zufütterung von Biotin sind die Hufe immer wieder ausgebrochen. Meiin Pferd geht auch vorwiegen auf der Vorderhand und er hat Koppelgang bzw. bewegt sich frei wie er möchte. Vor ca. 3 Wochen war der Tierarzt das letzte Mal bei uns und mein Pferd ging immer noch lahm, bzw. lahmte kurze Zeit auf beiden Vorderbeinen. Nächste Diagnose: Huflederhautentzündung. Der ganze Krankheitsfall wurde mit Entzündungsschmerzmitteln begleitet. Seit ca. 3 Wochen habe ich Hufschuhe von Renegade, diese hab ich ihm aber nur zum Führen auf dem Platz oder zum Putzplatz angezogen. Letzte Woche ließ ich mein Pferd röntgen und 1 Tag darauf kam das Ergebnis.

Was soll ich jetzt machen? Ein Tippe war: Hufeisen vorne nochmal drauf machen, Huf wachsen lasse und im November nochmal probieren die Hufeisen abnehmen zu lassen.
Ich weiß allerdings auch nicht, ob mein Pferd ein barhuf Pferd bleiben kann, weil er eine sehr dünne Sohle hat (gut zu sehen auf dem Röntgenbild)

Ich müsste jetzt nur dringends handeln, da ich Angst habe, dass das Hufbein noch mehr rotiert oder durchbricht.
Von einer Futterrehe gehe ich nicht aus, da mein Pferd nur auf einem Huf die Anzeichen hat. Der rechte Huf ist total im Normalbereich.

Über eine kurze Antwort würde ich mich sehr freuen,
Vielen Dank und liebe Grüße,
Schwartz Sigrid

Re: Hufbeinrotation

Hallo Frau Schwartz,
die Zehenknochen auf beiden Aufnahmen stehen in einer geraden Linie übereinander; es gibt also - auch beim linken Vorderhuf - keine Hufbeinrotation. Darüber könnte man allenfalls spekulieren, wenn das Hufbein im Gelenk eine Flexion aufweisen würde. Das ist aber nicht der Fall. Das, was rotiert ist, ist die Zehenwand - auf dem linken Huf sehr deutlich und schmerzhaft - aber auch auf dem rechten Huf leicht. Beide Hufe kann man durch entsprechendes Bearbeiten und Beraspeln in Ordnung bringen - das Ziel ist, daß die Zehenwände wieder parallel zu den Hufbeinen verlaufen. Dies läßt sich nur am Barhuf korrigieren.
Die Sohlen scheinen leider tatsächlich dünn zu sein. Da müßte man schauen, wie Ihr Pferd
während/nach der Korrektur weiterhin läuft. Der vor der Tür stehende Winter ist da evtl mit gefrorenen Huckelböden nicht gerade günstig. Vielleicht gibt es die Möglichkeit, Ihr Pferd übe den Winter weich zu stellen (saubere dicke Einstreu) und nur halbtags mit Schuhen in den Auslauf zu lassen.
Bitte schauen Sie doch mal in die HO-Liste, damit Sie jemand vor Ort beraten und helfen kann. Alles Gute!
Liebe Grüße, Angelika Prange

Re: Hufbeinrotation

Hallo,

ich würde trotz Allem doch auch an eine stoffwechselbedingte Rehe denken. Es sind ja durchaus beide Hufe betroffen, wenn auch der Linke deutlich mehr betroffen ist. Vielleicht können Sie ja auch noch Bilder von den Hufen hier einstellen? Ein Foto vom ganzen Pferd wäre auch hilfreich.

Lieben Gruß Astrid Arnold

Re: Hufbeinrotation

Hallo liebes DHGEV - Team,

erstmal vielen lieben Dank für eure schnelle und ausführliche Antworten.
Ich habe für Otto (Pferdename) Renegades gekauft. Die passen ihm auch gut. Tagsüber hatte ich sie ihm noch nicht angezogen, weil ich gehört habe, dass man Pferde nicht die ganze Zeit die Hufschuhe anlassen darf, wegen Druckstellen, die ggf. auftreten könnten :/
Ist es schädlich, dem Pferd die Hufschuhe anzulassen während er auf der Koppel ist?
Das mit dem weich stellen kann ich teilweise beeinflussen, teilweise aber eher weniger. Ich kann ihm ein weiche Box zur Verfügung stellen. Er hat seinen eigenen Koppelweg und eine eigene Koppel, wegsperren möcht ich ihn nicht, da er dann meist sehr bockig und stur wird, wenn er eingesperrt ist. Ich könnte ihm aber tagsüber die Schuhe anziehen und meistens sind die Pferde bei uns im Winter in der Nacht auf dem Paddock und nicht auf der Koppel. Da kann er dann frei entscheiden ob er auf dem Paddock steht, oder ob er in seine Box geht.
Gerne schieße ich heute Abend aktuelle Fotos von meinem Pferd.
Kurze Info: Haflinger, 13 Jahre alt, übergewichtig

Ich habe noch einen Tip bekommen, ihm Keratin auf die Hufe zu schmieren. Ist das sinnvoll? Hat seine Sohle die Chance, dass sie dicker wird, oder wird die Sohle so dünn bleiben?

Viele liebe Grüße und Danke für eure Unterstützung,
Sigrid Schwartz

Re: Hufbeinrotation

Hallo Frau Schwartz,
ich würde Hufschuhe auch nicht den ganzen Tag bzw 24h drauf lassen. Die Druckstellen könnten das eine Problem sein, aber die Hufe schwitzen evtl auch mehr oder weiniger in den Schuhen und das könnte zumindest an der Sohle für kein gutes Milieu sorgen und Fäulnisbakterien würden sich quasi freuen. Da muß man ausprobieren, ob es dann stundenweise eine Möglichkeit gibt; mit den Renegades hab ich diesbzgl. leider auch keine Erfahrung. Mein Pferd läuft im Winter auf gefrorenem Boden (Hufbeinabsenkung/ganz dünne Sohle) halbtags mit Schuhen (Turf King) ohne daß es zu Problemen kommt.
Das mit dem Keratin kenne ich nicht; habe aber zB schon von Kunden gehört, die Huffestiger von Keralit auf die Hufränder pinseln wenn die ziemlich marode sind. Das soll hilfreich sein. Ich denke, die Sohle wird nicht dicker. Aber ich habe etliche Pferde in der Kundschaft, die auch vermeintlich dünne Sohlen haben und trotzdem keine Probleme mit dem Laufen - auch im Winter nicht. Die Besitzer dieser Pferde benutzen aber fürs Gelände in der Regel Schuhe für die Vorderhufe.
Wenn die Hufe wieder im physiologischen Bereich sind (und Rehegeschehen ausgeschlossen werden kann) braucht er die Schuhe zum Rumlaufen vielleicht gar nicht mehr.
Liebe Grüße, Angelika Prange

Re: Hufbeinrotation



Hallo dhgev-forum,

Erstmals vielen dank für eure Antworten. Wie versprochen habe ich mal Bilder von seinen vorderhufen und von ihm selbst gemacht. Ich hoffe Sie helfen euch weiter.
Ich meinte in meinem Beitrag den huffestier von keralit und nicht Keratin, da habe ich mich verschrieben :-(
Ich habe momentan noch das Problem, dass ich ned weiß, was momentan akut ist, also ob der reheschub zu schmerzen führt oder ob die hufgelenksentzündung ihm weh tut. Otto geht klamm und ich weiß nicht ob ich ihn bewegen darf, was das abspecken erschwert. Deshalb wollte ich mir morgen oder am Donnerstag nochmal den unabhängigen Rat einer anderen tierärztin holen.
Was meint ihr, kann der reheschub akut sein?

Vielen dank für eure Antworten, Liebe grüße,
Schwartz Sigrid

Re: Hufbeinrotation

Hallo Frau Schwartz,

Ich denke Ihr Pferd hat schon länger ein schleichendes Rehegeschehen was sich an den vielen kleinen Ringen am Huf zeigt. Dadurch wird auch das Hufhorn so schlecht geworden sein dass es zu den Ausbrüchen auf dem Eisen kam. Ob es sich nun um eine reine Belastungsrehe handelt oder auch um eine Stoffwechselrehe kann im nachhinein nicht mehr tatsächlich unterschieden werden, da es sich in beiden Fällen ja um eine Minderdurchblutung in der Lederhaut handelt. Bei Ihrem Pferd kommt zumindest VL Beides in Betracht.

Momentan erscheinen mir die Hufe Ihres Pferdes auch recht kurz, was ja allein schon zu einem fühligem gehen zumindest auf hartem und steinigen Boden führt. Auf solchen Böden sollte er Schuhe tragen. Wenn das Laufverhalten auf weichem Boden gut ist dann kann er dort gut ohne Schuhe laufen.

Ob es sich noch um eine akute Phase eines Reheschubes handelt kann nur vor Ort festgestellt werden, fragen Sie dazu doch Ihren Hufbearbeiter oder Tierarzt.

Lieben Gruß Astrid Arnold

Re: Hufbeinrotation

Hallo Liebes DHGEV-Team,

Vielen Dank für die schnellen Antworten die ich bekommen habe. Ich habe mich kurz im Internet über die Rillen im Huf belesen. Da steht, dass z.B. diese Rillen auch durch Entzündungen kommen können. Otto hatte seit ca. 13.05.2013 Schmerzen, dann kam der Tierarzt und meine auch, dass er eine Hufgelenksentzündung hat. Aber wahrscheinlich kam dann einiges zusammen, weil er ja auch auf dem rechten Bein dieses Ringe hat. An Hufrehe hatte ich nur nie gedacht, weil er keines dieser typischen Symptome aufwies. Er lief auf die Koppel und ich Schritt konnte ich ihn auch bewegen. Aber das mit den Hufen - das die schlecht waren, darauf bin ich dann auch gekommen, weil der Hufschmied im April das letzte mal da war, und da musste er schon die Nägel bis zur Hälfte von Otto's Hufen schlagen. Dies verunsicherte mich sehr, weil ich dann auch nicht sicher war, wo er beim nächsten Beschlag noch hinhauen möchte. Darum kam dann die Entscheidung Hufeisen ab und seit 10.07 sind wir am behandeln. Leider wächst Otto sein Huf nicht richtig, weil er die Löcher so hoch hatte, dass die Hufwand nach kürzester Zeit immer wieder ausbrach. Die Böden waren auch sehr hart in der Zeit in der wir ihm die Eisen abgenommen haben, was das Gehen nicht erleichterte :(

Heute oder Morgen kommt nochmal ein Tierarzt, dann kann ich bescheid geben was der Tierarzt gesagt hat. Momentan haben wir weiche Böden, weil es sehr viel geregnet hat. Ich denke da ist das Gehen dann für Otto auch leichter. Sobald es wieder härter wird, probiere ich es dann mit Hufschuhen.

Liebe Grüße und Danke nochmals für eure Antworten,
Schwartz Sigrid

Re: Hufbeinrotation

Hallo liebes DHGEV-Team,

ich wollte euch nur noch kurz die Diagnose vom Tierarzt mitteilen. Der "Reheschub" ist nich akut, sondern es ist nach wie vor noch die Hufgelenkentzündung, die meinem Pferd Probleme beim Laufen bereitet. Meine Tierärztin hat ihn mit dieser speziellen Zange abgedrückt und dabei ist schon raus gekommen, dass er fühlig ist (wie eh schon geschrieben, wegen sehr dünner Sohle und kurzen Hufen). Otto ist dann mit Hufschuhen vorgeführt worden, und da hat sie dann gesagt, dass er mit Hufschuhen gut geht und mir ebenfalls den Tipp gegeben, ihn wenn es wieder härter wird mal länger mit Hufschuhen rumgehen zu lassen. Sie hat aber auch gesagt, dass es für die Entzüundung besser ist, wenn die Hufeisen unten sind, weil er dann von selbst nicht so viel rum rennt und das dann eine besser Chance hat abzuheilen.
Das andere ist, dass Otto auch abnehmen muss und das dringend, weil er zu den Rehegefährdeten Pferden gehört. Des weiteren ist es auch so, dass Otto sein linker Huf kleiner ist, wie der rechte, und dass das manchmal dann auch zu Problemen führen kann.

Sie hat mir als Tipp mitgegeben, die Zehen an den Knochen anpassen zu lassen.

Ich bin auf jeden Fall sehr erleichtert, dass er momentan keine Hufrehe hat und dass ich ihn jetzt gezielt auf seine Entzündung hin behandeln kann.

Ich hoffe, dass seine Hufe auch stabiler werden, damit er nicht mehr so viel Schmerzen auf den vorderen Beinen hat.

Liebe Grüße und Danke nochmals, für eure Antworten,
Sigrid Schwartz