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Hufbeurteilung

Hallo,
tja, wie soll ich anfangen.
Ich versuche es kurz und knackig zu erzählen. Mein Pferd ist 5 Jahre alt; Hannoveraner. Ich habe ihn ab August auf die Koppel gestellt; eisen ab und 24 Std-Rund-um-die-Uhr-Schritt. Probleme: er hat/hatte besonders an rechtem VH Trachtenfühligkeit (Zangenprobe); hatte aber im Juli auch auf dem li. Huf reagiert. Stützbeinlahmheit rechts; unregelmäßig aufgetaucht. Bis Ende Juli normal geritten Fokus: Dressur aber Klassisch; Beschlag auf allen 4 Hufe.
Vorne: lange Zehen, besonders rechts, flache Hufe, schiefe wände (besonders rechter Huf; Innenwand-schnabelartig;) wenig Trachte. Untergeschobene Trachte ??
Verstärkt problematisch ist der rechte VH. Meine Entscheidung: Ohne Eisen; nicht reiten; Wachstum nicht stören; Hufe müssen wieder in Ordnung kommen.
Nun würde mich eure Meinung dazu interessieren. Anbei schicke ich Bilder mit. Sind nicht die dollsten Aufnahmen. Bei Bedarf greife ich gerne nochmal zum Kamera.Aktuelle Röntgenbilder kann ich auch, auf Wunsch, einstellen.
Freu mich auf eure Antworten
Die Bilder sind 2 Wochen nach Hufbearbeitung gemacht. Bedenke: Er ist 24 Std in Freiheit. Vor August: 23 Std Boxenhaft
Die Bildernamen sagen das was man gerade sieht: linker Huf vorne; rechter Huf vorne..usw; nur in der Galerie sehe ich die Bilernamen garnicht.

LG
Pferdeline

Re: Hufbeurteilung

Hallo,

trotz der wirklich mäßigen Bilder lassen sich die von Ihnen schon beschriebenen Phänomene ( flache Hufe, schnabelnde Wände/Zehe, untergeschobenen Trachten) gut erkennen. Dies bietet viel Potential für die Regeneration der Hufe und damit verbunden mehr Lauffreude fürs Pferd !
Statt "Wachstum nicht stören" würde ich für Abrieb steuern plädieren. In dem Rahmen, wie das Pferd sich bewegen mag, kann es dann auch spazieren geführt oder geritten werden.

Grüße, Jutta

Re: Hufbeurteilung

Hallo Jutta,

danke für Dein Feedback.
Ich habe mich da etwas undeutlich ausgedrückt mit ""Wachstum nicht stören". Damit meinte ich das Pferd gesamtheitlich. Er hat Wachstumspause und dazu auch Hufrehabilitation.
Er ist 1,74 groß und man sagt ja gerade den großen Jungen nach, dass sie etwas länger brauchen mit dem Wachstum.
Die Hufe müssen im richtigen Maße in Bewegung bleiben.

Wie würdest Du die Hufbearbeitung für die nächsten Monate aufbauen ?
Ich als Laie: "Überall ein bißchen, aber niemals in kurzer Zeit alles verändern".
Aber wie geht man da generell "theoretisch" vor ?

VG
Anja

Re: Hufbeurteilung

Hallo Anja,

die Problematik ist für eine detaillierte Beschreibung im Forum zu komplex und Bilder können auch nur eine Idee von der Hufsituation geben; am Pferd direkt sieht man mehr, genauer usw.
Wichtig ist die Belastungssituation einzuschätzen ( was anhand der (schlechten) Bilder nicht machbar ist ) und den Abrieb entsprechend zu steuern. Wir HOs arbeiten in einem 4 wöchigem Rhythmus, weil man über diesen Zeitraum das Wachstum steuern kann; bei allem was länger ist, läuft man der Entwicklung hinterher mit der Bearbeitung. Durch die kurzen Bearbeitungsintervalle kommen wir dann ohne abrupte Stellungsveränderungen aus, was Sehnen, Bänder und Gelenke schont.
Der Huf braucht dann natürlich Bewegung und Abrieb und Zeit, das siehst du genau richtig.
Wenn du es noch detaillierter Wissen willst, empfehle ich dir das Buch " Der Weg zum gesunden Huf" von Rasch und Biernat. Oder auch den Besuch eines Hufkurses; die findest du unter "Termine" auf der homepage.

Grüße, Jutta