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Qual: harter Boden

Hallo,

ich suche dringend Hilfe für meine 17-jährige Quarter Horse Stute. Ihr Problem ist das Laufen auf hartem Boden (Beton, Plaster, steiniger Boden). Hier läuft sie extrem fühlig, so sieht es zumindest aus. Auf Abdrücken der Hufe reagiert sie jedoch nicht an den Hufen. Hinzu kommt, dass ich nun drei verschiedene Meinungen habe und überhaupt nicht mehr weiß, was jetzt gut für das Pferd ist. Ich habe sie vor knapp zwei Jahren barhuf zu mir genommen. Damals bin ich immer wieder darauf angesprochen worden, wie "komisch" das Pferd denn laufen würde. Mein Tierarzt war daraufhin der Meinung, dass sie ohne Hufeisen "nicht glücklich" sei. Also habe ich sie vorn beschlagen lassen. Da sich das Gangbild jedoch nicht verbesserte, hat sie auf anraten des Tierarztes seit dem letzten Beschlag nun noch Luwex-Einlagen drunter. Aber auch dadurch hat sich das quälende Gangbild (tritt verstärkt noch mals auf wenn es auf hartem Boden dazu auch noch bergauf geht), nicht verbessert. Wie gesagt, tritt das Problem nur auf, sobald die Stute auf harten Boden kommt, in der Halle (Sand), im Wald, etc. läuft sie ganz normal. Mein Hufschmied selbst dagegen ist schon lange der Meinung, dass ich sie wieder barhuf gehen lassen soll. Vor zwei Wochen sprach mich nun noch ein anderer Hufschmied auf unserem Hof auf mein Pferd an, da es hinten, Zitat: "wie eingeschissen", laufe. Und er hatte nun wieder eine ganz andere Theorie. Er meinte, ihr Problem käme von den Hinterbeinen bzw. Hufen und habe mit vorn gar nichts zu tun. Seiner Meinung nach hat das Pferd eine viel zu lange Zehe, viel zu untergeschobene Trachten, laufe auf den Ballen und könne hinten nicht abrollen und würde deshalb die ganze Last auf die Vorhand legen. Vielleicht kann mir hier jemand helfen und sagen, was das beste für das Pferd ist. Ich habe hier deshalb auch ein paar Bilder von den Hufen, vorn (mit Eisen und Einlagen) und hinten (barhuf) meiner Stute angehangen und freue mich sehr über eure Meinungen. Zur weiteren Info: Der letzte Termin beim Hufschmied war am 17. Mai, der nächste Termin ist am 11. Juli. Zur Vergangenheit der Stute ist mir nur bekannt, dass sie in jungen Jahren (2001-2005) Turniere (Western) gegangen ist und danach Zuchtstute war.

Re: Qual: harter Boden

Hallo,
leider kann man ja nicht sehen, wie das Gangbild aussieht. Sicher wäre es sehr ausschlußreich für einige unserer Huforthopäden, die auch Ostheopathie anbieten.
Zu den Hufen: Erst mal hat der zweite Schmied Recht. Die Trachten sind an den Hinterhufen untergeschoben.
Der Strahl ist von Fäulnis angegriffen und wirkt nicht sehr gesund. Vorne rechts wirkt es, als wenn der Strahl bodennäher wäre als die Trachten. Das kann ich aber nicht wirklich gut beurteilen.
Was sehr ins Auge sticht, sind die ganzen Rötungen rund um die Hufe. Besonders am Kronrand sind Rötungen und das Saumhorn ist spröde und kaum vorhanden. Insgesamt machen die Hufe einen spröden Eindruck. Die Rötungen im Wandhorn sind Einblutungen, die durch zu viel Druck und Zug entstanden sind. Ähnlich wie beim Menschen Blutergüsse. Sie sind immer ein Warnsignal, daß dort ein Problem herrscht.

Wenn ich richtig gerechnet haben, sind zwischen den Beschlagstermine 12Wochen. Das ist viel zu lang. Ein Beschlag sollte in der Regel spätestens alle 6 Wochen erneuert werden, sonst stellen sich Probleme wie untergeschobene Trachten, Fäulnis und auch Laufprobleme ein. Stellen sie sich vor, sie müssten mit Schwimmflossen laufen, weil ihre Zehennagel so lang wären. Das würde sicher ihr Gangbild auch verändern.
Gerade in ihrem Fall ( wegen dem veränderten Gangbild) würde ich versuchen, eine(n) Kollege(in) zu kontaktieren, die sich den Fall persönlich anschaut.
Im Idealfall jemand, der auch ostheopatisch alles abchecken kann. Ist das Pferd mal geröntgt worden?

Re: Qual: harter Boden

Hallo Frau Wegner-Jenichen,

vielen lieben Dank für Ihre Hilfe. Ich habe mich auch deshalb jetzt an die DHG gewandt, da ich mehrmals vergebens versucht habe per Telefon, E-Mail, Kontaktformular, vor dem nächsten Termin mit dem Hufschmied am 11. Juli, die auch bei Ihnen registrierte Huforthopädin und Tierärztin Bianka Wernicke/Lücke zu erreichen. Aber leider habe ich bis zum heutigen Tag keinerlei Rückmeldung bekommen. Frau Wernicke/Lücke ist eigentlich auch auf unserem Hof tätig und mir von mehreren Leuten empfohlen worden. Da sie jedoch bisher nicht erreichbar ist, wollte ich wenigstens für den Schmied etwas "in der Hand" haben, damit er vielleicht bis ich Frau Wernicke hoffentlich doch noch erreiche, so etwas wie weitere Schadensbegrenzung erreichen kann, da ich mich eigentlich schon entschieden habe, zumindest die Eisen wieder runter nehmen zu lassen. Kommen die Einblutungen und die anderen von Ihnen genannte Auffälligkeiten von den Hufeisen? Und sind diese untergeschobenen Trachten tatsächlich ein Problem? Wenn ja, lässt sich so etwas und die anderen Auffälligkeiten wieder "beheben"? Seit das Pferd in meinem Besitz ist werden die Hufe seit fast zwei Jahren als sie noch barhuf ging regelmäßig alle sechs Wochen und seit sie mit Hufeisen geht alle acht Wochen von ein und demselben Schmied "gepflegt". Röntgen lassen habe ich nur einmal die Vorderbeine der Stute vom Huf bis zum Fesselkopf. Hier waren laut Tierarzt keine Befunde, die das Gangbild erklären würden. Auch ostheopatisch habe ich das Pferd nachdem es zu mir gekommen ist schon einmal untersuchen lassen, nicht speziell auf die Hufe, sondern insgesamt. Auffällig waren der Ostheopatin damals die enge und steile Fesselung der Stute, hinten ist sie o-beinig und läuft ihre Hinterhufe prinzipiell schief ab, außerdem dreht sie rechts im Sprunggelenk. Leider ist die Vergangenheit der Stute näher nur auf die letzten fünf Jahre zurückverfolgbar. Am 1. Oktober 2013 habe ich sie zwei Jahre, zuvor lebte sie fast drei in einem Tierschutzverein, so dass mir wie bereits geschrieben über die frühere Pflege der Hufe, Beschlag, sportliche Belastung, etc. aus denen die Auffälligkeiten und Probleme resultieren könnten, nichts bekannt ist.

Das Pferd steht in Leipzig. Auch wenn mir Frau Bianka Wernicke/Lücke von mehreren Seiten als "die Fachfrau" für solche Problempferde in meiner Region empfohlen worden ist, wen können Sie denn noch empfehlen? Mir liegt wirklich sehr viel daran, die Hufe wieder "in Form" zu bekommen und meinem Pferd damit vielleicht das Laufen auf hartem Boden wieder zu erleichtern.

Vielen lieben Dank für Ihre Hilfe!

Re: Qual: harter Boden

Hallo Frau Richter,

wenn Sie in unser Register schauen, werden Sie feststellen, dass es um Leipzig einige HuforthopädInnen gibt; sollten Sie bei Frau Wernick kein Glück haben, können Sie sich guten Gewissens an einE KollegIn wenden.

Gruß

Jutta Gänssler

Re: Qual: harter Boden

Versuchen Sie sonst einmal, Frau Wernick per SMS zu kontaktieren und bitten um Rückruf. Das funktioniert oft am besten :-)


Schöne Grüße!

Re: Qual: harter Boden

Um weiteren Spekulationen vorzubeugen. Ich war bereits bei dem Pferd. Die Problematik ist wie bereits von Frau Wegner-Jenichen vermutet eher ein osteopathisches, was nachfolgend Auswirkungen auf die Hufe hat. Da die Stute in physiotherapeutischer Behandlung ist, wird sich das sicher mit der Hufbearbeitung positiv auswirken. Die Eisen wurden abgenommen und die Hufe adäquat bearbeitet, so dass hinten die untergeschobenen Trachten die Chance haben sich aufzurichten. Die extreme Verkürzung der vorderen Hangbeinphase, die das Pferd vorne zeigte, ist sicher zum einen den schweren Eisen mit Luwex-Einlagen und Silikon geschuldet, sowie einem eventuell krankhaften Problem geschuldet, was noch geprüft werden muss.
Zur Erreichbarkeit meinerseits sei gesagt, dass ich mich gerne nach einer Kontaktierung mittels sms oder email zurückmelde, da ich tagsüber mein Handy meist im Auto lasse, da ich mich dann ungestört meinen Patienten widmen kann.
Viele Grüße