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Sohlenwölbung - Untergeschobene Trachten

Hallo,
ich habe mal folgende Frage, weshalb bilden Pferde die mit Hufeisen laufen eine stärkere Sohlenwölbung als ohne? Meine Stute musste den vorletzten Winter Eisen tragen da wir umgezogen sind und sie von extrem weichem Wiesen und Waldboden von heute auf morgen auf festem steinigem Boden stehen und laufen musste.
Im Sommer konnten wir die Eisen wieder abmachen da sie halbtags weich stand und mittlerweile haben sich die Hufe auch wieder an den festen Boden gewöhnt. Vorher ist sie immer barhuf gelaufen und hatte nie Probleme. Die Sohle war allerdings immer schon sehr flach. Und ihr Äußerer Sohlenrand trägt immer leicht mit (konnte auch die Huforthopädin nicht ändern). Nachdem die Hufeisen runter waren hatte sie eine ziehmlich schöne Sohlenwölbung die sich aber innerhalb von einigen monaten wieder platt gelaufen hat. Vor dem Umzug wurden ihre Hufe huforthopädisch bearbeitet. Die 4 Monate während sie die Eisen trug bearbeitete ein Schmied die Hufe, da es in meiner jetzigen Region keine Huforthopäden gibt werden die hufe momentan von einer hufpflegerin bearbeitet.
Die Stute einer Stallkollegin wurde nach jahrelangem Hufeisen tragen auf barhuf umgestellt und auch ihre Stute hatte vorher eine starke Sohlenwölbung und ist jetzt ziemlich flach. Es würde mich sehr interessiren welche Ursache dies hat.
Die Stute meiner Stallkollegin hat allerdings auch sehr lange Hufe und untergeschobene Trachten. Die Trachten rollen sich unter dem huf ein bzw das Pferd läuft auf der außen Wand des Trachtenhorns. Meine nächste frage ist deshalb wie man eine sollche trachte wieder aufrichtet und die tragefunktion wieder herstellt?
Mfg Julia Dutko

Re: Sohlenwölbung - Untergeschobene Trachten

Guten Tag Julia,

zu der ersten Frage wäre meine Überlegung das das Pferd auf dem Beschlag ja eine Verringerung des Abriebs hat und der Tragrand eine gewisse Höhe erreicht . Wenn es voher barhuf lief und sich den Tragrand kurz gelaufen hat und auch noch der äußere Sohlenrand mitgetragen hat hat es optisch im Vergleich schon den Anschein das mit Eisen oder nach dem Abnehmen mehr gewölbe da ist. Auch das Sohlenhorn reibt sich nicht in dem Mass wie beim Barfusspferd ab und es wird sich beim Betrachten der Sohle eine Veränderung ergeben.
Die Sohlenwölbung ist ja massgeblich abhängig von der Hufform und der Form des Hufbeinknochens so das es anatomisch nicht möglich sein kann durch den Beschlag die Wölbung der Sohle so zu beeinflussen.
Wenn jetzt das Pferd wieder barfuss läuft müsste doch wieder weniger Tragrandüberstand vorhanden sein wenn die äußeren Umstände also Haltung und Nutzung ähnlich sind. Nun sollte dann auch gerade bei so einem Pferd ein Tragrand erhalten werden bei der Hufbearbeitung sofern er vorhanden ist.

Zu der zweiten Frage wären Fotos der Hufe hilfreich, untergeschobene Tachten haben unterschiedlichste Ursachen. Ein Grund kann Abrieb im Trachtenbereich auf dem vorausgegangene Beschlag gewesen sein, welcher auf einem Eisenbeschlg immer im Tachtenbereich statt findet.
Solche Trachten werden sich nur aufrichten wenn der Hufbearbeiter es schafft Hornabrieb in den Trachten und an der Zehe so zu beeinflussen das sich die Situation verbessert.
Probleme im Gebäude des Pferdes könnten auch ein Grund sein, hier wäre dann die Zusammenarbeit mit Chiropraktikern, osteopathen oder anderen Spezialisten empfehlenswert.

Viele Grüße
Birgit Höllmer