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stark geschwollener Kronrand

Hallo,
unser Pony (ca. 40 Jahre alt und noch recht fit für einen Methusalem) hat ungewöhnlich stark geschwollene Kronränder an beiden Vorderhufen. An einem der beiden Hufe sind inzwischen leicht blutige Stellen aufgerissen; der andere Huf ist nicht ganz so stark geschwollen und auch nicht blutig. Der Kronrand ist druckempfindlich und das Pony geht fühlig, lahmt aber weniger als bei Hufrehe-Schüben und liegt auch seltener.
Seit einigen Jahren hat er regelmässige Rehe-Schübe, alters- und hormonellbedingt, meistens in Zeiten des Fellwechsels; keine Futterrehe. Jeden Winter schwillt der Kronrand an, allerdings bisher noch nicht so stark wie in diesem Jahr. Zum Frühjahr - Sommer wachsen diese Schwellungen wieder raus.
Hufschmied und Tierarzt wissen nicht, was es sein könnte.
Anliegend Fotos von vorne und von der Seite.
Vielen Dank!

Re: stark geschwollener Kronrand

Hallo Silke,

dass das Pony immer wieder Reheschübe hat, läßt die Hufform erkennen.

Was den Kronsaum betrifft, sieht dies stark nach Hufkrebs aus. Um weiters sagen zu können, wären Fotos von der Sohle (von unten, siehe Fotoanleitung) sehr sinnvoll und nochmal das Pony im Ganzen.

Es wäre toll wenn sie diese Fotos noch machten.

Mit freundlichen Grüßen

Anette Fink

Re: stark geschwollener Kronrand

Hallo Frau Fink,
vielen Dank für Ihre Antwort.
Hufkrebs ist lt. TA und Schmied wohl ausgeschlossen; zumal diese Veränderung ja jedes Jahr zum Winter hin auftaucht und im Frühjahr wieder verschwindet.
Vielleicht ist es noch wichtig zu sagen, dass das Pony immer in der Zeit bevor der Kronrand anschwillt, ca. 2 Monate lang sehr wenig und schlecht frisst - auch in jedem Jahr seit 4 Jahren. Frisst er dann wieder normal, geht auch die Schwellung nach einiger Zeit weg und die Rillen und Dellen wachsen raus.
Könnte es sich evtl. um einen extremen Nährstoffmangel handeln? Dazu muss man noch erläutern, dass er im Sommer eher wenig bis gar kein Gras auf der Weide frisst, sondern nur Heu und Mineralfutter, im Winter hat er aber verstärkt Hunger auf frisches Gras und Erde. Eine Blutuntersuchung ergab einen starken Magnesiummangel, leichten Eiweißmangel und sehr hohe Leberwerte.
Weitere Fotos werde ich am Wochenende einstellen.
Noch einmal vielen Dank!

Re: stark geschwollener Kronrand

Hallo,

ich würde es auch eher in die Richtung Vergiftung einordnen. Auch hormonelle Zustände können den Körper "vergiften". So z. B. auch das Östrogen oder eben Hormone die die Kortisonausschüttung steuern.

Auch wenn das Pony in der Zeit nicht so wenig liegt und nicht so schlecht läuft wie bei den anderen Reheschüben, glaube ich doch dass eine Hufrehe abläuft.

Hinzu kommt möglicherweise, dass die Hufform die Entstehung begünstigt. Nach einem Jahr ist die Zehenwand komplett heruntergewachsen und die Trennung in der Wand, die durch die Entzündung entstanden ist, herausgewachsen. Nun bewirken die Hebelkräfte an der Hufwand wieder einen Zug auf die Wandlederhaut und es kann zur Belastungsrehe kommen.

Weiterhin könnte es durchaus sein dass auch eine Störung in Richtung Hufkrebs vorliegt. Bei Hufkrebs handelt es sich um eine Störung in der Wundheilung verursacht durch eine sehr ungünstige Hufform, in Verbindung mit einem entsprechend schlechten Stoffwechsel und Imunlage.

Dem Alter des Pony`s entsprechend und dem Fell nach (soweit man es auf den Fotos sieht) könnte auch Cushing vorliegen. Wurde ihr Pony schon mal darauf untersucht?

Um den Zustand der Hufe besser beurteilen zu können wären noch Bilder von der Sohlenseite und vom Zustand der Ballen wichtig. Vielleicht möchten Sie diese Bilder noch hier einstellen.

Unabhängig von weiteren Diagnosen würde ich bei dem jetzt vorliegenden Hufzustand in jedem Fall zu Hufpolsterverbänden raten. Die Verbände sollten so angelegt sein dass die Hufwand keinen Druck vom Boden erfahren, also schweben. Dies würde den Kronrand sehr entlasten.

Lieben Gruß Astrid Arnold

Re: stark geschwollener Kronrand

Hallo Silke,
bezüglich der schlechten Blutwerte und des mitgenommenen Stoffwechsels wärs bestimmt gut, einen Tierheilpraktiker mit einzubeziehen - evtl haben Sie das ja auch schon getan? Auch wenn sich Cushing bestätigen sollte wäre es gut aufgrund des dann notwendigen Medikamentes die Leber homöopathisch zu unterstützen.
Liebe Grüße, Angelika Prange

Re: stark geschwollener Kronrand

Hallo,
zunächst einmal vielen Dank an alle!

Heute Abend wird noch einmal ein Tierarzt die Hufe anschauen, beide Vorderhufe sind ja betroffen, der eine ist allerdings weniger geschwollen und auch nicht aufgerissen. Ebenso ist an beiden Hinterhufen der Kronrand leicht angeschwollen.

Bzgl. des auf den Fotos abgebildeten Hufes, habe ich den Verdacht, als könnte Eiter im Kronrand sein, weil sich die weißen Stellen, die man auf den Fotos erkennt, inzwischen ein wenig zusammengezogen haben und das Ganze jetzt ein wenig spitzer, an den Seiten flacher, erscheint. Aber ich bin kein Fachmann.
Außerdem lahmt der Kleine jetzt mit diesem Huf stärker und hebt ihn auch im Stand häufig leicht an.

Wie gesagt, am Wochenende werden wir neue Fotos einstellen, auch von der Sole; der Strahl scheint mir aber vollkommen in Ordnung zu sein, er ist fest und trocken.

Die Idee mit einem Tierheilpraktiker erscheint mir gut, allerdings muss man die meistens in Ihrer Praxis aufsuchen und einen Transport möchten wir dem Pony schon aufgrund seines Alters nicht zumuten. Allerdings arbeitet auch unser Tierarzt verstärkt mit alternativen Medikamenten (pflanzlich und homöopathisch), worauf das Pony auch meistens sehr gut reagiert.

Vielleicht wissen wir heute Abend mehr.
Viele Grüße und Dank an alle!

Re: stark geschwollener Kronrand

Hallo,
es handelt sich um eine eitrige Huflederhautentzündung. Der andere Vorderhuf ist auch entzündet, aber wie es scheint ohne Vereiterung.

Der Kronrand ist über dem Eiterherd leicht eingerissen, so dass schon ein wenig Eiter entfernt werden konnte. Ab jetzt werden wir den Huf 2 x täglich in Schmierseife baden, um so den Eiter heraus zu ziehen und ansonsten mit Traumeel-Salbe behandeln.

Hat jemand Tipps, wie man, außer vorsichtig zu sein, verhindert, dass der Kronrand weiter einreißt?

Vielen Dank und viele Grüße,
Silke