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Umstellung auf Barhuf gescheitert?

Hallo zusammen, ich bin neu hier. Wir haben den Versuch gestartet, unser Pferd nach 11 Jahren Beschlag auf Barhuf umzustellen. Das Pferd ist jetzt in Rente und steht in einem Offenstall und wird kaum noch geritten. Wir haben das alles mit unserem Hufschmied besprochen und er hat die Eisen abgenommen. Leider hat er viel zu viel weggeschnitten, so als würde er wieder beschlagen. Ein Huf ist richtig klein geworden, der andere geht so. Unser Pferd ist groß und hat auch dementsprechend große Hufe - normalerweise. Unser Pferd hat prompt eine Huflederhautentzündung bekommen, die tierärztlich behandelt wurde. Er trägt seitdem Krankenhufschuhe von der Sattlerei Engl. Wir haben unser Pferd einer Huforthopädin vorgestellt, die in den Stall kommen, die hat erstmal die Hufe soweit in Ordnung gebracht, wie es ging. Nach der tieräzrtzlichen Behandlung lief er wieder ganz gut, seit dem WE läuft er wieder sehr sehr fühlig, oder man kann auch sagen lahm, und dass trotz Hufschuhen. Nun sind wir hin und hergerissen, lassen wir ihn wieder Beschlagen oder nicht, wir wollen nicht noch eine Huflederhautentzündung oder gar Rehe riskieren. Die HO meint, man muss dem Pferd einfach etwas Zeit lassen, damit der Huf sich erholen kann und bisschen was nachwachsen kann. Und mit den Schuhen gehts ja einigermaßen, die sind so, dass sie immer dranbleiben können. Ich bitte um Eure Meinungen bzw. Erfahrungen.

Re: Umstellung auf Barhuf gescheitert?

Hallo Liesel,

es ist schon so, dass jedes Pferd seine eigene Zeit braucht, um eine Umstellung auf barhuf zu verkraften. Es ist völlig normal, dass sie anfangs schlecht und fühlig laufen.
In eurem Fall stellt sich mir die Frage, ob die Lederhautentzündung wirklich abgeheilt ist? Das könntest du mit dem Tierarzt klären.
Ein weiteres wichtiges Element ist der Untergrund, auf dem das Pferd laufen muss. Ist er weich oder eher hart / Beton; entsteht dort Abrieb? Ist er sehr uneben und evtl dadurch unangenehm zu laufen ?
Bei der Umstellung ist ein weicher Boden zu bevorzugen, der nicht allzu buckelig ist.
Du schreibst, dass der Schmied zuviel weg geschnitten hat und die Probleme wohl daher rühren. In diesem Fall spricht aus meiner Sicht nichts dagegen noch mal für eine Periode das Pferd beschlagen zu lassen, um dann von der HO die Eisen abnehmen zu lassen. So könntest du vielleicht bessere Bedingungen für die Umstellung schaffen.

Grüße, Jutta

Re: Umstellung auf Barhuf gescheitert?

Hallo Jutta, vielen Dank für Deine Antwort.

Der Untergrund ist weich und eben (Sandauslauf und Stroh) , und er hat ja zusätzlich jetzt dauerhaft die Hufschuhe an, die zusätzlich noch dicke Filzeinlagen haben. Bei den Filzeinlagen sieht man sehr schön, dort wo der Filz eingeddrückt ist und wo nicht, dass das Pferd sehr schön auf dem Tragrand und auf dem Strahl läuft, so wie es sein soll.
Die Überlegung, nochmal eine Periode beschlagen zu lassen, haben wir auch schon. Dann kommen wir aber bei der Umstellung mitten in den Winter und u.U. ist dann alles knallhart gefroren. Meine Wunschvorstellung wäre, das Pferd die nächsten Wochen mit den Hufschuhen laufen zu lassen, bis wieder was nachgewachsen ist. Wir haben Mitte Nov. den nächsten Termin mit der HO.
Ich stoße bei meinem TA erstmalig an Grenzen. Der war von Anfang an nicht begeistert, die Eisen abzunehmen und ist der Huforthopädie gegenüber eher zurückhaltend. Deshalb haben wir die Eisen ja auch vom Schmied abmachen lassen, daß das ein Fehler war, wissen wir jetzt. Wenn es allerdings nicht besser wird, dann muss der TA schon nochmal her und sich das ganze angucken.
Gestern lief unser Pferd aber wieder etwas besser und hat sich sogar gewälzt und ist dann locker davongelaufen, vorsichtig zwar, aber kein Vergleich zum WE.
LG

Re: Umstellung auf Barhuf gescheitert?

Hallo Liesel,

es ist richtig, dass es ungünstig wäre das Pferd auf einem knallhart gefrorenen Boden umzustellen; der Sandauslauf ist optimal.
Wenn das Pferd mit den Hufschuhen einigermaßen läuft und nichts scheuert, kannst du es so machen, da spricht nichts gegen. Du kannst deinem Pferd noch helfen, indem du es so stellst, dass es nicht gescheucht wird von anderen; es sollte nur soviel laufen müssen , wie es mag.
Ich drücke euch die Daumen, dass es bergauf geht! Lass dich von der Skepsis des TA nicht verunsichern, Pferde sind dazu geboren ohne Eisen zu laufen - auch eures.
Nur jetzt spürt es nach Jahren erstmals wieder seine Füße, und die sind anscheinend noch schmerzhaft, wahrscheinlich wegen der hebelnden Wänden. Dies wird die HO sicher in den Griff kriegen, aber es braucht eben Zeit.

Grüße, Jutta

Re: Umstellung auf Barhuf gescheitert?

Hallo Jutta, danke für Deine Aufmunterung. Seit Ende der Woche läuft unser Pferd wieder richtig gut, er macht lockere große ausladende Schritte. Das alles nat. mit den Hufschuhen. Die Hufschuhe waren ein guter Griff, das scheuert nichts, so dass ich hoffe, dass er sie noch eine Weile tragen kann. Er wird zum Glück von den anderen Pferden nicht gescheucht, erstmal sind es insgesamt nur 5 Pferde in dem Offenstall und er ist in der Rangordnung weit oben, wenn nicht sogar der Chef. Ich habe jetzt wieder die Hoffnung, dass es klappen könnte. Dass es Zeit braucht, war mir von Anfang an klar, unser Pferd bekommt auch alle Zeit der Welt, das hat er einfach verdient.

LG Liesel

Re: Umstellung auf Barhuf gescheitert?

Hallo Liesel,

das ist eine schöne Nachricht = : )
Weiterhin toi, toi, toi !

Grüße, Jutta

Re: Umstellung auf Barhuf gescheitert?

Hallo Jutta, es sieht richtig gut aus. Wir ziehen die Hufschuhe jetzt schon stundenweise aus, gestern hatte er sie den ganzen Nachmittag aus und ist richtig gut gelaufen. Sogar, als ich ihn zum Füttern aus dem Stall rausgeholt habe und er über einen steinigen Weg gehen musste. Ich denke, das Schlimmste ist geschafft, es hat halt einfach Zeit gebraucht. Wir werden die Zeiten, wo er die Schuhe nicht trägt, jetzt ganz langsam steigern. Ich freue mich :)

LG Liesel

Re: Umstellung auf Barhuf gescheitert?

Hallo Liesel,

das ist eine schöne Nachricht! Geduld zahlt sich da doch aus!!

Weiterhin alles Gute für euch.

Grüße, Jutta

Re: Umstellung auf Barhuf gescheitert?

Hallo Jutta, leider gibt es keine guten Nachrichten :)

Es sah alles so gut aus.... Wir haben unser Pferd dann schon den halben Tag barfuss laufen lassen, ging super. Dann war am WE die HO da und fand auch, dass sich die Hufe in der kurzen Zeit schon sehr positiv verändert haben. Wir haben dann gemeinsam beschlossen, die Schuhe auszuziehen und es durchgängig barfuß zu probieren. Das ging auch zweieinhalb Tage super, er ist richtig flott und gut gelaufen. Gestern früh war auch noch alles gut, aber als ich gestern abend in den Stall kam, ging er vorn re. stocklahm. Die TÄ war heute früh gleich da, sie will am Freitag Röntgen und hofft, dass es keine Hufbeinsenkung ist, wenn ja, wird noch ein Cushing-Test gemacht. Die Schuhe trägt er nat. seit gestern abend wieder. Ich bin ziemlich ratlos und traurig.
LG

Re: Umstellung auf Barhuf gescheitert?

Hallo Liesel,

eine genaue Differentialdiagnostik ist nun angesagt, um die Frage zu klären, was es ist. Auf welchem Bein lahm er denn ? Hast du ihn schon 11 Jahre ? können "alte" Problematiken ausgeschlossen werden ? "alte" Chips? Spat? Cushing = früheres Rehegeschehen ? Lahmte er nie mit Eisen ? Stell doch mal Bilder der Hufe ein, schön auf Hufebene fotografiert und, wenn sie da sind, auch die Röntgenbilder.
Manchmal hat ein Pferd 2 oder mehrere Sachen gleichzeitig, und man denkt nur ach, ja, mit Eisen gings und nun gehts nicht mehr - dabei ist es etwas ganz anderes. Eisen helfen auch durch Ausschalten des Hufmechanismus über manche schmerzhaften Zustände hinweg, ohne zu heilen.

Liebe Grüße, Jutta

Re: Umstellung auf Barhuf gescheitert?

Hallo zusammen,
habe soeben diesen Artikel gelesen und merke, die HO war ich ;o)
Leider muss ich mitteilen, dass das Pferd nun einen Rehebeschlag hat (typisch vom Schmied mit Eiereisen und Ledersohle).
Liesel hat mich nicht dazu geholt als die TÄ da war, hat mir lediglich per SMS mitgeteilt, dass es jetzt eben so ist.
Schade, vor allem fürs Pferd. Es sah alles so gut aus und ich bin mir immer noch sicher, dass es geworden wäre.
Okay, so ist es nun mal, man hat als HO eben nicht das letzte Wort ;o(