Zum Hauptinhalt springen

Archiv

Vorfall Huflederhaut

sehr geehrte damen und herren,

ich habe ein problem mit meinem 28 j. wallach. dieser hat am hinterhuf nach wiederholten hufabszessen eindeutig einen vorfall der lederhaut im bereich der lat. eckstrebe, diese wölbt sich in einem bereich von etwa 0,5 - 1 cm in einem loch vor.

der schmied und ich haben nun regelmässig schützende verbände angelegt und den huf mit hufschuh geschützt, wir hatten auch lokal an der stelle einen druckverband angelegt. leider ist bisher keine besserung eingetreten. das hufhorn um die stelle herum wächst gut nach unten, an der stelle bildet sich einfach kein hufhorn.

problematisch ist weiterhin, dass der wallach auf grund seines alters nicht mehr besonders gut die hufe geben kann (arthrosebedingt) und so ein gründliches arbeiten nur bedingt gelingt.

sollte man an der stelle noch einmal das loch im hufhorn erweitern, damit die kompression flächiger erfolgen kann ?

Re: Vorfall Huflederhaut

Hallo,

Ein Lederhautvorfall ist ein entzündlicher Prozess bei dem die Lederhaut aufschwellen kann. Druck spielt bei dem Geschehen eine mit entscheidende Rolle. Daher halte ich einen Druckverband nicht für geeignet. Der übermäßige Druck kann aber auch vom Huf selbst kommen, von der Eckstrebe oder aber auch von der Trachte. In dem Fall ist eine druckminimierende Hufbearbeitung für diesen Bereich erforderlich.

Eine weitere Ursache dafür dass ein Lederhautvorfall nicht abheilen kann ist eine vorliegende Infektion. Daher sollte mit geeigneten Mitteln gegen diese Infektion gearbeitet werden. (Desinfizierende Salben, Antibiotika)

Den Bereich weiter frei zu schneiden kann ein Mittel zur Verbesserung sein, muss aber nicht. Da kommt es auf die Hufsituation an.

Wenn Sie ein Foto des Hufes hier einstellen können wir ihnen besser helfen.

Lieben Gruß Astrid Arnold

Re: Vorfall Huflederhaut

vielen dank für ihre antwort.

leider ist das mit den fotos etwas schwierig, da der wallach altersbedingt nur sehr kurz den huf hebt, was die bearbeitung und auch fotos erschwert.

ich versuche noch einmal die vorsituation genauer zu beschreiben.

der wallach belastet das betroffene rechte hinterbein massiv mehr und dreht auch noch auf diesem, das andere bein versucht er zu entlasten, was wohl mit der arthrose zu tun hat. folge davon war, das der rechte hinterhuf lateral deutlich mehr abgenutzt wurde und am lateralen kronsaum immer ein etwa 2 cm langer riss entstand (etwa 4 mal hintereinander), vermutlich in folge eines massiven hufabszesses.
der abszess wurde in folge auch an der sohle sichtbar, wir haben dann angefangen einen equine fusion jogging schuh angezogen, damit hat sich die situation deutlich entschärft, der kronsaum blieb intakt und die hufwand konnte runterwachsen und ist auch nicht mehr so stark abgenutzt.

als endproblem ist dieser offene bereich an der eckstrebe geblieben, drum herum ist das sohlenhorn wieder gut gewachsen.

der offene kanal ist etwa 1 cm tief und etwa 0,5 bis 1 cm breit. lokale antibiotika habe ich schon probiert, das hat nichts gebracht, auch rivanol verbände, etc.. im prinzip trägt er seit monaten einen gepolsterten hufverband und drüber einen hufschuh, um den huf zu schützen. da ich humanmedizinerin bin, habe ich einiges versucht.

hauptproblem ist eigentlich, dass der huf so schwer zugänglich ist.

vielleicht haben sie auch noch einen tip, wie ich dem pferd beibringen kann, denn huf quasi auf der spitze abzustellen ?

Re: Vorfall Huflederhaut

Hallo,

in meinem Kundenkreis befinden sich einige Pferde mit Arthrose. Wir haben den Pferden beigebracht den Huf auf eine 10 cm hohe Holzscheibe wie in der Entlastungstellung abzulegen. So kann ich recht gut am Huf arbeiten.

Lieben Gruß Astrid Arnold

Re: Vorfall Huflederhaut

sehr geehrte frau arnold,

haben sie evt. ein bild von dieser variante ?

vielen dank und beste grüsse