Zum Hauptinhalt springen

Barhuf oder Beschlag bei diagnostizierter Schale

Ulrike
Mitglied seit 22. 08. 2020

Guten Morgen,
ich habe eine 13 Jahre alte Norwegerstute, die bis dato Barhuf gelaufen ist. Nun stolperte sie zunehmens und ist mit Reiter gestürzt. Durch Röntgenbilder wurde vorne links Schale diagnostiziert. Das Pferd hat schon immer eine zehenenge Vorderbeinstellung gehabt.
Mir wurde ein Beschlag nahegelegt. Ich bin mir nun sehr unsicher, ob ein Beschlag wirklich die einzige Möglichkeit ist, das Stürzen und Stolpern einzuschränken oder sogar zu verhindern? Woran kann ich eine Entscheidung festmachen, ob ich zukünftig Eisen draufmachen lassen muss? Können Hufschuhe eine Möglichkeit sein, das Pferd zu unterstützen, um den Abrollpunkt zu verlegen und die Auftrittswinkel der Füße zu beeinflussen?
MfG, Ulrike

    cmaeusezahl
    Mitglied seit 23. 10. 2014
    DHG-Huforthopäde/-in

    Hallo Ulrike,
    wo genau befinden sich die Knochenzubildungen, sind Gelenkflächen beteiligt? Haben Sie die Röntgenbilder und Huffotos und können Sie diese hier einstellen? Dann könnte man die Situation besser einschätzen und konkretere Aussagen treffen.
    Läuft sich die Stute die Hufe sehr kurz oder halten sich Abrieb und Wachstum gut in Waage? Im Allgemeinen ist es so, dass ein Beschlag ein Stolpern durch schmerzhafte Arthroseerkrankungen nicht verhindern kann. Beschläge oder Hufschuhe sind in erster Linie ein Abriebschutz. Die bekannten Nachteile eines Beschlags (kein Abrieb und dadurch entstehende Deformationen während des Intervalls, die beim Umbeschlagen größere Korrekturen notwendig machen, Gewicht des Eisens, Klirrfaktor, erhöhte Rutschgefahr etc.) kommen bei bereits erkrankten Gliedmaßen stärker zum Tragen.
    Am Barhuf kann man in kurzen Abständen dem Pferd die Hufe mittels Abriebsteuerung so bequem wie möglich machen, das Pferd hat mehr "Mitspracherecht" sich gewisse Schiefen die es vielleicht braucht um schmerzende Bereiche zu schonen, selbst anzulaufen und man muss auch nicht so starke Korrekturen in der Hufbearbeitung vornehmen.
    Ob das Stolpern allein von der Schale bzw. der Hufsituation herrührt oder ggf. weitere Probleme bspw. in Schulter oder Rücken bestehen sollte ebenfalls abgeklärt werden. Die schmerzhaften Schübe kann man recht gut alternativmedizinisch unterstützen, oft bringt das Hinzuziehen eines Tierheilpraktikers positive Impulse.
    Haben Sie in unserem Register geschaut welche KollegInnen in Ihrer Nähe arbeiten? Vielleicht möchten Sie sich eine Zweitmeinung vor Ort einholen?
    Viele Grüße,
    Carina

      Ulrike
      Mitglied seit 22. 08. 2020

      hallo Carina
      Danke für deine Antwort
      Ersteinmal kann ich die Diagnose der Tierklinik mitteilen und Fotos der Hufe einstellen.Die Hufe wurden vor jetzt 6 Wochen beschlagen.Der dritte Beschlag soll in 2 Wochen stattfinden. Ob ich den noch machen lasse oder wieder auf Barhuf umstelle bin ich gerade am überlegen.
      Die Röntgenbilder habe ich zur Zeit nicht, versuche sie aber nachzufragen.

      Röngenologisch im Bereich des Hufgelenks leichte Abnutzungserscheinungen. Im Krongelenk kleine, spitze Ausziehungen.Fesselgelenk AP am med.Knochenrand des Röhr-undFesselbein eine leichte Aufrauung. Entzündliche Prozesse des Fesselgelenkes.
      MfG

        Ulrike
        Mitglied seit 22. 08. 2020

        Kira lief sich, als sie noch Barhuf war, ihre Hufe immer so ab, dass die innere Hufwand nach aussen drückt.Dieses war schon so, seid ich sie bekam. Mit den li Fuss dreht sie beim Laufen. Die Zehen läuft sie sich kürzer. Wir hatten die Hufe regelmäsig beraspelt und die Hufpflegerin in Abständen zwischen 4 bis 7 Wochen die Grundbearbeitung gemacht.

          cmaeusezahl
          Mitglied seit 23. 10. 2014
          DHG-Huforthopäde/-in

          Hallo Ulrike,
          bitte entschuldige die verspätete Antwort, ich war im Urlaub... Die Huffotos zeigen an sich Hufe von recht guter Hornqualität. Lief sich die Stute denn früher barhuf sehr kurz oder gar fühlig? Trat das Stolpern vermehrt auf hartem oder weichem Boden auf? Ist es jetzt mit dem Beschlag weniger geworden?
          Die Vorderhufe sind unterschiedlich, der linke ist schmaler und steiler als der rechte, was dafür spricht dass das Pferd sie verschieden benutzt. Sie haben ein high/low-Syndrom - wurde in der Vergangenheit versucht die Hufe einander anzugleichen? Solcherlei Stellungskorrekturen haben ein großes Schadenspotential.
          Wurden neben dem Beschlag seitens der Tierklinik weitere Therapiemaßnahmen ergriffen? Nach welcher Hufschule hat die bisher betreuende Hufbearbeiterin gearbeitet?
          Wenn das Laufverhalten mit Beschlag nicht besser geworden ist würde ich, wäre es mein Pferd, die Eisen abnehmen und die Hufe in kurzen Intervallen barhuf so bequem wie möglich machen.
          Wo bist du denn zu Hause, vielleicht liest ein/e Kollege/in aus deiner Region mit?
          Liebe Grüße!

            Ulrike
            Mitglied seit 22. 08. 2020

            Hallo Carina
            Wir sind in 61440 Oberursel Zuhause.Bearbeitet wurde der Barfusshuf nach Biernat und das seit gut 10 Jahren.Mein Mann und ich haben mit der Zeit gelernt die Hufe zwischendurch zu beraspeln.Es wurde nie versucht die Hufe einander anzugleichen. Nachdem Kira öfter und vermehrt stolperte und mit Reiter gestürzt ist ,holte ich die Tierärzte,die dann Beschlag empfahlen.
            Kira stolpert vermehrt in der Halle, ist aber auch schon im Gelände mit Reiter in den Vorderbeinen einmal eingeknickt.Auf unseren Taunuswegen geht sie trotz harter Hufe immer im weichen Rand der Wege, also fühlig.Wir zogen daher Hufschuhe an.Als Therapie wurde Kira in den Gelenkspalt gespritz.Sie sollte dann einer Woche nur Schritt gehen,in der nächsten Woche dann etwas länger Schritt und Trab auf beiden Seiten an der Hand.Sollte sie nicht stolpern(frei davon sind wir nicht) könnten wir mit reiten beginnen. Zur Zeit 40min Schritt 2x5min Trab pro Seite an der Hand.
            MlG Ulrike

              cmaeusezahl
              Mitglied seit 23. 10. 2014
              DHG-Huforthopäde/-in

              Hallo Ulrike,
              die Vorgeschichte, dass die Unterschiedlichkeit der Füße akzeptiert wurde, klingt eigentlich gut. Eine Fühligkeit kann neben zu dünnen Sohlen bspw. auch von unangenehmen Empfindungen in den Gelenken bei unebenem Untergrund herrühren, daran sollte man bei Kiras Diagnose denken. Ist sie denn mit Hufschuhen besser gelaufen? Wenn das Stolpern weiterhin mit Beschlag besteht, würde ich die Eisen abnehmen lassen und die Hufe weiterhin in der Variante barhuf und im Gelände Hufschuhe betreuen lassen. Das erspart wie oben erwähnt die größeren Korrekturen und das zusätzliche Gewicht der Beschläge. Wurde denn chiropraktisch/osteopathisch abgeklärt ob das Stolpern von weiter oben kommen kann? Sattel und Zähne sind in Ordnung?
              Vielleicht für eine Zweitmeinung und Einschätzung vor Ort einfach mal eine/n KollegIn fragen, manchmal sieht ein Außenstehender noch andere Ansatzpunkte - es stehen einige in unserem Reister die gar nicht weit weg sind.
              Liebe Grüße, Carina

                • 1