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Beurteilung Hufe

Sonja
Mitglied seit 12. 07. 2019

Hallo,

ich wollte die Hufe von meinem Warmblut einmal beurteilen lassen und was man evtl. ändern könnte

Pferd geht schon seit einigen Jahren Barhuf aber ist immer wieder fühlig, mal mehr mal weniger

ich denke, dass die Hufe evtl. zu flach sind und die Trachten ein wenig runtergeschoben sind
weiters hat er denke ich ein wenig einen zwanghuf

aktuelle bilder im anhang + seitenbild

kurz zur haltung/fütterung: pferd steht im offenstall, teils geschottert bei heuraufe sonst wiese bzw. etwas gatsch
heu ad libitum + hafer, elektrolyte

wird viel bewegt und gearbeitet - mindestens 6 mal die woche (alles mögliche, dressur, springen, ausreiten, bodenarbeit) hierfür habe ich vorne hufschuhe der marke swiss galopper - sind sehr gut

bitte um konstruktive Hinweise und Vorschläge, Dankeschön

    adecker
    Mitglied seit 05. 03. 2014
    DHG-Huforthopäde/-in

    Hallo Sonja,
    durch das massive Beraspeln der Wände im vorderen Tragrandbereich verliert die Hornkapsel an diesen Wandabschnitten die ihr zugedachte Tragfähigkeit.
    Dadurch wird der Trachtenbereich stark überlastet und verändert sich dementsprechend, wie von ihnen beobachtet, sehr ungünstig.

    Die beschriebenen Probleme lassen sich vermutlich sehr gut lösen wenn der Huf anders bearbeitet wird.

    Herzliche Grüße
    Alexander Decker

      Sonja
      Mitglied seit 12. 07. 2019

      Hallo Alexander,

      vielen Dank für Ihre Antwort - das hab ich mir bereits gedacht,... nur wird sonst die Zehe bei ihm so lang und flach - wie sollte man in so einem Fall vorgehen?

      Danke!

        adecker
        Mitglied seit 05. 03. 2014
        DHG-Huforthopäde/-in

        Hallo Sonja,
        natürlich muß an der Zehenwand auch gearbeitet werden, nur anders:-)
        Die ausgeprägte Beraspelung, beschränkt auf den unteren Bereich der Wand, führt dazu das die Zehe so lang und der Winkel so flach wird.
        Die Zehenwand hat sich durch diese Bearbeitungstechnik vom Hufbein entfernt, ein für das Pferd nicht gerade angenehmer Zustand.
        Mit einer angepassten Raspeltechnik, welche die Zehenwand auf einen sinnvollen Abrieb setzt, kann das Horn sich wieder an die Form des Hufbeins anpassen.
        Korrekt ausgeführt und entsprechende Geduld vorausgesetzt hat, diese Maßnahme einen sehr positiven Effekt auf den gesamten Huf -
        die Trachtenregion mit eingeschlossen.

        In unserer Infothek ist ein Artikel verlinkt, in dem dies noch etwas ausführlicher beschrieben wird:

        https://www.dhgev.de/infothek/fachartikel-beitraege/bearbeitung-von-schiefen-hufen-mecklenburger-pferdejournal/

        Herzliche Grüße

          Sonja
          Mitglied seit 12. 07. 2019

          Vielen Dank Alexander für Deine ausführliche Antwort - ich werde mir das zu Herzen nehmen, will ja dass er eigentlich problemlos barhuf läuft - doch im moment ist er wirklich etwas fühlig.

          Eine Frage noch: woher kann man sagen, dass sich die Zehenwand vom Hufbein entfernt hat ohne ein Röntgenbild? Habe leider nur RöBis von vor 8 Jahren von der AKU. Aktuelle habe ich leider nicht.

          Vielen dank und liebe Grüße, Sonja

            alinhard
            Mitglied seit 10. 02. 2014

            Hallo Sonja,
            man braucht nicht zwangsläufig ein Röntgenbild, wenn wie auf dem Foto z.B. vorne rechts (seitliche Aufnahme) zu sehen ist, dass die Zehenwand einen deutlichen Schwung aufweist, die Zehenwand sich also bereits vom Hufbein entfernt hat. Und wie Ali schon geschrieben hat, was eben gar nicht geht, ist einfach zur Begrenzung der Zehenwand eine von uns sogenannte "Bullnase" dran zu raspeln; also die Wand einfach zu berunden. Die Zehenwand gehört bis zum Boden in einer geraden Linie entsprechend der Fessel.
            Liebe Grüße,
            Angelika Linhard

              Sonja
              Mitglied seit 12. 07. 2019

              Danke für Eure Antworten - die Bearbeitung der Hufe wird in Zukunft anders und hoffentlich besser, sodass die Hufe wieder gesund werden

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