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Einblutungen in der Sohle

Eva
Mitglied seit 09. 03. 2016

Hallo.

Ich besitze seit 2,5 Jahren eine inzwischen 16-jährige Traberstute, die ich vorher als RB schon kannte (insg. etwa 4,5 Jahre). Die Stute läuft seit ich sie kenne, barhuf, hat eine relativ dünne Sohle und ist (auch deshalb?) sehr fühlig; über Schotter etc. geht sie nur ungern. Dennoch hatten wir noch keine Abszesse oder ähnliches. Im Oktober mussten wir, arbeitsbedingt, den Stall und damit auch den Hufpfleger wechseln. Heute war der Hufpfleger zum Ausschneiden da und hat Einblutungen in der Sohle in allen vier Hufen (stärker in den Vorderhufen, schwächer hinten) gefunden. Schon die letzten beiden Male hat er kleine Abszesse (beides Mal hinten links)gefunden.Dazu kommt auch, dass ich das Futter umstellen musste, da sie aufgrund des Stallwechsels und Umzugsstress rapide abgenommen hatte. Der Hufpfleger führt die Einblutungen auf die Futterumstellung und die Wurmkur (Anfang des Jahres) zurück und möchte in 8 Wochen nochmal sehen, wie es aussieht. Nachdem ich aber jetzt etwas recherchiert habe, bin ich verunsichert, ob das nicht zu spät ist. Vor allem die Anzeichen auf Hufrehe machen mir Sorgen. Folgendes macht mich stutzig:

- Warum hat sie, seit er sie ausschneidet, Abszesse, die sie in den 4,5 Jahren vorher nicht hatte? Wurden diese nur nicht gefunden oder schneidet er falsch?
- Eine Einblutung entsteht ja eigentlich durch Druck von innen oder außen, was hat da die Futterumstellung bzw. die Wurmkur mit zu tun?
- Ist das wirklich so "harmlos" wie er es darstellt, wenn es an allen vier Hufen gleichzeitig auftritt?
- Meine Stute geht bzw. ging nicht lahm. Sie ist allerdings auch eine von den Pferden, die Schmerzen erst relativ spät zeigen. Daher beunruhig es mich umso mehr, dass sie heute auf die Druckprobe mit der Zange vorne reagiert hat.

Nun wende ich mich mit meinen Sorgen an dieses Forum um auch andere Meinungen zu hören. Gerne kann ich morgen auch Bilder der Hufe einstellen. Wozu raten sie mir? Sollen ich den TA kommen lassen und Röntgenbilder machen lassen? Gibt es vll. einen Kollegen, den sie für Aichach(Bayern) empfehlen können?

    krasch
    Mitglied seit 28. 01. 2014
    DHG-Huforthopäde/-in

    Hallo Eva,
    man merkt, Sie haben bereits gut recherchiert und sich mit der Problematik befasst und im Prinzip haben Sie selbst auch schon die meisten Antwortmöglichkeiten aufgeführt, die es gibt. Aus der Ferne ist es schwierig, einzuschätzen, was im Fall Ihrer Stute zutrifft. Natürlich kann der Wechsel des Hufbearbeiters eine Erklärung sein - es könnte sein, dass er tatsächlich anders am Huf arbeitet und die Einblutungen und "Abszesse" provoziert oder aber, er arbeitet einfach "gründlicher" und er thematisiert diese Dinge evtl. erstmals, im Unterschied zum vorhergehenden Hufbearbeiter?
    Auch schon allein ein Stallwechsel, kann enorme Veränderungen an den Hufen hervorrufen. Andere Gegebenheiten bei Böden und Bewegung, auch wenn sie für den Menschen gar nicht offensichtlich sind, können solche Dinge nach sich ziehen. Hinzu kommt, dass der Winter einige kurze Frostperioden aufwies. Gefrorene Böden rufen bei dünnsohligen Pferden nicht selten Einblutungen in den Sohlen hervor.
    Zu Ihrer Frage nach dem Zusammenhang von Futterumstellung und Wurmkur: Insofern diese Umstellung des Futters oder die Chemiebombe Streß für den Körper darstellt (Sie schreiben auch, dass Ihre Stute abgenommen hat, das deutet ebenfalls auf Streß) so kann sich dies in den Hufen niederschlagen. Das würde dann allerdings zunächst nicht die Hufsohlen, sondern zu allererst einmal die Blättchenschicht betreffen. Sind die Einblutungen denn im Horn der Sohlen oder im Horn der Blättchenschicht oder in beidem? Wenn Sie Bilder der Hufe (siehe unsere Fotoanleitung) einstellen, wäre das für die weitere Ursachensuche in jedem Fall hilfreich.

    Ad Abszesse: Ich nehme an, es handelt sich um Fäulnisstellen (beginnende Hufgeschwüre) nicht um ein eitriges Geschehen? Wo wurden diese gefunden, unter den Eckstreben, in der Blättchenschicht, in der Sohle?

    Ad Anzeichen auf Hufrehe: Was genau meinen Sie?

    Mit freundlichen Grüßen
    Konstanze Rasch

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