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Fehlstellung Huf

Vanessa
Mitglied seit 09. 07. 2015

Hallo,
ich habe einen 4 Jahre alten Quarter Horse Wallach der immer wieder taktunrein läuft bzw lahmt. Wir sind uns ziemlich sicher dass es von den Hufen kommt und haben jetzt Röntgenbilder gemacht. Leider hab ich von meinem Tierarzt nur die Aussage erhalten: Er steht schief drauf und das sollte man korrigieren. Aber was genau schief ist, wie es zu korrigieren ist, was für Probleme er dadurch mit den Sehnen/Bändern hat/bekommen kann und ob und was ich in dieser Zeit im ihm arbeiten soll hat man mir leider gesagt :-( Mein jetziger Huforthopäde ist gerade im Urlaub und konnte sich die Bilder noch nicht anschauen. Grundsätzlich möchte er aber den schwarzen Bockhuf flacher bekommen und gerade ausrichten, da er wohl so nach innen verdreht ist, und dann den weißen Huf steiler bekommen.
Was mit als Leihe beim anschauen der Bilder Sorgen bereitet ist, dass man auf den Bildern vom rechten Huf kaum noch Material zwischen Knochen und dem Boden sieht. Besteht hier die Gefahr eines Durchbruchs??
Ich bin gerade sehr verunsichert und hoffe Sie können mir etwas weiter helfen.
Im Voraus schon mal vielen Dank für die Hilfe! Das Forum hier ist wirklich super!!

    Vanessa
    Mitglied seit 09. 07. 2015

    So sehen die Hufe aktuell aus:

      aarnold
      Mitglied seit 28. 01. 2014
      DHG-Huforthopäde/-in

      Hallo Cowgirl,
      sie müssen sich keine Sorgen machen hinsichtlich der Sohlendicke am rechten Huf, hier ist auf dem Röntgenbild einfach nicht der komplette Huf abgebildet, die Sohle ist einfach nicht ganz auf dem Bild und kann daher in der Dicke nicht beurteilt werden.
      Die Röntgenbilder sagen einem aber schon mehr als „nur“ ein schiefes draufstehen. Bei beiden Hufen ist das Strahlbein verändert. Beim Rechten in der Form und auch in der Struktur, sowie am unteren Bandansatz, beim Linken mindestens auch im Bereich des unteren Strahlbeinbandes. Bei beiden Strahlbeinen erscheint der Knochen im Bereich der Sehnengleitfläche verstärkt, was ein Hinweis darauf sein kann, dass der Knorpel in der Sehnengleitfläche bereits etwas Abgebaut ist. Hier wären aber um eine genauere Diagnose stellen zu können mindestens noch 2 weitere Röntgenaufnahmen notwendig die das Strahlbein zeigen.
      Pferde mit einem Hufrollenbefund – und darauf läuft es bei Ihrem Pferd hinaus – haben häufig Probleme mit ständig wiederkehrenden Stellungsänderungen. Auch ein möglichst „gerader“ Huf der auf Symmetrie ausgerichtet ist trägt hier nicht wirklich Rechnung. Des Weiteren sieht man auf den Röntgenbildern dass die Gelenkspalten von Fesselgelenk, Krongelenk und Hufgelenk nicht im gleichen Winkel liegen. Eine Hufbearbeitung die darauf abzielt das Hufgelenk „gerader“ auszurichten würde die Situation für das Kron- und Fesselgelenk verschlechtern. So einfach ist also eine Stellungskorrektur hier nicht und schon gar nicht wenn man übliche Gesichtspunkte wie gerades Aufstellen der Gliedmaße oder eine steilere oder flachere Stellung der Hufe als Maßstab hat.
      Aber selbst Pferde mit einem Hufrollenbefund müssen nicht zwingend deswegen Lahm gehen. Häufig stellt sich die Lahmheit erst ein weil es dem Pferd nicht zugelassen wird die Hufe nach seinen Möglichkeiten zu nutzen. Eine Hufbearbeitung die sich also mehr nach den Nutzungsspuren am Huf richtet als eine Stellungsänderung herbeiführen zu wollen ist für solche Hufe wichtig.
      Auf den Fotos der Hufe die sie eingestellt haben sieht man dass die Wände teilweise stark verbogen sind. Eine genauere Hufbeurteilung kann man aber nur abgeben wenn mindestens auch die Sohlenansicht der Hufe zur Verfügung steht. Vielleicht möchten Sie noch weitere Bilder hier einstellen? In der Hufbearbeitung würde ich darauf zielen diese verbogenen Wände in Angriff zu nehmen. Es ist für das Pferd zumindest äußerst ungemütlich sich auf solche Wände zu stellen und nimmt ihm die Möglichkeit die Hufe nach seinen Bedürfnissen zu nutzen. Sind solche Hufe erst einmal „saniert“ bleibt häufig von einer Hufrollenproblematik nicht viel übrig.
      Ihr Pferd scheint Rechts die Hufzehe über den Boden zu ziehen, zumindest sieht man entsprechende Abnutzungsspuren am Huf. Zusammen mit dem Befund dass hier auch der steilere Huf ist (ich würde ihn aber nicht als Bockhuf bezeichnen) kann ein Hinweis darauf sein dass das Problem in der Schulter zu suchen ist.
      Lieben Gruß
      Astrid Arnold

        Vanessa
        Mitglied seit 09. 07. 2015

        Hallo Astrid,
        vielen lieben Dank für die ausführliche und schnelle Antwort. Anbei noch 2 Bilder von der Sohle. Vor zwei Wochen hatte ich erst eine Osteopatin da die ihn komplett durchgecheckt hat und außer einer Blockade am Kreuz-Darm-Bein konnte sie nichts feststellen. Und ja ich habe einen kleinen Schlurfer. Die Hinterhufe zieht er so arg nach dass er sich da immer die komplette Zehe abschleift. Das ist schon seit ich ihn habe (1,5 Jahre) so, aber keiner hat bisher eine Ursache gefunden. Und ja den schwarzen schleift er auch ein bisschen. Das ist aber erst seit kurzem so. Was sehr auffällig ist, dass mit dem schwarzen Huf nicht richtig auffußt, sondern seitlich kippt. Er fußt immer zu erst mit der Außenkante auf und "kippt" dann nach innen.
        Liebe Grüße
        Vanessa

          Vanessa
          Mitglied seit 09. 07. 2015

          Ich habe mal noch die beiden alten Röntgenbilder von der AKU beigefügt. Diese wurden im Februar 2014 gemacht. Ist vielleicht zum vergleichen ganz interessant....

          Oakstyle000.jpeg (148,93 KiB)
          Oakstyle005.jpeg (119,29 KiB)
          Oakstyle012.jpeg (134,64 KiB)
          Oakstyle007.jpeg (151,12 KiB)
            aarnold
            Mitglied seit 28. 01. 2014
            DHG-Huforthopäde/-in

            Hallo,

            das seitliche Aufsetzen des rechten Hufes kommt ursächlich aus dem Karpalgelenk und liegt daran dass hier die Verdrehung der Gliedmaße bereits anfängt. Ganz wird man das also nicht verhindern können.

            Auf den Ankaufsröntgenbildern sieht man ebenfalls bereits Veränderungen am Hufrollenbereich, insbesondere VR. Man kann auch aufgrund der Knochenstruktur und der teilweisen Verdickung der Kompakta (Knochenränder in der Gelenkfläche) auf Arthrosen in den anderen Gelenken schließen. Wie wurden ihnen denn die Röntgenbefunde bei der Ankaufsuntersuchung erklärt?

            Das nachschleifen der Hinterhand kann verschiedenste Probleme haben. Es wäre ein Hinweis auf unter Anderem Spat, was ich mir gut vorstellen kann da ja allgemein die Gelenkflächen auffällig erscheinen.

            Ich würde trotzdem erst einmal beim Huf ansetzen. Mir erscheinen die Hufe recht ohne Substanz. Der Tragrand ist recht abgelaufen und die Sohle erscheint relativ dünn. Zusammen mit den verbogenen Wänden, lasst das alles dem Pferd vom Huf aus schon nicht zu, seine Gliedmaßen so zu nutzen wie es für seine Bedürfnisse am besten wäre. Eine Hufbearbeitung die auf abrupte Stellungsänderungen verzichtet ist notwendig. Jede Stellungskorrektur die den Huf mit von unten Kürzen gerade richtet raubt vermehrt Hufhorn, da sich der Huf mit verstärktem Abrieb auf der nicht gekürzten Seite wieder in seine alte Stellung zurückläuft.

            Lieben Gruß Astrid Arnold

              Vanessa
              Mitglied seit 09. 07. 2015

              Hallo,

              eigentlich hatten mir zwei Tierärzte bei der Ankaufsuntersuchung gesagt, dass die Bilder ohne Befund sind. Ich habe heute aber noch mal einen Termin um die Bilder in Ruhe zu besprechen und werde da Ihren Verdacht auch ansprechen.

              Vielen Dank und liebe Grüße
              Vanessa

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