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Hornsäule

Isi40
Mitglied seit 31. 01. 2015

Mein 17-jähriger Isländer hat möglicherweise eine Hornsäule. Ich habe vor einiger Zeit an de Zehenspitze vorne rechts eine Anomalie festgestellt. Die Stelle ist oval und gelblich direkt an der weissen Linie.
So lange ich denken kann, hat mein Pferd dazu geneigt sich auf engem Raum etwas humpelnd umzudrehen. Bei Reiten und auf der Weide insbesondere auf geraden Strecken läuft er nicht lahm, oder zumindest nicht merkbar. Nun ist seit einigen Monaten doch erkennbar, dass er den rechten Vorderhuf weniger abläuft als den Linken. Mein Pferd war nie im Leben beschlagen worden. Er steht im Paddock mit einer Aussenbox. Der Paddock hat ein paar Steine/ Schotter. Er läuft nicht klamm darauf.
Nun meine Fragen:
1. wie kann ich mit Sicherheit feststellen, dass es wirklich eine Hornsäule ist? Röntgen?
2. mal abgesehen davon die Hufe nicht lang weden zu lassen, was kann ich tun?

Vielen Dank im voraus.

    wmartin
    Mitglied seit 22. 04. 2014

    Hallo Rina,

    mit Sicherheit diagnostizieren lässt sich die Hornsäule mit einer Röntgenaufnahme. Dabei wird sich dann eine Einziehung (kleine Einkerbung)des Hufbeins im Bereich der Hornveränderung, die Du in der weißen Linie gefunden hast, zeigen.

    Hornsäule ist die Bezeichnung für eine Anomalie in der Hornstruktur. Der Tragrand wird im Kronsaum in Röhrchenform produziert und wächst dann am Hufbein entlang nach unten. Dabei wird - quasi als Klettverschluss - zwischen Hufbein und Tragrand die weiße Linie produziert. (Am Ende des Hufbeins kommt dann das Sohlenhorn dazu, nur der Vollständigkeit halber.)
    Wenn jetzt das Hufbein eine Einziehung hat, am unteren Ende also eine kleine Ecke fehlt, können sich die Hornröhchen da nicht anpassen. Ein Loch sohlenseitig ist unpraktisch, daher füllt der Körper diese Lücke mit Horn der weissen Linie auf. Das geht meist zulasten der Qualität, daher solltest Du die Stelle im Blick haben und besonders gut reinigen.

    Eine Hornsäule hat nur dann Auswirkungen auf die Laufqualität, wenn Fäulnis einzieht und dadurch ein Hufgeschwür entsteht.
    Da Dein Isländer auf Steinen gut läuft, die Probleme beim Drehen schon länger bestehen und er jetzt den rechten Huf zu schonen scheint, solltest Du die Ursache nicht in der Hornsäule suchen, sondern einen Tierarzt, Osteopaten o.ä. hinzuziehen und weiter oben nach der Ursache fahnden.

    Viele Grüße
    Wibke Martin

      Isi40
      Mitglied seit 31. 01. 2015

      Vielen lieben Dank für die rasche Rückmeldung!
      Wir haben heute mal den Huf etwas nachgearbeitet, da kann man die Stelle gut erkennen. Sieht jetzt wie ein Bluterguss aus. Vielleicht doch keine Hornsäule?

      Ich habe mein Pferd auch auf dem Betonboden mal eng gewendet und es schien heute gar kein wirkliches Problem zu sein. Auf unebenem Boden gestern Abend sah das nicht so gut aus. Deutet wohl darauf hin, dass ihm der Druck auf die Sohle nicht angenehm ist.

      Das kann schon auch sein, dass da noch etwas anderes ist, nachdem der Kleine leider in jungen Jahren eine Sehnenverletzung an dem Bein hatte. Die Sehne war letztes Jahr wieder mal angelaufen, sie ist derzeit aber schön klar.

      Ich wäre um Ihre Einschätzung der beigefügten Fotos sehr dankbar!

        Isi40
        Mitglied seit 31. 01. 2015

        Hier ist noch ein Foto vom ganzen Huf seitlich

          krasch
          Mitglied seit 28. 01. 2014
          DHG-Huforthopäde/-in

          Hallo Rina,
          den Bildern nach zu urteilen, sieht es nicht so so aus, als würde es sich
          bei der Stelle nur um einen "Bluterguss" handeln. Es scheint doch eher
          eine Einziehung im Hufbein zu sein. Ich kann dies auf den Fotos nicht
          genau erkennen, ist die Stelle etwas feucht? Gibt es eine (wenn auch nur
          minimale) Abgrenzung zwischen dem rot eingefärbten Bereich und dem
          angrenzenden Horn? Ich würde hier, denke ich, weiter sondieren (schneiden),
          um festzustellen, ob es sich um eine Hornschwiele oder nur um eine
          einfache Hornsäule handelt.
          Haben Sie ältere Bilder von diesem Huf (nach Bearbeitung)?
          Mit freundlichen Grüßen
          Konstanze Rasch

            Isi40
            Mitglied seit 31. 01. 2015

            Diese Anomalie war anfangs ganz deutlich eingegrenzt, gelblich und oval mit einem Ring herum. Leider habe ich dazu kein Foto, ist aber schon seit ca 1 Jahr so.
            Rötlich ist es jetzt seit spät im November in etwa.

            Er geht nicht wirklich lahm, ist fleißig und laufbereit beim Reiten, aber nicht ganz so spritzig wie er mal war.Das kann natürlich auch daran liegen, das er älter wird. Mir fällt jedoch auf, dass er nicht mehr so gerne mit unserem jungen Isi spielt und dass er sich manchmal auf unebenem Boden in engen Wendungen nicht ganz normal bewegt. Er versucht den Huf zu entlasten. Dies scheint nicht der Fall auf hartem Untergrund zu sein.

            Er hatte an dem Bein mal eine Verletzung der tiefen Beugesehne als Jungpferd.
            Er ist auch etwas zeheneng gestellt mit leicht ausgedrehter Schulter.

            Die Stelle ist nicht feucht und wächst definitiv von oben heraus.

            Ein Rätsel.

              krasch
              Mitglied seit 28. 01. 2014
              DHG-Huforthopäde/-in

              Hallo Rina,
              wenn es bei Ihnen zur Zeit ebenfalls frostig ist, wie Sie in Ihrer mail schreiben, dann besser nicht weiter sondieren/schneiden. Beobachten Sie die Stelle weiter und machen Sie bitte noch einmal Fotos vom Zustand der Stelle bei der nächsten Bearbeitung.
              Sofern man das aus der Ferne sagen kann, ist dies eine Hornanomalie.
              Die Frage ist, ob es sich nur um eine Hornsäule oder aber um ein Keratom handelt. Auf dem Röntgenbild wird in jedem Fall eine Einziehung im Hufbein zu sehen sein.
              Wenn es sich um eine Hornsäule handelt, dann ist diese momentan nicht infiziert, d.h. sie verursacht auch keine Lahmheit. Wenn es sich um ein Keratom handelt, dann sieht die Sache anders aus. Ich würde dies wie gesagt beobachten und später weiter sondieren …
              Mit freundlichen Grüßen
              Konstanze Rasch

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