Zum Hauptinhalt springen

Hornspalt am Kronsaum

Hilarius
Mitglied seit 06. 07. 2015

Hallo! Bei meinem Pferd würde vor knapp 2 Wochen ein kleiner Spalt, ausgehend vom Kronsaum entdeckt. Innerhalb von einer Woche wurde der Spalt dreimal so groß und blutet leicht nach kurzer Belastung. Zusätzlich geht er leicht lahm. Er würde bereits schwebend beschlagen und ein Steg eingeschweißt. Hat jedoch leider nichts geholfen, da der Spalt dennoch geblutet hat. Was würdet ihr hier empfehlen? Wie lange muss ich ihn in der Box lassen?? Danke!! Lg cari

image.jpg (930,85 KiB)
image.jpg (953,26 KiB)
image.jpg (889,37 KiB)
image.jpg (689,04 KiB)
image.jpg (1,09 MiB)
    Hilarius
    Mitglied seit 06. 07. 2015

    Ach ja, der Spalt ist vorne links auf der Innenseite und blutet bei Belastung. Was würdet ihr hier empfehlen??? Danke!!!

      aarnold
      Mitglied seit 28. 01. 2014
      DHG-Huforthopäde/-in

      Ursache dieses Hornspaltes ist die Zwang Huf Situation mit verschobenen Ballen ihres Pferdes. Die zehenenge Stellung wurde sehr stark korrigiert was häufig ein Problem darstellt gerade für so enge und steile Hufe wie es bei ihrem Pferd die Grundlage ist.
      Der äußere Bereich der Zehenwand wurde hier hoch belassen was bei Belastung zu einer Verkippung im Hufgelenk führt und das Hufbein diagonal auf die innere Trachte drückt. So sieht der Huf zwar gerader aus als es seine Stellung im eigentlichen zulässt, führt aber eben zu dermaßen ungünstigen Spannungen im Huf dass es zu Rissen kommen kann.
      Die schwebe am Huf die hier angebracht wurde hilft hier nicht weiter, wie sie ja schon festgestellt haben, im Gegenteil. So wie diese Schwebe angebracht wurde kommt jetzt noch mehr Bewegung in den Hufabschnitt. Solche Schweben können hinsichtlich eines Spaltes funktionieren wenn der Spalt unten am Huf ist, bei Kronrand Spalten ist diese Maßnahme nicht erfolgversprechend. Davon abgesehen dass eine solche Schwebe nicht geeignet ist die eigentliche Hufsituation zu verbessern, was ja die Grundlage sein muss um das Problem zu lösen, sondern nur angelegt ist den Spalt zu beeinflussen. Die Hufsituation selbst wird damit eher noch problematischer.
      Um dem Spalt beizukommen muss also die gesamte Hufsituation betrachtet und verbessert werden. Der Huf muss so bearbeitet werden dass möglichst wenig Bewegung in den Spaltbereich kommt. Das gelingt Barhuf meist besser als mit Beschlag. Bitte lesen Sie hier auch das Huftagebuch – Blutender Kronrandspalt Ganymedes – auf unsern Seiten.

        Hilarius
        Mitglied seit 06. 07. 2015

        Liebe Frau Arnold,
        vielen Dank für Ihre Antwort.
        Das klingt alles sehr plausibel. Könnten Sie mir nur etwas genauer beschreiben, wie der Huf hier zu bearbeiten wäre?

        Ich habe den Huf inzwischen auch von einem Tierarzt ansehen lassen; weiters wurde ein Röntgenbild angefertigt. Der TA meinte, dass der Huf in Richtung Bockhuf gehe und innen eine leichte Hufrotation wäre und daher entsprechend bearbeiten zu wäre.
        Er meinte auch, dass ich das Pferd nicht ohne Eisen laufen lassen könnten.

        Nun bin ich natürlich etwas verwirrt.

        Mittlerweise steht das Pferd drei Wochen in der Box und wird nur max. 30 min 5x die Woche im Schritt bewegt. Der Spalt ist nach unten nicht weiter aufgerissen; jedoch nach oben wieder. Der Riss nach oben ist jedoch nicht gerade weiter verlaufen, sondern macht eine leichte S-Form, wobei der neu aufgerissen Teil wesentlich schmäler wirkt. Ich denke, dass diese S-Form daraus resultiert, dass der anfängliche Spalt am Ende des Kronrandes einen kleinen "Knubbel" hatte, der grundsätzlich das Ende des Spaltes bildete. Leider war er dann (eher unüblich für ihn) auf der Koppel sehr aktiv, wobei dieser "Knubbel" durchgebrochen wurde, aber eben nicht nach oben sondern einige mm leicht seitlich und dann nach oben. Deshalb habe ich ihn nicht mehr auf die Koppel gelassen.

        Bisher hat der Spalt nicht mehr geblutet; das Pferd ist jedoch noch immer lahm, was auch im Schritt sichtbar ist.

        Ich wäre Ihnen daher dankbar, wenn Sie mir etwas genauer beschreiben könnten, wie der Huf barhuf zu bearbeiten wären oder gegebenenfalls jemanden im Raum Wien enpfehlen könnten.

        Vielen Dank!

        Lg Carina

          Hilarius
          Mitglied seit 06. 07. 2015

          Anbei noch einige neue Aufnahmen. Danke lg carina

          image.jpg (834,27 KiB)
          image.jpg (774,45 KiB)
          image.jpg (847,57 KiB)
          image.jpg (882,25 KiB)
            Hilarius
            Mitglied seit 06. 07. 2015

            Anbei sende ich Ihnen auch die Röntgenbilder zum Huf. Vielen Dank!

            image.jpg (363,82 KiB)
            image.jpg (563,03 KiB)
            image.jpg (468,21 KiB)
            image.jpg (377,35 KiB)
              aarnold
              Mitglied seit 28. 01. 2014
              DHG-Huforthopäde/-in

              Hallo,
              ihr Pferd hat eine sehr steile Fesselachse und tendiert zu einer leichten Flexion im Hufgelenk. Es geht sicher in Richtung Sehnenstelzfuß mit Beteiligung der Tiefen Beugesehne (Bockhuf), allerdings in einer leichten Ausprägung.
              Was alle diese steilen Hufe gemeinsam haben ist dass die Steile Stellung akzeptiert werden muss. Werden die Trachten auch nur ein wenig zu stark gekürzt kommt es zu einer Überlastung der Zehenwand und diese verbiegt sich dann wie bei einem Rehe Huf in eine konkave Linie, was man an der Zehenwand ihres Pferde gut erkennen kann. Auf den von ihnen eingestellten Bildern kann man gut sehen dass sich die Zehenwand im Verlauf der Beschlags Periode stärker verbogen hat, was auf das starke Kürzen der Trachten zurückzuführen ist.
              Die Trachten ihres Pferdes rollen sich ein und die Trachte auf der Seite mit dem Riss schiebt zusätzlich auch noch unter. Diese eingerollte und untergeschobene Trachte ist die Ursache für den Riss.
              Mit den Beschlag und der dazu notwendigen Hufbearbeitung entsteht nun ein Teufelskreis. Zum einen muss man ja vor dem neuen Beschlag die Hoch, aber auch lang gewordenen Trachten kürzen, was diese zunächst entlastet jedoch die Zehenwand mehr belastet und zum Verbiegen dieser führt. Im Laufe der Beschlags Periode werden nun die Trachten durch die Minderbelastung wieder höher und auch wegen der verbogenen Zehenwand mehr Belastet. So kommt es, dass nach einiger Zeit in der sich der Riss nicht verschlechtert hat, er von heute auf morgen weiter einreißt.
              Auch für die Hufrolle ist dieses Wechselspiel eine ungünstige Situation. Auf den Röntgenbildern kann man gut erkennen dass das Strahlbein bereits reagiert hat mit einer verstärken Kompakta an der Sehnengleitfläche und mit Formveränderung.
              Leider habe ich ihnen keine Empfehlung für einen Hufbearbeiter in der Umgebung von Wien. Auch ist es nicht leicht möglich ihnen Ratschläge für die Hufbearbeitung zu geben, zu komplex ist das Thema. Bitte lesen sie dazu auch den Text unter http://dhgev.de/fileadmin/content/downloads/articles/Problematik_Vorderfusswinkelung.pdf in unserer Infothek.
              Lieben Gruß Astrid Arnold

                aarnold
                Mitglied seit 28. 01. 2014
                DHG-Huforthopäde/-in

                Hallo,

                meine Kollegin Elisabeth Desch aus Österreich hat sich gerade bei mir gemeldet und würde sich evtl. den Hufen ihres Pferdes annehmen. Eine Kundschaft von Frau Desch zieht in die Gegend von Wien und von daher wird sie in diese Gegend fahren.
                Sie finden die Kontaktdaten von Frau Desch auf der Liste Huforthopäden. Sollten Sie Frau Desch kontaktieren wollen bitte per Telefon, sie ist momentan über PC nicht gut erreichbar.

                Lieben Gruß Astrid Arnold

                  • 1