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Hufproblem/Schmerzproblem

Zinca
Mitglied seit 30. 08. 2016

Hallo,
meine 6jährige Stute (vermutlich von Geburt an Bockhufe) hat ein schwerwiegendes Problem mit ihren Hufen. Im Februar hat sie sich die Hufe auf gefrorenem Boden zugezogen. Es wurde mit Phenylbutariem behandelt. Seit dem haben wir auch einen anderen Hufpfleger. Nun hatte sie von Sonntag auf Montag nacht plötzlich heftige Schmerzen vorne rechts - Vermutung lag bei Hufabszess. Abends kam dann endlich der Ta, bis dahin lag sie viel und hat ansonsten versucht auf vorne links zu stehen. TA war da. Diese meinte Hufrehe (ggfs. Medikamentenrehe weil zwischenzeitlich immer mal wieder mit Phenylbutariem kurzzeitig unterstützt wurde). Sie bekam dann Finadyne und Aspirin. Eine Stunde später lahmfrei..nun ca 18 Std. später, ist sie wieder vorne rechts stocklahm.Pulsation hat sie kaum eine..Ich vermute doch eher Hufabszess???
Wir haben auch gestern Röntgenbilder gemacht. Ich hänge diese mal mit an.. vielleicht kann mir auch wer etwas zur Bearbeitung sagen. Die ersten 2 sind aus dem Februar diesen Jahres, die anderen 2 von gestern..

2016 links.JPG (28,59 KiB)
    krasch
    Mitglied seit 28. 01. 2014
    DHG-Huforthopäde/-in

    Hallo Zinca,
    die Röntgenbilder zeigen zu beiden Zeitpunkten eine starke Schere zwischen Hufbeinrücken und Zehenwand. Da eine solche (auch im Zuge eine Hufrehe) nicht von heute auf morgen entsteht, haben Sie hier aller Wahrscheinlichkeit nach die Ursache des ersten Reheschubes im Februar. Ich weiß nicht, wieviele Tage nach der Februar Hufrehe die ersten Röntgenbilder entstanden sind, aber evtl. war auch die Sohlensituation bereits so ungünstig - also die Hufbeinspitze sehr dicht am gefrorenen Boden - was einen zusätzlichen Auslöser für den Hufreheschub hergab und was eine unmittelbare Folge der bestehenden Zehenwandrotation (= Schere) ist.

    Leider ist es, den Röntgenbildern nach zu urteilen, in den vergangenen Monaten nicht gelungen, Ihre Stute aus dieser ungünstigen Hufsituation herauszuholen. Der Hufzustand ist dramatisch. Ein Grund hierfür kann in der Bearbeitung liegen. Möglicherweise ist Ihr alter wie Ihr neuer Hufbearbeiter bemüht, die Trachtenhöhe der Bockhufe zu reduzieren. Das hält die Zehenwandrotation aufrecht (hat sie ursprünglich auch überhaupt hergestellt) und macht die Hufe nicht nur beständig rehegefährdet, sondern birgt auch insgesamt ausreichend Schmerzpotential und wegen der nicht intakten Blättchenschicht auch die Gefahr von Hufgeschwüren und Hufabszessen.

    Ich verstehe Sie richtig, dass momentan nur der rechte (stärker bockhufige) Vorderhuf betroffen ist? Es kann beides sein, Hufreheschub oder Hufgeschwür/abszess, wobei der schnelle Wechsel zwischen hochschmerzhaft und lahmfrei eher auf letzteres hindeutet.

    Sie können gern Fotos der Hufe einstellen, dann kann ich meine Aussagen zur Bearbeitung noch konkretisieren.

    Mit freundlichen Grüßen
    Konstanze Rasch

      Zinca
      Mitglied seit 30. 08. 2016

      Hallo,
      leider haben die Bilder etwas länger gedauert. Sind aber auch nicht so toll geworden, allerdings kann man die Katastrophe sehr gut sehen. Die Kleine macht leider immer noch mit dem Hufabszess rum. Inzwischen kam es allerdings schon mal am Kronrand raus..nur noch nicht vollständig.. von unten traut sich weder Hufbearbeiter noch Tierarzt dran - was mir allerdings ganz recht ist.
      Der weiße Huf ist der rechte..mit Abszess und bockhufiger..
      Die Schere zwischen Wand und Hufbein hat sie mindestens seit sie 2 ist (nun 6)..für mich gipfelt der Huf zur Zeit in der schlimmsten Verfassung.. Da fragt man sich, warum man "Profis" dran läßt.. Und ja, er hat an den Trachten gearbeitet, sowie auch die Zehe berundet..beim letzten Mal auch erheblich Hufwand weggenommen, da sie sich in den Kronrand drücken würde und die Außenseiten wachsen seit geraumer Zeit außen wesentlich schneller als innen, allerdings hat er es "geschafft", dass auch im Zehenbereich etwas wächst, was vorher nicht der Fall war..

        krasch
        Mitglied seit 28. 01. 2014
        DHG-Huforthopäde/-in

        Hallo Zinca,
        die Bilder sind in der Tat nicht gut. Der dramatische Hufzustand wird jedoch in jedem Fall sichtbar. Was ich nicht zusammen bekomme, ist Ihre Aussage "lahmfrei" und der tatsächliche Hufzustand.
        Ihnen ist bewusst, wie groß die Schädigung der Hufe ist? Auch ganz unabhängig vom aktuell zusätzlich schmerzhaften Abszessgeschehen - welches Sie aber unbedingt und so schnell als möglich stoppen müssen, wenn der Schaden nicht noch größer werden soll. Auch der dunkle, linke Huf ist nicht abszessfrei, wie die Zusammenhangstrennung im Kronrand zeigt. Sie benötigen ein medikamentelles und hygienisches Management, welches die Erreger hinter der Hornwand bekämpft und den Nachschub von unten stoppt. Dazu muss sich jemand auch von unten an den Huf herantrauen, aber mit Sachverstand und ohne den Schaden zu vergrößern.

        Wie lange nach dem ursprünglichen Reueschub im Februar trat die einseitige Absenkung beim rechten Vorderhuf auf (mediales Einsinken)?
        Mit freundlichen Grüßen
        Konstanze Rasch

          Zinca
          Mitglied seit 30. 08. 2016

          Die Absenkung an sich ist schon vor 4 Jahren passiert - bei der Vorbesitzerin, die das Pferd in ein "Westerntraining" gegeben hat. Damals wurden Eisen drauf gezimmert und das wars. Seit nun 3 Jahren versuchen wir den Hufzustand zu verbessern. Dieser "Knick" ist im Juli nach der Bearbeitung passiert.
          Lahmfrei war sie an dem Montag als sie erstmalig das Medikament bekommen, welches am Dienstag aber kaum Wirkung noch zeigte...
          Die Kleine bekommt zur Zeit noch Entzündungshemmer, Schmerzmittel gespritzt sowie über das Futter verabreicht. Der rechte Huf wird täglich 12 Std. mit Rivanol angegossen. An den anderen 12 Stunden wird auf den Abszess Zugsalbe verwendet. Das hilft ihr zur Zeit. Der TA ist seit der Akutphase alle 2-3 Tage vor Ort und schaut es sich an. Das Schmerzmittel wurde inzwischen auf 1/3 reduziert. Zudem hat sie 24 Stunden Hufschuhe an, die ich mehrmals täglich wechsel, reinige. Mein Hufmensch traut sich nicht an den Abszess, auch der TA nicht - wie bisher. Auch werde ich hier in der Gegend keinen "Besseren" finden. Die Ernsthaftigkeit dieser Hufe ist mir durchaus bewusst..daher melde ich mich ja hier.. ich merke ja, dass wir uns in einer Sackgasse befinden und ich sie nun trotz Änderung am Hufbearbeiter auch wieder nicht in den Griff bekomme..Es ist als "Normalmensch" schwer zu beurteilen, wie hier die richtige Bearbeitung auszusehen hat..Da kann ich noch so viele Bücher lesen..
          Der Hufbearbeiter hatte vor 2 Wochen die Tragwände deutlich gekürzt, da sie sich sehr nach oben geschoben hatten bzw. dort schon waren. Vorher konnte sie mit ihren Hufschuhe schmerzfrei laufen und die Hufbearbeitung hatte jedes mal eine Verbesserung/Erleichterung gebracht. Die Winkelung der Knochen ist seit Frühjahr deutlich besser, da nicht jedes Gelenk mehr eine Achsbrechung hat, sondern immerhin eine gerade die Linie bildet...

            krasch
            Mitglied seit 28. 01. 2014
            DHG-Huforthopäde/-in

            Hallo Zinca,
            ich meinte den Zeitpunkt des "Knicks", also das mediale Einsinken des Hufbeines. Sie sprechen wahrscheinlich von der Schere (Zehenwandrotation) die vor 4 Jahren passierte.
            Ich würde Ihnen gern helfen, dazu müsste ich aber einschätzen können, was momentan bearbeitungstechnisch am Huf passiert. Wir sollten hierfür am besten telefonieren, es sind noch zu viele Fragen ungeklärt.

            Vielleicht können Sie TA und oder Hufbearbeiter zumindest dazu überreden, den Abszess am linken Vorderhuf zu spülen, also das Rivanol mit stumpfer Kanüle in die Zusammenhangstrennung zwischen Sohle und Tragrand zu bringen. Das Angießen hat den Nachteil, dass hier stets die gesamte Hornkapsel erweicht wird, was das Abzessgeschehen anheizt und die Stabilität untergräbt. Außerdem gelangt der Wirkstoff nicht wirklich an die Stelle des Geschehens, hilft also nur wenig, die Keime zu stoppen.

            Mit freundlichen Grüßen
            Konstanze Rasch

              Zinca
              Mitglied seit 30. 08. 2016

              Ja, telefonieren macht es bestimmt einfacher. Unter der Nummer im Impressum anrufen oder gibt es noch eine und wann wäre es am Besten?
              Danke schon mal..Hilfe können wir definitiv gebrauchen

                krasch
                Mitglied seit 28. 01. 2014
                DHG-Huforthopäde/-in

                Hallo Zinca,
                ja am besten auf dieser Festnetznummer. Bitte Nachricht und Nummer hinterlassen, wenn ich nicht da sein sollte, ich rufe dann zurück.
                Konstanze Rasch

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