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Hufrehe

Pauline
Mitglied seit 15. 03. 2021

Hallo,
mein Pflegepferd ist ein Isländer und hat schon seit letztem Jahr Hufrehe, er ist 14 Jahre alt. Letztes Jahr im Sommer lahmte er erst auf einem Vorderbein, wir vermuten, dass durch die folgende ständige Überbelastung des anderen Vorderbeins eine Belastungsrehe entstand, die sich auf beide Vorderhufe ausdehnte. Er kämpfte lang und hat es aber nach ca. zwei Monaten aus dem Schub geschafft. Er bekam Boxenruhe, nur noch Heu, Schmerzmittel und Entzündungshemmer. Geholfen hat damals letztendlich eine Blutegeltherapie in Kombination mit Kräutern. Damals wurde auch ein Röntgenbild gemacht, welches zeigte, dass das Hufbein schon recht weit abgesenkt war... Er bekam während des Schubes auch einen speziellen Rehebeschlag. Dieser wurde jedoch Ende Dezember vom Hufschmied wieder geändert, woraufhin sich ein neuer Schub entwickelte (unsere Vermutung, kann auch durch etwas anderes ausgelöst worden sein). Der Hufschmied änderte darauf den Beschlag wieder in den Rehebeschlag. Er wurde erneut einzeln gestellt, bekam Boxenruhe und nur noch Heu in geringen Maßen. Es wurde jedoch nicht wirklich besser. Daraufhin haben wir wieder eine Blutegeltherapie versucht in Kombination mit Kräutern. Unterstützend haben wir Akupunktur ausprobiert. Doch es wurde nicht wirklich besser. Er sollte eigentlich vor einer Woche eingeschläfert werden, doch am selben Tag lief er deutlich besser. Trotzdem ist es immer noch nicht gut und er hat gute und schlechte Tage. Seine Hufe sind nicht mehr so warm, er bekommt jedoch momentan auch Schmerzmittel, welches auch die Entzündung hemmt. Wir füttern derzeit eine Kombination aus Equipalazone, Traumeel, Kurkumawurzel, Teufelskralle-Ingwer-Liquid, Alpengrünmüsli von Agrobs und No 2 von Kristallkraft. Er steht jetzt tagsüber wieder in seiner Herde und frisst dort mit Heu, über Nacht steht er einzeln im Paddock.
Ich habe in den Anhang ein paar Bilder eingefügt. Wir wissen nicht mehr, was wir noch machen sollen, damit er es aus diesem Schub schafft. Vielleicht hat irgendjemand eine Idee, was noch helfen könnte. Ich bin für jeden Tipp dankbar.
(Ergänzung zu den Bildern: Wir wissen, dass seine Hufe momentan zu lang sind, da jedoch schon beim letzten Mal der Beschlag die Situation verschlechtert hat, wollen wir da eigentlich momentan nichts ändern...)

    cmaeusezahl
    Mitglied seit 23. 10. 2014
    DHG-Huforthopäde/-in

    Hallo Pauline,
    können Sie die Röntgenbilder bitte einstellen? Das würde die Beurteilung und was man Ihnen hier raten kann sehr erleichtern. Sie schreiben, derzeit bekommt der Isländer Equipalazone - erhält er das durchgängig seit Beginn des Schubes? Insbesondere Ponyrassen vertragen dieses Medikament oft schlecht und es kann sie auch im Schub halten. Generell ist während eines akuten Reheschubes weniger mehr, auch was unterstützende Futterzusätze betrifft, weil der Stoffwechsel bereits auf Hochtouren läuft. Ich würde alles erstmal weglassen und schauen was sich mit alleiniger Heudiät tut (welcher Schnitt ist das Heu? zuckerreich??). Schmerzlindernd kann man Pappelknospen oder Weidenrinde/Mädesüß (bei Pferden die keine Probleme mit dem Magen haben) füttern.
    In welchen Abständen werden denn die Hufe bearbeitet und warum werden die Hufe nicht barhuf saniert? Unserer Erfahrung nach gelingt das barhuf in kurzen Intervallen u.U. mit der Verwendung von Hufschuhen sehr viel besser als mit einem permanent angebrachten Beschlag, zumal das Beschlagen schmerzender Füße ohnehin fraglich ist.
    Schauen Sie doch mal in unserem Huforthopäden-Register, wer in Ihrer Gegend ist und zu einer Zweitmeinung herangezogen werden kann.
    Alles Gute für das Pferd.
    Liebe Grüße, Carina Mäusezahl

      Pauline
      Mitglied seit 15. 03. 2021

      Liebe Carina,
      vielen Dank für die schnelle Antwort. Ich kann mich um die Röntgenbilder kümmern, da ich aber als Pflegerin nicht im direkten Kontakt mit der Tierärztin stehe, dauert das Organisieren wahrscheinlich ein paar Tage. Er erhält Equipalazone nicht seit Beginn des Schubes, aber auch mit einem anderen Schmerzmitteln hat es nicht besser funktioniert (es wurde vorher Metacam gegeben). Aber vielleicht haben Sie ja noch eine Empfehlung für ein gutes Schmerzmittel? Barhuf haben wir im ersten Schub versucht, damit ist er aber noch viel schlechter gelaufen. Bezüglich des Beschlags werden wir uns aber mal um eine Zweitmeinung kümmern, das ist in jedem Fall sinnvoll. Bezüglich des Futters können wir eine alleinige Heudiät ausprobieren, das Heu ist nicht zuckerreich, das haben wir bereits geprüft.
      Vielen Dank und liebe Grüße,
      Pauline

        cmaeusezahl
        Mitglied seit 23. 10. 2014
        DHG-Huforthopäde/-in

        Hallo Pauline,
        das mit den Röntgenbildern verstehe ich. Vielleicht klappt es ja doch. Haben Sie vielleicht ein Bild vom ganzen Pferd, wo der Hals auf der Seite ohne Mähne zu sehen ist? Ist dieser am Mähnenkamm weich oder hart?
        Wenn das Heu zuckerarm ist ist es auf jeden Fall eine gute Basis und es sollte sich zusammen mit einer durchdachten Verbesserung der Hufsituation zeitnah Schmerzlinderung einstellen. Ich vermute, dass die unbequemen Hufe und der entgleiste Stoffwechsel hier für die Probleme ursächlich sind. Bitte haben Sie Verständnis, dass in diesem Forum keine Empfehlungen für Medikamente gemacht werden können. Ich kann nur sagen, dass sich meine Kundenpferde mit alternativmedizinischen Schmerzmitteln (s.o.), Blutegeln und teilweise Horizontaltherapie schnell verbessert haben. Vielleicht können Sie, neben einer optimierten Barhufbearbeitung, eine versierte TierheilpraktikerIn zu Rate ziehen.
        Liebe Grüße, Carina

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