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Hufrehe nach Hufwandresektion als Zufallsbefund

R.Buhr
Mitglied seit 21. 08. 2019

Hallo,

am 4.8.2019 ritt ich mein Pferd ganz normal und stellte ich es im Anschluss in die Box.
Am 5.8. bekam ich einen Anruf, dass er nicht auf die Koppel gestellt wurde, da er nicht „sauber“ lief. Er konnte sich so gut wie nicht vorwärts bewegen da er nicht nur lahmte, sondern auch komplett schief war. Er wurde am gleichen Tag osteophatisch behandelt und war im Schritt lahmfrei. Die Osteophatin stellte Pulsation an 3 Beinen fest. Dieses war für mich nicht so ganz nachzuvollziehen. Ich fühlte diese „Mini“-Pulsation nur vorne rechts. An den anderen Beinen nicht.
Am nächsten Morgen lahmte er vorne rechts und der Tierarzt wurde konsultiert. Auch der Tierarzt konnte nur eine minimale Pulsation vorne rechts feststellen. Auf die Hufzange gab es zu keinem Zeitpunkt eine Reaktion. Auf hartem Boden zeigte sich die Lahmheit sehr deutlich, währenddessen auf weichem Hallenboden so gut wie nicht zu sehen war.
Da an diesem Bein Okt/2017 schon einmal ein Hufgeschwür vorhanden war, wurde ein Hufverband angelegt und bis Freitag, den 9.8. der Huf 2 Mal am Tag angegossen. Am Freitag reagierte er auf die Hufzange des Tierarztes an der Hufspitze, ebenso zeigte er auf Druck eine Reaktion an der Beugesehne.
Einen Tag später lief er ausgesprochen schlecht. Ich habe ihn weiterhin 2 Mal am Tag angegossen. Nachmittags lief er immer besser als morgens. Am Dienstag den 13. Erneuter Besuch des Tierarztes. Jetzt zeigt er keine Reaktion auf die Hufzange und auf Druck auf die tiefe Beugesehne. Im Schritt konnte war keine Lahmheit mehr zu sehen. Jedoch im Trab, je länger, desto mehr lahm. Es wurde Röntgenaufnahmen angefertigt. Auf der Röntgenaufnahme konnte eine Rotation des Hufbeines um ca. 6-8 Grad festgestellt werden, sowie eine Verbreiterung der weißen Linie an der Hufspitze.
Im Anschluss wurde zuerst die Innenseite des Fußes anästhesiert. Die Lahmheit war in gleicher Stärke nach wie vor vorhanden. Nach der Anästhesierung der Außenseite des Hufes war er lahmfrei. Er bekam nun einen trockenen Hufverband mit einem leichten Keil und Schmerzmittel. Am 18.08. bekam er morgens das letzte Mal Equipalazone und am 19.08. war er im Trab auf hartem Boden mit Verband lahmfrei. Ohne Verband konnte nur noch eine leichte Fühligkeit bemerkt werden.

Vorgeschichte:
Im Oktober 2017 hatte er ein Hufgeschwür, das 12 Tage gedauert hat, um sichtbar zu sein.
Da, es nur im Vordergrund verschwand, tauchte es im Januar 2018 wieder auf. Es wurde ein Stück der Hufwand entfernt ca 4 cm breit und 7 cm hoch. Auch hier wurden Röntgenaufnahmen gemacht, bei denen keine Rotation des Hufbeines festzustellen war.
Er wurde beschlagen und war von diesem Zeitpunkt an lahmfrei. Der Huf ist innerhalb von einem Jahr ganz normal gewachsen. Es gab zu keinem Zeitpunkt Anlässe, bei denen man eine weiterführende Problematik erahnen könnte.

Unsere Vermutung ist, dass es sich zurzeit um eine massive Hufprellung handelt und die Rehe nur ein Zufallsbefund auf Grund der Hufwandresektion ist.

Meine Fragen dazu:
Gibt es Hufrehe nur auf einem Bein? Das Pferd ist 1,80 m groß und dünn.
Würden Sie Spezialbeschlag empfehlen?
Muss die Zehe zwingend entsprechend gekürzt werden?
Bildet sich so eine Rotation wieder zurück?

    bhoellmer
    Mitglied seit 11. 02. 2014
    DHG-Huforthopäde/-in

    Guten Tag Frau Buhr
    Wäre es möglich das Sie die Röntgenbilder Ihres Pferdes hier einstellen sowie Huffotos lt. Anleitung erstellen und hier hochladen.

    Viele Grüße Birgit Höllmer

      Davinia
      Mitglied seit 29. 01. 2018

      Guten Tag Frau Höllmer,
      der Huf trägt derzeit noch Hufverband, der erst am nächsten Montag abgenommen wird und die Röntgenbilder sind bei meinem Tierarzt auf dem Laptop. Ich müsste ihn fragen, ob er sie mir zur Verfügung stellt. Mein Pferd ist jetzt lahmfrei, aber der Verband bleibt noch bis nächsten Montag am Fuß. Am Huf selbst gibt es keine Reheringe. Mit anderen Worten: "Er sieht ganz normal aus, ohne äußerlich erkennbare Deformationen."
      Meine Recherchen haben ergeben, dass es nach Hufwandresektionen zu hohlen Wänden und auch Hufrehe kommen kann. Meine Frage geht er dahin, wie ich damit künftig umgehen muss.
      Viele Grüße
      Reinhild Buhr

        bhoellmer
        Mitglied seit 11. 02. 2014
        DHG-Huforthopäde/-in

        Guten Tag Frau Buhr
        Die Bilder wären wichtig um Ihnen hier einen fundierten Rat zu geben.
        Es gibt eben auch die Möglichkeit das an dem betreffenden Huf durch die vorausgegangen Bearbeitungen Veränderungen stattgefunden haben das es sich wie ein Rehe Geschehen darstellt aber eigentlich keines ist.
        Ohne Fotos vom Huf lässt sich nicht sagen wie Sie damit umgehen können bzw. Ob die Ursache nicht tatsächlich in vorausgegangen Bearbeitungen zu suchen ist.
        Vielleicht warten wir die Fotos ab dann lässt sich mehr sagen .

        Viele Grüße Birgit Höllmer

          Davinia
          Mitglied seit 29. 01. 2018

          Guten Morgen Frau Höllmer,

          endlich konnte ich auch die Röntgenbilder anhängen. Bis zum letzten Sontag war alles auf einem sehr guten Weg und ich dachte schon wir haben es überstanden. Aber mein Pferd ist leider etwas ausgerastet. Das führte dazu, dass er am Montag wieder sehr lahm war. Das Fesselgelenk war auch wieder etwas geschwollen. Dieser Zustand war am Dienstag aber schon fast verschwunden.
          In der nächsten Woche wird er zu weiterführenden Untersuchungen in die Klinik fahren. Ich hoffe, dass die Bilder für Sie erkennbar sind.

          Viele Grüße Reinhild Buhr

          reFuß.jpg (37,66 KiB)
          reFuß_v.jpg (42,13 KiB)
          reFuß_vv.jpg (34,45 KiB)
            bhoellmer
            Mitglied seit 11. 02. 2014
            DHG-Huforthopäde/-in

            Hallo Frau Buhr

            In der seitlichen Aufnahme des Beines zeigt sich tatsächlich eine Schere zwischen Hufbeinrücken und Zehenwand .
            Diese Schere entsteht aber nicht nur durch einen Reheschub , auch vorausgehende Eingriffe wie beispielsweise eine starke Resektion der Hufwand und / oder Stellungskorrekturen führen eben zu diesem Bild.
            In jedem Fall sollte die Bearbeitung in beiden Fällen darauf abzielen diese Schere zu beseitigen, das gelingt unserer Erfahrung nach bestens am Barhuf.
            Es kann gut sein das die aktuelle Hufsituation für ihr Pferd so anstrengend ist das es wieder mit Lahmheit bei mehr Belastung reagiert, auch daher sollte möglichst schonend bei jeder Bearbeitung die Situation verbessert werden.
            Zu Ihrer Frage nach einem Spezial Beschlag und einem radikalen kürzen der Zehe , ich würde Ihnen nicht dazu raten. Möglicherweise werden bei so einem starken Eingriff Hufbeinträger und alle beteiligten Strukturen so belastet das der gewünscht positive Effekt nicht eintritt und noch mehr Schaden entsteht.
            Bei der festgestellten Rotation wurde sicherlich die Schere zum Hufbein Rücken vermessen , die Knochen Säule zeigt sich auf den Bildern ungebrochen , das lässt sich durch angepasste Bearbeitung oft wieder gut reparieren.

            Vielleicht ist es noch möglich das Sie die Hufe anhand unserer Anleitung fotografieren und auch die Fotos hier einstellen.

            Viele Grüße Birgit Höllmer

              Davinia
              Mitglied seit 29. 01. 2018

              Hallo Frau Höllmer,
              mein Pferd steht seit letzter Woche in der Klinik. Die Tierärztin dort, hat ein Hufgeschwür gefunden, ohne Eiter. Im Szintigramm wurde dieser Befund bestätigt. Er wurde letzten Donnerstag operiert. Dieses Hufgeschwür ging leider bis zum Knochen. Zur Zeit habe ich leider keine Gelegenheit Bilder zu machen. Er bekam orthopädischen Beschlag und eine Einlage, die er tragen soll, bis es zur Hälfte runter gewachsen ist. Mit anderen Worten: Dieses Problem wird uns nun monatelang beschäftigen. Barfuß wäre in der Gegend, in der wir zu Hause sind super gefährlich, da wir kaum Weg haben, auf denen kein Steine liegen.

              Viele Grüße Reinhild Buhr

                bhoellmer
                Mitglied seit 11. 02. 2014
                DHG-Huforthopäde/-in

                Hallo Frau Buhr

                Ich wünsche Ihnen das es Ihrem Pferd bald wieder besser geht.
                Wenn Sie möchten können Sie hier gern noch einmal berichten oder auch Fotos einstellen vom weiteren Verlauf.

                Viele Grüße Birgit Höllmer

                  Davinia
                  Mitglied seit 29. 01. 2018

                  Hallo Frau Höllmer,

                  mein Pferd steht noch immer in der Klinik. Es hat sich nicht nur ein Hufgeschwür, ohne Eiter, gebildet, sondern auch noch eine Hornsäule, die ganz offensichtlich Druck auf das Hufbein ausgeübt hat. Dieses alles ist operativ entfernt worden. Nach den ersten 3 Wochen war fast alles verhornt, bis auf ein kleines Areal. Hier haben Coli-Bakterien erneut Eiter entwickelt und dieser Bereich musste noch einmal nach geschnitten werden. Dabei wurde auch vom Hufbein krankes Gewebe herunter gekratzt und die Antibiose wurde entsprechend angepasst. Dieses verheilt jetzt scheinbar gut und es ist fast alles geschlossen und annähernd trocken, wobei das Hufbein auch nicht mehr frei liegt. Er läuft jetzt ohne Schmerzmittel fast lahmfrei. Meine Hoffnung ist, dass wir nächste Woche nach Hause können. Nun habe ich gelesen, dass Hornsäulen immer wieder entstehen können. Wie man sich unschwer vorstellen kann, stellen sich mir sofort wieder neue Fragen.

                  Wird mich diese Situation wahrscheinlich immer wieder beschäftigen weil man auch am Hufbein Gewebe abkratzen musste?
                  Wird er zwangsläufig immer wieder zu Entzündungen des Hufbeines neigen?
                  Gibt es etwas, was man vorbeugend dagegen unternehmen kann?
                  Ist Magnetfeldtherapie jetzt und auch später, vor allem für den Bereich, der sich momentan noch mausig macht, eine gute Therapie?
                  Ich habe gelesen, dass wenn die Durchblutung angekurbelt wird, sich das auf die Hornbildung so auswirken könnte, dass eine neue Hornsäule entsteht.

                  Gibt es Erfahrungswerte zu diesem Thema?
                  Viele Grüße Reinhild Buhr

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