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Hufspalt seit 11 Jahren

Loreen
Mitglied seit 17. 04. 2016

Liebes Huforthopädie-Team

Ich wende mich an euch, weil ich das Gefühl habe nach 11 langen Jahren hartnäckigen Hufspalts ohne Erfolg, von euch noch etwas erfahren zu können, was wir noch nicht in Betracht gezogen haben......

es wird viel geschrieben über Hufspalte, meistens in Zusammenhang mit Fehlbelastungen am Huf.

Mein 25jähriger Connemara-Wallach, den ich seit 20 Jahren habe und der immer barhuf ging, ist vor 11 Jahren in ein Armierungseisen getreten weil man am Hof betonierte und er sich vom Anbinder losriss. Das Eisen rammte er sich in den Kronrand des linken Vorderhufs. Die Verletzung war tief und wurde vom TA und mir mit Betadine gewaschen und regelmässig verbunden. Als die Wunde sich verschloss wuchs ein Loch vom Kronrand abwärts, bis es nach 10 Monaten den Boden erreichte. Mit Erreichen des Bodens platzte der Huf von unten bis zur Mitte auf und so nahm unsere Geschichte ihren Anfang.

Seither haben 6 Schmiede und 3 Huforthopäden ihr Glück versucht. Nach eineinhalb Jahre Beschlag(Doppelkappen sehr eng gelegt, Pony lief immer klamm), war der Spalt zwar herausgewachsen und die Freude gross.... aber nur bis 2 Tage nach der Eisenabnahme. Dann riss alles von vorne, zuerst kaum zu sehen, dann wieder bis zur Hufmitte nach oben.

Es begann eine Odysee mit Orthopädischer Hufbearbeitung und Röntgen. Der Spalt reicht bis auf die Lederhaut, geblutet hat er jedoch nie. Mit guter Hufbearbeitung gelang es ihn zu bändigen und auf Hufmitte oder darunter zu halten. Fäulnis war unser ständiger Feind und Begleiter und machte mir das Leben schwer. Bei feuchtem Wetter riss er schon mal bis 2cm unter den Kronrand. Mein HP schnitt ihn aus damit ich besser putzen und desinfizieren konnte. Mit dem regelmässigen Beraspeln und Kurzhalten, haben wir ihn wieder zur Hufmitte zurückgedrängt. Dort ist er nun und es fiel auch schon der Satz: Den Hufspalt wird er wohl bis ins Grab mitnehmen.

Ist das tatsächlich so, dass vom Kronrand her kein tragfähiges Horn mehr nachwächst und es ab der Mitte wieder gespalten wird ?
Gibt es für uns gar keine Lösung ???

Ihr seid meine letzte Anlaufstelle bevor ich endgültig aufgebe.....

Vielen Dank im Voraus für Eure Antwort und die Zeit die Ihr Euch genommen habt.

    aarnold
    Mitglied seit 28. 01. 2014
    DHG-Huforthopäde/-in

    Hallo,

    ohne die gesamte Hufsituation genauer zu kennen ist es sehr schwierig etwas dazu zu sagen. Bitte stellen Sie doch Bildmaterial hier ein. Wenn Sie haben auch die Röntgenbilder.

    Sie beschreiben ja dass es gelungen ist über kurze Hufe den Spalt bis auf die Mitte zurück zu drängen. Das lässt vermuten dass die Hebel am unteren Hufbereich das Problem sind. Aber auch dafür gibt es viele Möglichkeiten.

    Lieben Gruß Astrid Arnold

      Loreen
      Mitglied seit 17. 04. 2016

      Vielen Dank für die Antwort.

      Ich werde aktuelle Fotos machen und einstellen.

      Ich habe noch Bilder vom letzten Jahr (ein Röntgenbild und ein Foto aus der Beschlagszeit, als wir versuchten dem Spalt mit Doppelkappen Herr zu werden).

      IMG_1464.JPG (1,66 MiB)
      IMG_0575.JPG (2,16 MiB)
        aarnold
        Mitglied seit 28. 01. 2014
        DHG-Huforthopäde/-in

        Hallo,

        die Bilder geben schon erste Hinweise. Bitte machen sie aber auch noch aktuelle Bilder, und bitte auch welche vom anderen Vorderbein, es wäre schön wenn man vergleichen könnte.

        Auf dem Röntgenbild sind Linien eingezeichnet. Ist das die Vorgabe durch den Tierarzt wie der Huf damals bearbeitet werden sollte?

        Lieben Gruß Astrid Arnold

          Loreen
          Mitglied seit 17. 04. 2016

          Liebe Frau Arnold

          die Linien im Röntgenbild entstanden während einer Diskussion mit dem TA über die Strasser Methode (wurde aber nicht umgesetzt). Ich bin in der glücklichen Lage eine HO zu haben, die mir sehr ausführlich die Unterschiede Strasser/Biernat erklären konnte.

          Heute habe ich noch ein paar Fotos gemacht. Im Innern des Spaltes ist als braune Oberfläche ein Überrest der Keralit Undercover Paste zu sehen, die ich regelmässig einstreiche.

          Wie gesagt, ich habe den Spalt freigelegt um den Schmutz entfernen zu können, der sich hineingedrückt hatte.

          Foto des anderen Vorderbeins folgt.
          Besten Dank

          hufspalt.jpg (226,31 KiB)
          Vorderhuf 1.jpg (724,41 KiB)
            aarnold
            Mitglied seit 28. 01. 2014
            DHG-Huforthopäde/-in

            Bitte senden Sie doch auch noch Sohlenansichten mit.
            LG Astrid Arnold

              Loreen
              Mitglied seit 17. 04. 2016

              Ich werde noch bessere Fotos machen, direkt nach der nächsten Hufbearbeitung.

              DSC_0087.JPG (204,12 KiB)
                aarnold
                Mitglied seit 28. 01. 2014
                DHG-Huforthopäde/-in

                Hallo,

                Das momentane Problem welches den Spalt sich nicht verschließen lässt sind die Hebelkräfte die jedoch hier schon von den Seitenwänden ausgehen.

                Die Zehenwand ist recht dünn gehalten um den Hebel an dieser zu minimieren, das Raspel Bild ist mit einem konkaven Verlauf nach oben gestaltet (Rieddach nach JB). So zu arbeiten schaltet ja auch tatsächlich den Hebel an der Zehenwand sehr gut aus, führt jedoch häufig dazu, dass die Seitenwände überlastet werden und diese verbiegen.

                Dazu kommt dass das Pferd auf einem Wandüberstand steht, mit einem schrägen Wandverlauf auch an der Hufinnenseite. Dies bewirkt erhebliche Hebelkräfte auf die Wände, insbesondere auf weichem, die Sohle ausfüllenden Boden.

                Mein Ziel bei der Hufbearbeitung dieses Hufes wäre daher vorrangig gegen die hebelnden Seitenwände vorzugehen und dazu bräuchte es meiner Meinung nach, neben Hufen die so kurz wie möglich gehalten werden , eine breiter gelassene Zehenwand.

                Den Spalt so zu öffnen ist immer auch 2schneidig. Zum einen kommt man der Fäulnis in dem Spalt zwar besser bei, dort die Fäulnis zu bekämpfen ist immens wichtig, es führt aber auch dazu dass das Blättchenhorn und evtl. der Hufbeiträger frei gelegt ist und nun austrocken kann, was ihm sehr schadet. Daher sollte man sehr darauf achten das die Stelle innen ausreichend Feuchtigkeit bekommt und behält. Hierzu eignen sich verschiedene Pflegemittel für die Haut, wie man sie z.B. auch bei Mauke oder Sommerekzem nimmt. Wenn es irgend geht würde ich das Aufmachen des Spaltes vermeiden.

                Lieben Gruß Astrid Arnold

                  Loreen
                  Mitglied seit 17. 04. 2016

                  Sehr geehrte Frau Arnold

                  vielen Dank für Ihre Stellungnahme, es leuchtet mir ein und wenn ich mich recht erinnere haben wir den Spalt etwas besser im Griff gehabt als wir den Huf kürzer gehalten haben.

                  Das war bei meiner letzten HO der Fall. Ich muss aber dazu sagen dass mein Pony damals nach der Bearbeitung etwas fühliger lief, teilweise erschreckend klamm auf jedes Steinchen reagierte.

                  Nun läuft er recht locker ohne Hufschuhe mit diesen länger gelassenen Wandüberständen.

                  Ich werde das Problem nochmals mit meiner jetzigen HO besprechen und nach der Bearbeitung erneut Fotos machen.

                  Besten Dank
                  Freundliche Grüsse

                    Loreen
                    Mitglied seit 17. 04. 2016

                    Sehr geehrte Frau Arnold
                    hier die aktuellsten Fotos. Meine HO hat mir erklärt, sie könne den Wandüberstand nicht noch mehr reduzieren, da sie sich im Zehenbereich an der Sohle orientiert und der Huf dort bereits auf Sohlenniveau bearbeitet ist.

                    Sie kann ihn nicht flacher stellen, das verträgt er nicht, das leuchtet mir auch ein. Die Seitenwände seien auch nicht allzu schräg sagte sie, es würden keine sehr grossen Hebel wirken.

                    Wir haben jetzt die Bearbeitungsperiode weiterhin auf 3 Wochen angesetzt.
                    Eine Tierheilpraktikerin gab mir auch noch den Tip mit Lorbeeröl den Kronrand geschmeidig zu halten und somit auch belastbarer.

                    Freundliche Grüsse