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Nichtinfektiöse Huflederhautentzündung verursacht von starker Hufknorpelverknöcherung

Bettwegner@gmail.com
Mitglied seit 05. 04. 2020

Hallo ,
ich habe einen 24 jährigen WB Wallach der seit 2,5 Jahren abwechselnd rechts und links Hufabszesse hat .
Diese kommen immer nach vermehrter Bewegung ( wird seit 4 Jahren nicht mehr geritten ).
Seit 4/19 lebt er im Aktivstall und ist vorne beschlagen .
An der Spitze wurde ein Stollenloch ins Eisen gebohrt , damit das Sekret ablaufen kann . Bis 11/19 lief alles gut , bis der Schmied krankheitsbedingt nicht beschlagen konnte .
Pferd lief gar nicht mehr .
Ich dachte schon ans Einschläfern.
Zu dieser Zeit fand ich einen neuen Schmied . Dieser diagnostizierte beidseits Hornsäulen.
Im Dezember wurden sie entfernt .
Er lief mit Eisen sehr gut .
Bis ich mit ihm wieder länger spazieren ging .
Nach zwei Tagen war er stocklahm und unter der Sohle im vorderen Bereich war wieder diese weiße Flüssigkeit.
Meine Vermutung ist nun , dass vermehrte Bewegung diese Problematik , bedingt durch die massiv verknöcherten Hufknorpel , ausgelöst wird .
Liege ich da richtig .

    cmaeusezahl
    Mitglied seit 23. 10. 2014
    DHG-Huforthopäde/-in

    Hallo,
    bitte stellen Sie Huffotos beider Vorderhufe aus den gängigen Ansichten nach Anleitung (oben rechts im Reiter) ein, damit man konkrete Aussagen zum Fall Ihres Pferdes machen kann.
    Wie ist die Heilung nach den Hornsäulen-OPs verlaufen und wie sah die Wundversorgung aus?
    Herzliche Grüße,
    Carina Mäusezahl

      Bettwegner@gmail.com
      Mitglied seit 05. 04. 2020

      Hallo , die Heilung verlief bis auf einen leichten Lederhautvorfall gut .
      Die Problematik , dass nach Belastung ( länger Spaziergang oder Klettern , immer unter der Sohle ein Sekret gebildet wird

        Bettwegner@gmail.com
        Mitglied seit 05. 04. 2020

        Hallo , die Heilung verlief bis auf einen leichten Lederhautvorfall gut .
        Die Problematik , dass nach Belastung ( länger Spaziergang oder Klettern , immer unter der Sohle ein Sekret gebildet wird

          cmaeusezahl
          Mitglied seit 23. 10. 2014
          DHG-Huforthopäde/-in

          Hallo,
          danke für die Fotos. In welchen Abständen werden die Hufe denn bearbeitet?
          Leider sind die Hufe in einem unbalancierten, wenig bequemen Zustand. Die Trachten schieben massiv unter, die Zehen sind lang bzw. der Huf ist hier insgesamt sehr überständig, es befindet sich viel Zerfallshorn in der Sohle, es gibt "Fitzel", Überhänge und Taschen am Strahl wo sich Schmutz gut halten kann. Die Seitenwände hebeln, es gibt im Zehenbereich Stauchungen bis in den Kronsaum. Ich denke, die Hufknorpelverknöcherung macht dem Pferd die wenigsten Probleme.
          Wie Sie es beschreiben mit den vielen Hufabszessen in der Vergangenheit und wie die Verfärbungen im Bereich der Crena (wo geschnitten wurde), anzeigen, sitzt im Huf oder in beiden noch ein infizierter Kanal und/oder eine Höhle wo vermutlich seit längerer Zeit Fäulnisbakterien arbeiten und eine Entzündung hervorgerufen haben. Wenn Sie dem Pferd mehr Bewegung verschaffen öffnet sich der Kanal offensichtlich und das Sekret kann abfließen. Was erst einmal positiv zu werten ist, denn wenn es sich verkapselt kann es zur Abszessbildung und Lahmheit kommen. Man wird hier noch einmal sondieren müssen wo genau die Infektion sitzt und diese materialschonend behandeln. Mit Hilfe milder desinfizierender Mittel sollte man danach schnell Verbesserungen feststellen. Sie können selbst durch Hufbäder und/oder Spülen und Tamponieren helfen - lassen Sie sich von Ihrem Hufbearbeiter oder Tierarzt einweisen.
          Haben Sie schon darüber nachgedacht die Hufe auf barhuf umzustellen? So könnte man die Hufe prima in kurzen Abständen sanieren (Sie selbst kämen auch viel besser an die betroffenen Stellen heran um die Ausheilung zu unterstützen) und dem Pferd mittelfristig wieder zu komfortablen Füßen verhelfen.
          Wo sind Sie denn zu Hause? Am sinnvollsten ist meiner Meinung nach immer eine individuelle Beratung vor Ort. Schauen Sie ruhig einmal in unserem Register hier auf der Webseite wer in Ihrer Nähe tätig ist (viele KollegInnen fahren auch weitere Touren).
          Beste Grüße, Carina Mäusezahl

            Bettwegner@gmail.com
            Mitglied seit 05. 04. 2020

            Hallo Carina ,
            vielen Dank für deine Erklärung.
            Ich habe meinen Wallach genau vor einem Jahr beschlagen lassen , da er vor Schmerzen (Druck auf die Sohle ) nicht mehr laufen konnte.
            Der Schmied hat vorn ein Stollenloch gebohrt , so dass ich den Kanal gut säubern konnte .
            Anfang Dezember wechselte ich den Schmied (krankheitsbedingt).
            Der neue Schmied operierte mit TÄ die Hornsäulen an beiden Hufen , kürzte die Zehe sehr Und beschlug ihn.
            Er stand allerdings bis Ende März auf einem Krankenpaddock .
            Seit Anfang April läuft er wieder im Aktivstall und prompt lahmte er.
            Es kam wieder gräuliche Flüssigkeit raus .Die Hufe werden aller 5 Wochen bearbeitet .
            Ich würde ihn , nachdem das Loch rausgewachsen ist , wieder Barhuf laufen lassen . Habe aber Angst , dass er wieder nicht laufen kann .
            Ich habe 2018 die Hufe mit verschiedenen Mittel gebadet und desinfiziert. Leider ohne Erfolg . Welches ist ein gutes Mittel ?
            Pferd steht PM
            Liebe Grüße Bettina

              cmaeusezahl
              Mitglied seit 23. 10. 2014
              DHG-Huforthopäde/-in

              Hallo Bettina,
              wie ist der Untergrund im Aktivstall beschaffen, leben dort andere Pferde barhuf? Wenn ja sollte die Umstellung zu schaffen sein, man kann in der Anfangszeit mit Hufschuhen unterstützen sollten die Hufe doch zu kurz werden oder durch die ausgeschnittenen Areale im Zehenbereich noch etwas instabil sein. Und ein weiterer Faktor ist, wie entspannt ist die Herde - sollte ihr Pferd viel von anderen Pferden bewegt werden ist das natürlich in die Abriebthematik einzubeziehen.
              Ich arbeite gern mit Belavet, Octenisept, Prontosan Spüllösung oder kolloidalem Silber (also die Mittel nicht direkt hintereinander anwenden, sondern jeweils nur eins davon). Frei geschnittene Löcher oder Kanäle kann man mit Göttlis Hufpaste ausfüllen damit kein Schmutz hinein gelangt.
              Laut Landkarte kommen am ehesten folgende Kolleginnen in Frage, die nicht so weit entfernt von Potsdam arbeiten: Claudia Nix, Lisa Hunger, Tanja Ruge - ich weiß nicht ob eine von ihnen derzeit freie Kapazitäten hat aber vielleicht klappt es ja.
              Viel Erfolg und liebe Grüße, Carina

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