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rissige hufe/lahmheit

insa
Mitglied seit 02. 09. 2016

Hallo,
mein 19jähriger Wallach hat ca seit ende Juli ein Problem mit ziehmlich rissigen Hufen. vielleicht kann mir hier ja jemand nützliche Ratschläge geben. Er hatte nie eisen, trägt im Gelände Hufschuhe, ist nicht umgezogen, ect. . .
Leider habe ich die risse zubanfang nich so ernst genommen.
Vorne rechts hat er einen seitlichen riss und zusätzlich eine leichte Lahmheit. Ob das eine mit dem anderen zusammenhängt ist bis her unklar.
ich habe bilder zur einschätzung dierekt nach dem schmied gemacht. Ich weis die bilder sind nicht perfekt, ich mache gerne neue, wenn das gewünscht wird.
Bin sehr gespannt, wie dieser huf hier so eingeschätzt wird...

    insa
    Mitglied seit 02. 09. 2016

    Die bilder muss ich leider nachreichen...das hochladen klappt leider nicht....

      nmartens
      Mitglied seit 23. 10. 2014
      DHG-Huforthopäde/-in

      Hallo Insa,

      Bild 2 zeigt einen Seitenwandspalt, der typisch ist für schrägwandige Hufe.
      Die Hornröhrchen verlaufen in den Eckstrebenwänden ebenfalls schräg und haben beim Wachsen die Tendenz sich auf die Sohle zu legen. Der Sohlenwinkel wird dadurch zugewuchert. Altes Horn wird hier festgehalten und drückt zusätzlich die hinteren Seitenwände nach außen. Diese verbiegen. Hier sollte gründlich gearbeitet werden und auch unter Umständen mit geeigneten Mitteln die Fäulnis bekämpft werden.
      Man sieht auch deutlich, dass der Schmied viel im Zehenbereich gearbeitet hat. Physologisch ist normalerweise der Tragrand in diesem Bereich aber breiter. Damit bekommen die Seitenwände viel Last und verbiegen zusätzlich. Dort wo die gerade Hornstrecke (Zehenbereich bis vordere Seitliche Wand ) auf die verbogene Seite trifft, entstehen Zerreißungen in der Blättchenschicht und Fäulnis kann einziehen, was wiederrum zu Hufgeschwüren (evtl. Lahmheit) führen kann.
      Allgemein kann man sagen, dass zuviel im Zehenbereich und zuwenig in den Seitenwänden gearbeitet wurde.

      Viel Glück für ihr Pferd und VG Natalia Martens

        insa
        Mitglied seit 02. 09. 2016

        Viel dank für die schnelle Antwort Natalia...
        das mein schmied seht viel an der Zehe von aussen geraspelt hat ist mir auch aufgefallen, Ich werde das beim nächsten Termin mit ihm besprechen.
        ich War mit ihm so verblieben den Huf alle 2 Wochen etwas nach zu raspeln...
        also die kante abrunden und den schiefen huf immer nen mm von unten an der längeren Seite zu kürzen.
        ich bin orthopäditechnikein und traue mir das technisch auf jeden Fall zu. Aber ist das in diesem Fall auch richtig?
        Die Risse desinfiziere ich immer mit einem lilanen Formaldehyd Präparat. ..den Namen hab ich grade nicht parat. .

          nmartens
          Mitglied seit 23. 10. 2014
          DHG-Huforthopäde/-in

          Die Schiefe eines Hufes kann viele verschiedene Ursachen haben. Danach sollte man entscheiden, wie man die Hufe bearbeitet. Das einseitige Kürzen kann falsch sein, wenn der Knochenverlauf schon unterschiedlich steile Hufwände vorgibt. Für die Gelenkspalten könnte das ungünstige Folgen haben. Einseitiges Kürzen kann z.B. nötig sein, wenn der Huf durch Schonhaltung unterschiedlich benutzt wurde. Pauschal kann man das also nicht sagen.
          Vlt.wäre es doch ratsam einen Huforthopäden draufschauen zu lassen.
          Formaldehyd ist obsoled( zumindest in der Humanmedizin) da es krebserregend wirkt. Warum es noch in der Tiermedizin angewendet wird, ist mir schleierhaft. Es ist am lebenden Gewebe ungesund für Pferd und Anwender.
          Wasser, Bürste und eine neutrale Seife bringen auch gute Erfolge, wenn man täglich pflegt. Ansonsten empfehle ich Octenisept. Da gibt es einige gut verträgliche Mittel.

            insa
            Mitglied seit 02. 09. 2016

            Ach du schande, warum sagt einem das denn keiner.....
            gut....lila zeug weg huforthopäde her.....
            vielen dank für die hilfe...
            ich werd mich dann hier mal umgucken wer aus meiner region kommt

              insa
              Mitglied seit 02. 09. 2016

              Ich habe mich heute entschieden nochmal einen TA drauf gucken zu lassen.
              Der TA Hat sich viel Zeit gelassen und alle beine gründlich begutachtet.
              Bei der Beugeprobe regierten alle beine auuser hinten links. Hi re hat er spat.
              Er hat die hufe mit einer zange abgedrückt.
              ergebnis....vorne überall total empfindlich, also zehe trachten, alles.
              hinten gar nicht empfindlich.
              er sagte oberhalb des tragrandes könne man bei beiden vorderbeinen fühlen, das da auch etwas wasser im gelenk ist.
              Mein pferd versucht ausserdem auf der zehe aufzutreten um die trachten zu entlasten sagt er.
              seine empfehlung.....schmerzmittel/entzündungshemmer und gepolsterte eisen.
              Bei den eisen habe ich so meine bedenken, da ich hier mehrfach gelesen habe das man risse nur aus dem huf bekommt ohne eisen.
              Was also tu ich jetzt?
              meine momentane übergangslösung ist.....schmerzmittel geben, das pferd auf eine weiche moorweide stellen (ab morgen) und jeden weg auf festem untergrund mit hufschuhen machen....
              wie ist hier die meinung zu eisen in diesem fall?
              Um eine schmerzlinderung zu erreichen doch temporär eisen?
              Oder gibt es doch eine andere lösung?
              Ich warte dringend auf Anregungen und infos

                nmartens
                Mitglied seit 23. 10. 2014
                DHG-Huforthopäde/-in

                Eine reine Beugeprobe ohne Röntgenbilder stellt noch keine Diagnose. Die Beugeprobe ist oft mit Fehlern behaftet. Dass die Hufe auf eine Zangenprobe empfindlich reagieren, wundert mich bei dem momentanen Zustand nicht.
                Gegen Eisen spricht, 1.)dass man die Fäulnis schlecht reinigen kann
                2.) dass bei jedem Beschlag das Pferd aufs Neue umgestellt wird (Kürzen, da kein Abrieb, schiefe Hufe müssen fürs Eisen gerade beschnitten bzw.beraspelt werden
                3.)Ein Eisen eine starre Unterlage (Klirrfaktor) ist, und auch mit Polster weniger elastisch als der Huf ist und damit schlechter für die Gelenke.
                4.)Das Gewicht des Eisens ist auch nicht zu vernachlässigen
                Die Liste ist lang...
                Meiner Meinung nach (habe auch ein Spatpferd) ist der größte Vorteil bei der Kombination Spat und Barhuf, dass das Pferd sich den Huf so einlaufen darf, wie es ihm am bequemsten ist.
                Das Pferd auf weichem Boden laufen zu lassen und bei Bedarf Hufschuhe zu nutzen, ist eine kluge Entscheidung.

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