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Röntgenbilder beurteilen

anna_218
Mitglied seit 28. 08. 2018

Hallo ihr Lieben, ich habe da einige Fragen bezüglich unserer röntgenbilder.
Ich habe 3 Tierärzte auf die Bilder schauen lassen und die sind alle nicht der selben Meinung wie mein Hufbearbeiter.
Zu dem Pferd...4 Jahre, seit jährling vorne beschlagen...seit 3 Monaten Umstellung auf barhuf...vor einem Jahr Umstellung auf barhuf aufgrund falscher Bearbeitung fehlgeschlagen...Pferd war so lahm dass er nicht mehr gehen konnte...Der Beschlag danach war leider auch kontraproduktiv...Die zehe viel zu lang, hat angefangen zu Schnabeln und untergeschobene Trachten...Das ganze war so schlimm dass uns die tragwand weggebrochen ist und im Endeffekt keine Eisen mehr gehalten haben...
Kann mir evtl. Jemand mehr zu den Röntgenbildern sagen?
Vielen lieben Dank schonmal :)

    anna_218
    Mitglied seit 28. 08. 2018

    Vielleicht sind huffotos noch von Vorteil. Sie sind 2 Tage nach der letzten Bearbeitung vor 2 Wochen entstanden. Das war insgesamt die 4te barhufbearbeitung.

      csulzbach
      Mitglied seit 07. 04. 2014
      DHG-Huforthopäde/-in

      Hallo Frau Both,

      Sohlenfotos (ebenfalls nach Bearbeitung) wären noch gut, um die Hufe besser beurteilen zu können.
      Und ein Gesamtbild des Pferdes um die Größenverhältnisse Huf/Pferd mit einbeziehen zu können.

      Wie Sie selbst schreiben, sind die Hufe auf den Bildern in keinem guten Zustand: von außen sieht man das an den vielen Querrillen/"Falten", den verbogenen Zehen (besonders VR) und die Trachtenwände wirken unphysiologisch gewölbt, was auf Sohlenansichten besser erkennbar wäre.

      Auf den Röntgenbildern kann man ebenfalls sehen, dass sich die Zehenwände vom Hufbeinrücken wegverbiegen. Da die Hufbeine - soweit in den vorliegenden Aufnahmen gezeigt - aber noch schön glatte Ränder haben und der verbogenen Zehenwand in ihrer Form noch nicht folgen (Schere zwischen Knochen+Hufwand), würde ich erst einmal hoffen, dass man das wieder in den Griff bekommen kann. Die Kronbeine sind - bei gleichmäßigen Gelenkspalten - allerdings schon schief. Die Seiten der Hufbeine kann man hier leider nicht sehen. Ich gehe davon aus, dass sie die Schrägen ebenso haben. Das bedeutet, eine gewisse Schiefe werden die Hufe - insbesondere VR - immer behalten. Dies sollte man bei der Hufbearbeitung respektieren und nicht versuchen, den Huf gerader zu schneiden, als er sein kann. Das Pferd wird es danken!

      Was sagten Ihnen denn die Tierärzte zu den Röntgenbildern? Den Einzeichnungen nach rate ich einmal, es es geht in Richtung Rehe?

      Schöne Grüße!

        anna_218
        Mitglied seit 28. 08. 2018

        Vielen Dank für die Antwort :) die restlichen Bilder reiche ich noch nach..also es geht darum..mein hufpfleger ist der Meinung dass mein Pferd mal eine rehe oder ähnliches gehabt haben muss...und der ist auch der Meinung dass laut den Bildern...eine hufbeinabsenkung und Rotation und Verkippung stattgefunden hat....
        Der erste Tierarzt hat gemeint dass wir die hufe mal in eine vernünftige Situation bringen sollen und dass wenn überhaupt ne minimale Senkung vorhanden ist und dass er wohl mal ne huflederhaut Entzündung gehabt haben muss...Der nächste, von dem diese röntgenbilder auch sind. Sagte es seinen typische vollbluthufe, bzw . Von einem ex galopper. Es wäre jetzt nichts dramatisches. Die hufe sollen ordentlich bearbeitet werden und dass das halt dauern wird. Barhuf wird er wohl nie gehen können da er sehr dünne Sohlen hat. Und der dritte hat gesagt die hufbeine wären leicht rotiert und das wäre aber nicht so dramatisch..auch der sagte die hufe müssen in eine bessere Situation ...Wo wir ja auch dran sind...geht leider nich von heute auf morgen...Pferd läuft übrigens mit den hufschuhen einwandfrei. Mein hufbearbeiter möchte nun ein rehepolster anfertigen, womit ich nicht so ganz einverstanden bin weil mein Pferd ja ordentlich läuft ...Ich hab Angst dass dies die Situation nur noch verschlimmert...Ich bin auch der Meinung dass diese Rollen, bzw. Wellen nicht von einer Rehe stammen sondern einfach schlichtweg nur von der miserablen hufbearbeitung des schmiedes.

          anna_218
          Mitglied seit 28. 08. 2018

          Hier noch weitere Bilder vom Pferd. Sohlenbilder müsste ich noch anfertigen

            csulzbach
            Mitglied seit 07. 04. 2014
            DHG-Huforthopäde/-in

            Hallo Frau Both,
            na in dem Fall sind sich ja zumindest alle einig, dass die Hufzustände verbessert werden sollen :-)
            So etwas ist natürlich immer leichter gesagt, als getan... mal eben "hinschneiden" kann man das in der Situation aus meiner Sicht nicht.

            Die vorher-Bilder sind leider nicht so richtig gut geeignet, um einen Vergleich mit der aktuellen Situation zu machen, weil unscharf und aus anderen Winkeln aufgenommen. Aber sei's drum: man sieht schon, dass damals allein die Hornsubstanz durch die vielen Nagellöcher arg strapaziert war und dass diese Stellen schon gut rausgewachsen sind. Allein das ist jedoch schon eine enorme Verbesserung für die Hufe. Und eine Umstellung dauert auch einfach seine Zeit!

            Eine Rotation der Zehenknochen kann ich VL nicht erkennen: die Knochen bilden doch eine gerade Achse. Rechts müsste man einen Vergleich zu vorher sehen und wissen, wie genau das Pferd bei der Aufnahme gestanden und belastet hat. Vielleicht stand es "schon immer" so. Rotiert sehe ich hier allerdings weniger das Hufbein selbst als vielmehr - und das eindeutig - die Zehenwand, die sich entfernt hat, wie bereits oben gesagt. Das kann auch ohne Rehe passiert sein (früherer Hufzustand) und sollte normalerweise, bei etwas Unterstützung durch die Bearbeitung, wieder herauswachsen. - Das geht allerdings nicht in 3 Monaten! Das dauert so lange, bis es herausgewachsen ist! Man kann dabei beobachten, wie der Huf von der Krone aus wieder "schlanker und kompakter" herunter und die flachere "alte" Zehe heraus wächst. In den nächsten Monaten sehen Sie schon, ob das so läuft.

            Wenn ein Pferd bei einer Umstellung auf barhuf empfindlich sein sollte, macht es durchaus Sinn, ihm phasenweise mit Polsterverbänden(!) - oder eben Hufschuhen - das Leben komfortabler zu gestalten. Aber wenn die Schuhe, wie Sie sagen, funktionieren, und weitere Polsterung nach Ihrer Aussage ja auch vom Komfort her nicht nötig ist, kann ich mir den Hintergedanken zum Zweck der Polster gerade nicht vorstellen. Vielleicht lassen Sie sich das nochmal erklären.

            Schauen Sie vielleicht auch einmal in das Buch "Problemlos Eisenlos" von Konstanze Rasch. Hier wird sehr ausführlich auf Hufproblematiken und Details eingegangen, die bei einer Umstellung zu bedenken oder zur Unterstützung geeignet sind, damit das Projekt gut gelingt. Nach der Lektüre werden Sie deutlich sicherer in der Beurteilung von Hufen allgemein und der speziellen Situation Ihres Pferdes sein.

            Schöne Grüße und weiter gutes Gelingen!

              anna_218
              Mitglied seit 28. 08. 2018

              Vielen Dank für Ihre Antwort. Ich werde mir das mal vornehmen zu lesen :) das mit dem Polster werde ich noch klären.
              Mfg

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