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Sehnen-OP, nun barhuf, fühlig, zu flache Hufe?

Maren
Mitglied seit 27. 11. 2018

Hallo,
bräuchte bitte einen Rat... Aufgrund Zerrung Fesselträger hinten links hatte meine Stute eine Sehnen-OP im August. Sie stand 3 Monate in Einzelhaft und musste nun wieder in die Herde integriert werden, daher kamen die Eisen hinten ab. Eigentlich nur temporär, vor allem da es für die Sehne ja besser ist, wenn sie Eisen trägt. Aaaaber: Ihre Hufe sehen ganz furchtbar aus. Sie stellt hinten rechts immer nach vorne, links bleibt hinten. Ich habe nun gesehen, dass sie keine mittlere Strahlfurche hat. Ob das ein Trachtenzwang ist? Und sie steht total flach und läuft quasi auf den Ballen. Sind das untergeschobene Trachten? Hat sie daher Schmerzen?
Leider ist der Stallbesitzer gleichzeitig der Schmied, so dass ich ein bisschen Hemmungen habe, als Laie gegen ihn anzureden.
Daher brauche ich einfach mal etwas Input von außen.
Aufgrund ihrer Fühligkeit kann ich sie nun nicht weiter antrainieren, was für die Sehne auch echt blöd ist. Ich drehe mich im Kreis mit den diversen Problemen.
Habe gestern Abend ein paar Fotos gemacht, natürlich einfach drauf los. Aber vielleicht kann jemand trotzdem was dazu sagen.
Hm, das mit den Fotos klappt irgendwie so nicht. Wie kann ich sie beifügen?

    cmaeusezahl
    Mitglied seit 23. 10. 2014
    DHG-Huforthopäde/-in

    Hallo Maren,
    was bzw. wo genau wurde bei Ihrer Stute operiert und wie läuft sie im Moment? Wie alt ist sie denn? Wie sah die bisherige Therapie des Fesselträger-/Sehnenschadens aus? Haben Sie jetzt die Anweisung vom Tierarzt bekommen, die Stute wieder mehr zu bewegen?
    Zu den Huffotos: was man erkennen kann, sind sehr flache Hufe mit massiv untergeschobenen Trachten, die allein schon unbequem sein müssen. In Kombination mit der Sehnengeschichte finde ich das nochmals ungünstiger. Die Eckstreben sind lang und auf die Sohle umgekippt. Dahinter kann sich Fäulnis sammeln und unter Umständen Hufgeschwüre auslösen, auch kann es in die darunterliegenden Strukturen drücken. Der Strahl ist recht massiv aber scheint soweit in Ordnung zu sein.
    Ein Umdenken in der Hufbearbeitung wäre nötig (barhuf!), um die o.g. Baustellen an den Hufen abzustellen, den Laufkomfort für das Pferd zu verbessern und die Sehnenproblematik zum ausheilen bringen zu können.
    Beste Grüße,
    Carina Mäusezahl

      Maren
      Mitglied seit 27. 11. 2018

      Hallo Carina,

      erstmal vielen Dank für Ihre Antwort!! Ich freue mich über Infos.
      Meine Stute ist 12 Jahre alt und es wurde im August eine Stammzellen und Knochenmark-Therapie gemacht, d.h. in die Sehne injiziert. Zerrung war Fesselträger hinten links. Ich durfte nach einem Monat Box und führen anfangen zu reiten und war vor 1,5 Wochen schon bei 30 Min. Schritt + 30 Min. Schritt + Trab im Wechsel.
      Für die Stabilisierung der Sehne waren die Eisen natürlich sehr gut, aber wegen Rück-Integration in den OS wurden sie hinten abgenommen (Stute ist zickig + es gibt nun 2 neue Stuten in der Herde).
      Nun läuft sie sehr fühlig, so dass ich aktuell nicht mehr reiten mag. Wir bräuchten harten Boden = aber zuviel Abrieb. Weicher Boden = für Sehne schlecht und fühlig. Das ist mein absolutes Dilemma gerade. :(

      Der letzte Schmied sagte, dass der Strahl zu weich sei (er hat Recht) und er daher keine Duplos empfehlen würde, weil diese ja auch den hinteren Teil des Hufes, also den Strahl belasten, gerade bei ihrer flachen Stellung.
      Ich behandle nun auf gut Glück den Strahl mit Effektiven Mikroorganismen und THM Strahlbalsam, da sie auch keine erkennbare mittlere Strahlfurche hat.

      Barhuf lief sie schon einmal im alten Stall von Dez. 14 bis Aug. 16, da waren die Böden gut für Barhufer. Eigentlich hatten wir damals auch eine gute Hufpflegerin, dachte ich zumindest, aber nach Umzug in den neuen Stall und der Ovalbahn mit Schotter wurden Eisen absolut notwendig. Und wenn ich mich recht erinnere, sahen die Hufe nicht großartig besser aus während der Barhufzeit...

      Meine Sorge ist jetzt natürlich, wenn ich diesen Zustand ignoriere und wieder Eisen draufnageln lasse, habe ich ggf. in 1 Jahr das nächste Problem mit einer Sehne. Mit offenen Augen ins Unglück rennen will ich aber ja auch nicht... Und schon gar nicht, wenn meine Stute Schmerzen hat.

      Viele Grüße
      Maren

        cmaeusezahl
        Mitglied seit 23. 10. 2014
        DHG-Huforthopäde/-in

        Hallo Maren,
        aha ok, dann war ihre Stute ja gar nicht sooo lang beschlagen. Die Hufe sind jedoch in keinem guten Zustand, so dass die Umstellung ihr nicht sehr leicht fallen kann. In der Tat werden Eisen die Situation nicht verbessern, das haben Sie richtig erkannt. Auch der stützende Effekt für Sehnen wird oft überbewertet, da dieser maximal auf hartem Boden eintreten kann. In weichem Boden macht es keinen Unterschied. Was man allerdings bedenken sollte, ist das Gewicht des Eisens, das erkrankte Strukturen natürlich wiederum stärker belastet.
        Wenn sie jetzt nach der Eisenabnahme fühlig geht kann man in Erwägung ziehen, ihr das Laufen mit Hufschuhen komfortabler zu gestalten (bitte einen Profi zum aussuchen bestellen, Käufe ohne Anprobe und Beratung gehen oft schief). Parallel könnten bei dieser Variante die Hufe barhuf saniert werden.
        Wie Sie beschreiben, stellt sie sich immer in einer gewissen Haltung auf. Hier stelle ich mir die Frage, ob es durch die verletzungsbedingte Schonhaltung zu Verspannungen und Schmerzen an anderer Stelle gekommen ist. Es wäre günstig, wenn Sie das von einem Dorn-/Physio-/Osteotherapeuten abklären und ggf. behandeln ließen.
        Wo sind Sie denn zu Hause? Haben Sie in unserem Register KollegInnen in der Nähe gefunden, wo Sie wegen einer vor-Ort-Beratung anfragen könnten?
        Beste Grüße
        Carina

          Maren
          Mitglied seit 27. 11. 2018

          Hallo Carina,
          jein, die Stute war quasi nur im Zeitraum von Dez. 14 bis Aug. 16 unbeschlagen, vorher und hinterher hatte sie immer Eisen. Ich bin gerade auf der Suche nach jemandem, der im Raum Bremen Hufschuhe anpasst bzw. eine größere Auswahl hat. Das gestaltet sich aber als recht schwierig, in dieser Gegend gibt es scheinbar nicht so viele.
          Auch bin ich gerade am Recherchieren, wen ich als Barhufbearbeiter wählen könnte. Man wird von der Auswahl der verschiedenen "Institute" allerdings etwas erschlagen und zusätzlich verwirrt. Diese Woche kommt jemand von der Hufklinik Weserlauf, um sich das ganze mal anzuschauen. Da erhoffe ich mir Ratschläge und Input. Ob sie dann auch die regelmäßige Bearbeitung übernehmen, weiß ich leider noch nicht, weil die Anfahrt ein bisschen weiter ist.
          Eine physiotherapeutische Behandlung habe ich eh in Planung, bekommt sie aber auch regelmäßig. Ich denke, die Haltung kommt evtl. daher, dass sie hinten links den Trachtenbereich nicht so gern belasten mag, weil da was drückt.
          Viele Grüße
          Maren

            cmaeusezahl
            Mitglied seit 23. 10. 2014
            DHG-Huforthopäde/-in

            Hallo Maren,
            mit der Dauer des Beschlags meinte ich das so, dass sie jetzt zuletzt für 2 Jahre beschlagen war (und dadurch die Umstellung erfahrungsgemäß leichter klappt als wenn ein Pferd durchgängig 10 Jahre lang beschlagen war).
            Im Bremer Raum arbeiten meine Kolleginnen Maike Barmbold und Natalia Martens, vielleicht haben sie ja noch freie Kapazitäten.
            Wenn ich mich nicht irre ist Iren Altmann hufschuhmäßig im Norden unterwegs.
            Was die Aufstellung betrifft: es ist so, dass ein Pferd sich immer so hin stellt, um schmerzende Strukturen zu entlasten. Durch die Fesselträgergeschichte HL wird ihre Stute sicher längere Zeit dieses Bein vermehrt geschont haben. Im akuten Zustand kann man Linderung erzielen, indem man den Fesselträger entlastet, also das Pferd mit Hufschutz vorübergehend etwas steiler stellt oder es barhuf einfach steiler werden lässt (sie laufen sich quasi in eine bequemere Stellung um die beschädigten Strukturen zu schützen). Eine so flache Hufstellung wie sie im Moment ist belastet den Sehnen-/Bandapparat stark und birgt das Risiko von Folgeschäden im Fesselträger.
            Viele Grüße,
            Carina

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