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Strahlfäule -> Verdacht auf Hufkrebs

Irishheart
Mitglied seit 15. 09. 2016

Hallo zusammen,

mein Wallach hat seit ca. einem Jahr Probleme hinten rechts mit Strahlfäule. Laut meinem Schmied sollte ich mit Wasserstoffperoxid Spülen.
Nach und nach hat er auch immer mehr weggeschnitten und augenscheinlich war der Strahl meines Wallachs wieder in Ordnung.

Nun habe ich seit ca. 2 Monaten beobachte, dass aus der Strahlfurche ein weißes stinkiges fast käsiges Sekret Austritt. Ich habe es meinem Schmied gezeigt der daraufhin nur sagte ich solle wenn die Hufe nachwachsen und sich eine Tasche bildet einfach wieder mit Wasserstoffperoxid Spülen.

Die Tatsache lies mir allerdings keine Ruhe und ich habe gestern einen Tierarzt draufschauen lassen, dieser hat die Stelle freigeschntten und gesagt ich soll dort jetzt 10 Tage - kleine getränkte ätzende Tüchlein hinein quetschen- die ähnlich wirken wie Jodoformäther.
Ebenfalls sagte der TA das es sonst ein Hufkrebs werden könnte.

Ich bin nun total hin und her gerissen und weiß nicht so genau wo ich jetzt anfangen soll, ich habe im Internet nun schon gelesen, dass es auch mit der Hufstellung zusammenhängt - so dass die Lederhaut auf Spannung kommt.
Nur warum weiß mein Schmied sowas nicht und die Tierärztin? Oder kann es auch ganz andere Gründe haben?

Die Haltungbedingungen sind ganz klar sehr hygienisch mehr mals täglich Paddock sauber, nur im Winter Box mit Späne, tägliches Hufauskratzen.

Auf den Bildern kann man noch mal sehen wie es nach dem ausschneiden aussieht, das Loch ist wirklich tief und ich habe das Gefühl, dass es auch noch seitlich weitere Taschen gibt.

Kennt vielleicht irgendwer auch einen Huforthopäden im Raum 38165?

Ich bin jetzt schon sehr dankbar und hoffe ihr könnt mir helfen, vielen Dank!

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    csulzbach
    Mitglied seit 07. 04. 2014
    DHG-Huforthopäde/-in

    Hallo Sarah,
    den Fotos nach zeigt die Einziehung zwischen den Ballen tatsächlich einen "alten" und tiefen Defekt an.

    Bei tiefer Strahlfäule sollten unserer Meinung nach keine reizenden oder gar ätzenden Mittel zum Einsatz kommen. Darunter fallen auch Wasserstoffperoxid und Jodoformäther. Denn gerade diese Mittel können die entzündete Lederhaut erst recht irritieren und damit auch die Entstehung von Hufkrebs fördern. Nach unserem Verständnis handelt es sich bei "Hufkrebs" nämlich um eine gestörte Hornproduktion aufgrund einer Wundheilungsstörung der Lederhaut.

    Richtig ist die Fäulnis frühzeitig und effektiv zu bekämpfen und zwar mit milden Mitteln, die geeignet sind, die Lederhaut zu beruhigen und zu pflegen. Also nur Mittel, die auch auf Wunden bzw Schleimhaut eingesetzt werden können.

    Weiterhin sollten tiefe Ritzen nach Reinigung und Desinfektion gegen erneuten Schmutzeintrag mit wenig(!) Druck austamponiert werden. Ein gutes "Imprägniermittel" für die Tamponaden und später auch zur Pflege/zum Austopfen der Ritzen und Taschen ist zB Keralit Undercover (nicht auf Wunden schmieren, sonst überall geeignet, wo Fäulnis droht oder behandelt werden soll).

    In Deiner Gegend dürfte Michael Kuzmik unterwegs sein, Kontaktdaten siehe auf unserer Liste.

    Schöne Grüße!

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