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Wiederkehrende Reheschübe und Lahmheiten

MonikaM
Mitglied seit 18. 12. 2020

Guten Morgen,
ich habe eine 15-jährige Isistute, bei der ich mir im Moment gerade nicht sicher bin, ob ich sie nicht von ihren Leiden erlösen soll.
Den ersten Reheschub hatte sie im März 2015. Hervorgerufen durch Lahmheit wegen Kunststoff Beschlag mit anschließender fehlender Bewegung. Damals war mir EMS noch fremd. Bis zum März in diesem Jahr führte sie ein relativ normales Pferdekeben in ihrer Herde, auf der Weide, unter dem Sattel und, weil es damals keine passenden Hufschuhe gab, mit Eisen. Bis sie wieder klamm ging. TA, Eisen runter, Metacam, Ruhe, nach 5 Wochen Eisen ohne Hufkorrektur wieder drauf. Mitte Mai der nächste Schub, weil die Zehe viel zu lang war. Seit dem huforthpädische Bearbeitung im wöchentlichen Rhythmus und Laser Akupunktur. Bis Anfang Oktober verbesserte sich ihre Hufsituation und ihr Allgemeinbefinden stetig. Dann ergab es sich durch zwei Ereignisse im Stall, dass sie, wenn auch nur kurz, durch ihren Paddock bockte. Vier Wochen war sie sehr schlecht dran, lag bis zu 12 Stunden. Hufe bearbeiten fast unmöglich. Seit vier Wochen laser ich sie unter Anweisung täglich. Aber auch wenn sich ihr Zustand langsam wieder bessert, stellt sich mir immer wieder die Frage: Wie lange wird es noch gehen? Wieder ein Jahr, also bis Oktober? Und dann? Wird sie je wieder ein pferdewürdiges Leben führen können, mit freier Bewegung, in der Herde, stundenweise auf der Wiese? Oder muss ich sie immer einzeln in weichen Paddock einsperren, aus Angst, dass der kleinste Freudensprung wieder alles zunichte macht? Viele Menschen, die es ja ich nur gut mit uns meinen, erklären mir, dass da nix mehr zusammenwachsen kann... Gibt es Hoffnung für diese tapfere Maus wenigstens ihren Grundbedürfnissen nachzugehen? Oder klammere ich mich aus Egoismus?
Liebe Grüße, Monika

    cmaeusezahl
    Mitglied seit 23. 10. 2014
    DHG-Huforthopäde/-in

    Liebe Monika,
    haben Sie Röntgenaufnahmen und aktuelle Hufbilder von Ihrer Stute, die Sie hier einstellen können (Fotoanleitung siehe hellblauer Balken oben rechts)? Das wäre für eine Einschätzung des momentanen Zustandes und der bestehenden Schädigungen sehr hilfreich.
    Wie wird die Stute gehalten (Untergrund des Paddocks), was und wieviel bekommt sie zu fressen, evtl. Medikation?
    Liebe Grüße, Carina

      MonikaM
      Mitglied seit 18. 12. 2020

      Liebe Carina,
      Leiras momentaner Paddock ist sehr klein, da sie ja im November wieder sehr schlecht dran war und wir unnötige Bewegung vermeiden wollten. Sie hat jetzt eine Box mit Waldboden einstreu und einer dicken Stroh Auflage und davor ausgediente Turnmatten. Die Paddockflächen bestehen leider aus Rasengittersteinen, die wir im Sommer aber mit Sand und Wald Boden überdeckt haben. Angrenzend ein Paddock mit klassischem Kiesaufbau und Sand. Zur freien Bewegung steht noch ein Rundweg aus Natur Boden zur Verfügung.
      Leira trägt zur Zeit Huf schuhe mit Polstern( 1cm Filz, nur Sohle, im hinteren Bereich Schafwolle), die ich zweimal wöchentlich erneuere.
      Gefüttert wird normalerweise Heu vom 1.Schnitt ad libitum aus Netz mit 3cm Maschenweite. Für Leira nur nachts, tagsüber rationiert, da ja auch noch Stroh zur Verfügung steht.
      Medikamentation zur Zeit: täglich lokal lasern mit Impulslaser mit wöchentlicher Kontrolle, Basenkonzentrat von Orthocell. Anschließend Klinofeed zusammen mit 50 g Luzerne Top mix von Semhof und 30g geschroteter Leinsamen. Zeitversetzt dieselbe Menge Luzerne/ Leinsamen mit Mordskerl von Dr. Weyhrauch und im dreitägigen Wechsel Weiderinde/Mädesüß und Brennessel/Ginko. Das hört sich vielleicht alles etwas abgehoben an, aber bisher habe ich von den Tierärzten leider nur die “übliche“ Behandlung vorgeschlagen bekommen( Heparin,Metacam, Eingipsen, Rehebeaschlag), so dass ich mich jetzt an eine Heilpraktikerin gewandt habe.
      Röntgenbilder kann ich einstellen. Leider nur mit dem Handy abfotografiert, da die TA das technisch nicht anders hinbekommen haben. Hufbilder versuche ich zu machen, sofern sie bereit ist dafür ihren Paddock zu verlassen.
      Lieben Dank und liebe Grüße
      Monika

        cmaeusezahl
        Mitglied seit 23. 10. 2014
        DHG-Huforthopäde/-in

        Liebe Monika,
        ja stellen Sie gern ersteinmal die Röntgenbilder ein. Vielleicht können Sie Huffotos auch auf dem Paddock aufnehmen, wenn Sie bspw. die Hufschuhe zum "Lüften" ausgezogen haben, Sohlenbilder gelingen da bestimmt. Für eine Frontal- und Seitenansicht könnte man - wenn das Pferd in der Lage dazu ist - den jeweiligen Huf kurz auf ein Brett o.ä. stellen.
        Die momentanen Maßnahmen finde ich mit Ausnahme der Fütterung ganz gut, hier erscheint es mir noch zu reichhaltig. Wie zuckerhaltig ist das Heu? Soll das Pferd abnehmen, würde ich gut rationieren und weniger hochkalorisch (Luzerne) heran gehen. Stoffwechselgeschädigte Pferde kommen auch mit zuviel Eiweiß nicht zurecht. Solange der Schub nicht vorbei ist, würde ich auf Mineralfutter verzichten.
        Gerade bei chronischen Fällen haben wir oft sehr gute Erfahrungen mit der Unterstützung durch Kräuter und alternative Behandlungsmethoden. Haben Sie schon mal Blutegel angesetzt?
        Viele Grüße,
        Carina

          sspies
          Mitglied seit 07. 04. 2014
          DHG-Huforthopäde/-in

          Hier kommen die Huffotos:

            sspies
            Mitglied seit 07. 04. 2014
            DHG-Huforthopäde/-in

            und die restlichen Fotos:

              MonikaM
              Mitglied seit 18. 12. 2020

              Liebe Steffi,
              vielen Dank für deine Hilfe beim Einstellen der Fotos.

              Liebe Carina,
              ich hoffe du kannst mit den Fotos was anfangen. Waschen der Hufe ging leider nicht. War froh, dass sie für die Fotos bis dort hin ist. Röntgen Bilder kommen noch. Ich habe technische Probleme die hier direkt einzustellen.
              Nun zur Beantwortung deiner Fragen.
              Über eine Heuanalyse habe ich auch schon nachgedacht, hatte es aber wieder verworfen, da ich Heu von verschiedenen Wiesen habe und diese zum ersten mal nicht gekennzeichnet habe. Da ist es dann schwierig zu sagen auf welcher Wiese die falschen Grassorten wachsen, zumal ich im Gräserbestimmen immer wieder versage.
              Ich habe im Stall eine Kamera und schaue stichprobenartig immer wieder mal wie viel Zeit sie nachts mit Fressen beschäftigt ist. Im November, wo es ihr wieder schlechter ging lag sie zwischen fünf und acht Stunden nachts, im August, als es ihr besser ging, stand sie tagsüber 18 Stunden. Darum war ich der Meinung dass es ok ist, wenn sie nur unter Tags rationiert(2kg abgewogen über den Tag verteilt) ist.
              In den letzten Tagen hat sich allerdings noch etwas getan, worüber ich jetzt etwas stutzig werde.
              Ich hatte eine Huforthopädin und angehende TÄin um eine Zweitmeinung gebeten. Haltung, Ernährungszustand, Bearbeitung und Fütterung seien ok. Sie meinte nur, ich solle ihr, wenn sie unter Tags ja die Möglichkeit zum Strohknabbern hat, das Heu durch eine Luzernemahlzeit ersetzen, da sie zum Aufbau der Hufe Eiweiß braucht. 300g. Diesen Rat habe ich im laufe des Sommers von zwei weiteren TÄen schon mal bekommen, mich aber an diese Menge nicht rangetraut und nur diese kleine zum untermischen der Kräuter.
              Des weiteren meinte sie, dass die Ursache wahrscheinlich eine Stoffwechsel Geschichte sei, aber eher Cushing wie Ems. Und ein Blut Bild machen lassen soll.
              Habe gestern mit meiner TÄin telefoniert. Blut Bild sei schwierig, da sie für den Insulinwert lange nüchtern sein müsse und für den anderen keinen Stress, also auch keine Schmerzen, haben sollte.
              Ihr Rat: erst mal schauen, dass die akuten schmerzen weg kommen, metacam, und corticosal, weil das auch ohne genaue Blutwerte ging.
              HP meinte, weil sie schon so lange in diesem Schmerzzustand sei, wäre ein Mineralfutter wichtig.
              Kräuter gebe ich ja zusätzlich. Blutegel habe ich im Sommer angesetzt, aber, ausser dass ich die Tiere faszinierend finde, keine Besserung festgestellt. Kurzzeitige Besserung war die Behandlung mit Biophotonenspiegeln.
              So, das war jetzt wahrscheinlich viel Text.
              Aber auch bei Leiras Figur habe ich im laufe der letzten Jahre immer wieder die unterschiedlichsten Aussagen gehört. Jetzt spürt man deutlich ihre Rippen, aber beim Rest (vor allem an der Kruppe) meinte der Eine es sei fett, der ander es sei Lymphe und der nächste es seien tolle Muskeln.....
              Liebe Grüße Monika

                krasch
                Mitglied seit 28. 01. 2014
                DHG-Huforthopäde/-in

                Hallo Monika,
                wie meine Kollegin schrieb, Sie machen ganz viel ganz richtig. Aber bitte lassen Sie die Luzerne weg. Das ist die offensichtlichste Quelle der aktuellen Probleme Ihrer Stute.
                Insgesamt ist, was die Fütterung angeht, weniger Mehr. Ich würde momentan außer Heu, Weidenrinde/Mädesüß (oder noch besser Pappelknospen) und Basenwasser gar nichts weiter geben.
                Kein Mineralfutter, kein Leinsamen, keine Brennnessel, kein Gingko ...

                Ich weiß, man hat das Bedürfnis viel Hilfe anzubieten, man möchte was tun, aber in dieser Stoffwechselsituation ist das wirklich kontraproduktiv.

                Das Heu zu beproben ist durchaus auch sinnvoll. Es gibt in den letzten drei Jahren tatsächlich sehr viele Hufrehen, die allein durch das Heu ausgelöst und vor allem am Laufen gehalten werden. Die Pferde kommen aus dem Rehegeschehen nicht heraus. Das geht so lange, bis ein Heu gefunden ist, welches vertragen wird.

                Ich hoffe, Sie bekommen das hin
                Konstanze Rasch

                  MonikaM
                  Mitglied seit 18. 12. 2020

                  Liebe Carina, Liebe Konstanze,
                  Vielen Dank für die vielen Ratschläge, ich denke, das meiste ist irgendwie machbar. Das Heu wird jetzt auch wieder für nachts abgewogen und im Netz mit 3 cm Maschenweite gefüttert. Gesamtration 6 kg Heu und 1kg Stroh(keins mehr zur Einstreu) für ein Pferd mit 375kg( letztes Wiegen war letztes Jahr im Mai, sie hat aber nicht zugenommen). Das entspricht 1,5 kg/100kg. Ich hoffe, das ist ok?
                  Zu den Bildern hätte ich noch eine Frage. Ich war etwas, hm, erschrocken, als ich sie in dieser Größe auf dem Tablet gesehen habe.
                  Ist diese Form nach 7 Monaten mit wöchentlicher Bearbeitung normal? Oder kann es sein, dass der Hebel sich durch den kurzen, aber heftigen Schrecken mit Bocken Mitte Oktober wieder neu gebildet hat? Hat sich die Verbindung wieder gelöst oder war da gar keine? Wird sich dort überhaupt jemals wieder was verbinden können?
                  Zur Luzerne, bzw dem Leinsamen, würde ich gerne noch wissen warum weglassen? Liegt es an der empfohlenen Menge von 300g, dass es das zu viel an Eiweiß ist? Oder können diese Futtermittel, -zusätze, ähnlich wie es bei einem Asthmatiker bei kleinsten Mengen, eine allergische Reaktion und damit einen Schub auslösen? Meine Menge war ja 30 g jeweils um Kräuter, bzw. das Klinofeed, welches ich nach dem Basenwasser geben sollte, akzeptabler zu machen.
                  Die Ballen, deren Herkunft ich genau bestimmen kann, werde ich beproben lassen. Dann habe ich zumindest einen Anhaltspunkt, ob es die eigenen oder der Zukauf ist.
                  Vielen lieben Dank und ein gesundes 2021
                  Monika

                    sspies
                    Mitglied seit 07. 04. 2014
                    DHG-Huforthopäde/-in

                    Hier kommen noch die zugehörigen Röntgenbilder:

                    Röntgen1b.jpg (178,32 KiB)
                    Röntgen2b.jpg (154,77 KiB)