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Erste Hilfe bei Hufkrebs

1. Hufe und Bein gründlich reinigen:

Dazu langen Behang entfernen. Den Huf und das Bein mit Wasser und Seife gründlichst reinigen. Am Besten fließendes Wasser nehmen, da dabei Verunreinigungen und vorhandene Keime weggespült werden. Am Huf dabei darauf achten, dass der gesamte Huf sauber wird auch an der Hufaußenseite und am Ballen.

2. Huf und Bein trocknen:

Mit Handtüchern am Bein und am gesunden Hufanteil, an den hufkrebsbefallenen Stellen mit sterilen Tüchern abtrocknen, dabei auch alle Schlitze, Furchen und Taschen so gut wie möglich trocknen. Den Huf wenn möglich noch einige Zeit nachtrocknen lassen.

3. Spülen mit Kochsalzlösung:

Die vom Hufkrebs befallenen Hufanteile mit Hilfe einer Einwegspritze mit Kochsalzlösung spülen. Dabei darauf achten, die mittlere Strahlfurche wirklich bis in die Tiefe zu spülen. Es sollten nun möglichst alle Verunreinigungen am Huf wie Reste von Mist, Einstreu oder Sand entfernt sein.

4. Tamponieren:

Die Strahlfurchen, besonders die mittlere, und alle Taschen und Nischen möglichst mit fusselfreier Mullbinde tamponieren. Dabei nur leichten Druck über die Tamponade ausüben.

5. Hufverband anlegen:

Legen Sie einen Hufverband an. Polstern Sie zuerst die Strahlfurchen aus und geben dann ein Polster unter die gesamte Sohle. Befestigen Sie das Polster mit einer elastischen Binde und schützen anschließend den Verband mit einem entsprechenden Klebeband oder einem Hufschuh.

6. Verband befeuchten:

Der angelegte Hufverband sollte feucht sein. Also weder nass noch trocken – eben feucht. Ziehen sie 10 bis 20 ml Kochsalzlösung (je nach Hufgröße) auf die Einwegspritze auf und befeuchten damit den Hufverband. Sollte der Hufkrebs sehr stark nässen, also viel Exsudat an den hufkrebsbefallenen Stellen produziert werden, können sie auf das Befeuchten verzichten, das geschieht dann ja über den Huf selbst.

7. Bis zum Eintreffen des fachkundigen Behandlers den Verband täglich wechseln.

Beim Verbandswechsel gehen Sie genauso vor wie bei der ersten Versorgung. Auf das Reinigen mit Wasser und Seife können Sie verzichten, wenn der Huf und das Bein nicht wieder verschmutzt sind. Wahrscheinlich haben sich durch die Feuchtigkeit bereits Saumhornauflagerungen an der Hufwand, aber auch lose Sohlenhornanteile gelöst. Dieses lose Horn sollten Sie mit einer weichen Bürste oder mit den Fingern entfernen. Ansonsten bleibt alles gleich.

Mit dieser Erste-Hilfe-Maßnahme haben Sie den Huf für jede weitere Behandlung gut vorbereitet. Die Hufsituation kann an einem so sauberen Huf erst richtig beurteilt werden. Die Feuchtigkeit am Huf fördert die körpereigene Wundreinigung, das feuchte gesunde Horn kann vom Hufbearbeiter wesentlich besser und genauer bearbeitet werden. Evtl. früher bereits verwendete Medikamenten- bzw. Desinfektionsmittelrückstände wurden bereits entfernt, sodass keine Wechselwirkungen mit den neuen Medikamenten entstehen.

Egal für welche weitere Behandlungsmethode sie sich entscheiden, Sie haben den Huf für jede Methode bestmöglichst vorbereitet.