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Eckstreben (Astrid Arnold)

Anatomie, Funktion, Bearbeitung, Vorurteile

Anatomie

Die Eckstreben liegen in der Verlängerung der Trachten an der Innenseite der Hufbeinäste und enden dort wo die Hufbeinäste beginnen. Zum Vergrößern bitte auf die Bilder klicken.

Die Eckstreben sind über eine Blättchenschicht und über eine Struktur, die dem Hufbeinträger sehr ähnlich ist, mit den Hufbeinästen und dem auf dem Hufbeinast liegenden Hufknorpel verbunden. Man könnte dazu also Hufbeinastträger sagen. Wie der Hufbeinträger am Hufbeinrücken, besteht der Hufbeinastträger ebenfalls aus einer laminaren Lederhaut mit Gleithorn und Hornblättchen. Diese sind jedoch im Vergleich zum Hufbeinträger weniger dicht. Sowohl die Hornblättchen als auch die Lederhautlamellen sind hier kürzer. Die sekundären Blättchen der Lederhaut sind runder. 

Die Eckstreben, oder besser gesagt die Eckstrebenwände, werden auf einer Lederhaut produziert, welche bis heute keinen eigenen Namen hat. Nennen wir sie Eckstreben-Kron-Lederhaut (EKL). Diese EKL befindet sich in etwa auf gleicher Höhe wie der Kronrand am hinteren Seitenwandbereich.

Die EKL hat eine Subcutis (Polster), welche im vorderen Eckstrebenbereich aus den Ausläufern des Strahlkissens besteht. Im hinteren Bereich, im Übergang zur Trachte, entsteht sie aus Ausläufern, die vom Hufknorpel kommen. Das Vorhandensein einer Subcutis ist immer ein Hinweis auf eine tragende Funktion.

Funktion

Auf Grundlage der Anatomie kann man sich die Funktion der Eckstreben gut erschließen. Sie schützen das Hufinnenleben. Zusammen mit den Seitenwänden tragen sie den Hufbeinast. Sie stützen die Trachten an den Innenseiten. Die Hornröhrchen der Eckstrebenwand sind für die stützende Funktion an der Trachte besonders ausgerichtet.

Sie sorgen als kleine Innenwände also für eine ausreichende Stabilität des hinteren Hufbereiches. Durch ihre Verbindung mit dem Hufbeinast stellen sie sicher, dass sich der Huf im hinteren Bereich trotz der dort vorhandenen weicheren und flexiblen Hornstrukturen nicht übermäßig bewegt. Sie wirken sowohl der Ausweitung als auch dem Zusammenziehen der Hornkapsel entgegen. (Konstanze Rasch 2019)

Bearbeitung

Angepasst an ihre Partnerseitenwand mit einem moderaten Überstand über die Sohle, so dass sie die Trachte stützen kann. Es sei denn, die Eckstrebe hat ein Problem.

Vorurteile

Da Eckstreben ebenfalls Hufwände sind, können sie - wie die äußeren Wände auch - natürlich hebeln, verbiegen, brechen oder einreißen. Sehr schräge oder sehr dünnwandige Eckstreben legen sich dabei in Richtung Sohle, sehr steile Eckstreben unter Umständen Richtung Strahl. Sie büßen in beiden Fällen einen Großteil der stützenden Funktion auf die Trachte ein. Oft entstehen hierbei auch Fäulnisherde in ihrer Blättchenschicht.

In seltenen Fällen legt sich die Eckstrebe direkt auf die Sohle. Allerdings drückt auch da in den meisten Fällen die Eckstrebe nicht direkt die Seitenwand hinaus, sondern die nicht mehr gestützte Trachte, welche unterschiebt, verursacht die herausgebogene Wand.

 

 

Die Eckstreben drücken sich nicht in den Huf! Es sei denn, die Verankerung am Hufbeinast ist geschädigt, wie es z.B. bei einem Hufgeschwür oder bei Hufkrebs der Fall sein kann. Sind Hufbeinastträger und Blättchenschicht der Eckstrebe intakt, folgt die Eckstrebe einfach nur dem Hufbeinast. Es ist anatomisch korrekt, dass die EKL in etwa parallel zum Kronrand der Seitenwand verläuft und es ist in keiner Weise ein Zeichen dafür, dass die Eckstrebe in den Huf gedrückt wird.

Hier sehen Sie ein Präparat aus unserem Forschungsprojekt "Röntgenbilder lesen".

Auch bei diesem Rehehuf drückt sich die Eckstrebe nicht in den Huf. Sie folgt schlicht und einfach dem bei diesem Huf steil stehenden Hufbeinast und der hohen Trachten- und Seitenwand. Sie stützt das Hufbein im hinteren Hufbereich.