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Fallpräsentation I Huforthopädie: Therapie bei einem austherapierten Fall von Hufkrebs (Bianka Wernick, Alexander Decker)

Uranus ist ein Trakehnerwallach, geboren im Februar 1995, Springpferd bis Klasse M

Ende 2011 bemerkte die Besitzerin erste Gewebewucherungen an der mittleren Strahlfurche des rechten Hinterhufes. Der hinzugezogene Tierarzt konnte keine Diagnose stellen und empfahl sechs Wochen abzuwarten.

Im Frühjahr 2012 wurde dann durch einen anderen Tierarzt eine chronische Entzündung der Strahllederhaut diagnostiziert. Als Therapie erfolgte ein Beschlagen mit einem Deckeleisen und der Einsatz verschiedener Salben zum Verätzen und Austrocknen des Gewebes.

Die Besitzerin berichtete, dass im Laufe der nächsten sechs Monate keine Verbesserung am betroffenen Huf eintrat und Uranus den Huf immer schlechter belasten konnte. In dieser Zeit fingen auch die anderen Hufe an, am Strahl ein ähnliches Bild zu zeigen. Das veranlasste die Besitzerin, die bisherigen Maßnahmen zu überdenken und nach einer anderen Therapie zu suchen.

Im Spätsommer 2012 wurde Uranus dem Huforthopäden Alexander Decker vorgestellt. In einem längeren Informationsgespräch über die möglichen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten wurde der Besitzerin auch erklärt, dass die Bezeichnung Hufkrebs leider etwas irreführend ist, da es sich im eigentlichen nicht um eine Krebserkrankung, sondern vielmehr um eine chronische Wundheilungsstörung handelt.

Am 3. August 2012 wurde das Deckeleisen abgenommen. Zum Vorschein kam eine auf den ersten Blick recht intakte Sohle - rund um die Strahlspitze waren jedoch bereits deutliche Gewebewucherungen zu erkennen. Der vorhandene Strahl ließ sich problemlos um mehrere Millimeter in alle Richtungen verschieben. Auffällig tief ausgeprägt waren die Mittelstrahlfurchen an allen vier Hufen.

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Dieser Artikel ist Bestandteil der Tagungsmappe der 10. Huftagung der DHG. Die Tagungsmappe (61 Seiten & 120 Abbildungen) kann zum Preis von 15 Euro bei uns bestellt werden.

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