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Die Korrektur von steilen Hufen - Unterschiedliche Ansätze der Lehrschmieden (Jan Gerd Rhenius)

Einleitung
Dieser Vortrag bezieht sich auf das adulte Pferd. Die Bedeutung und Behandlung von steilen Hufen bei Fohlen unterscheidet sich erheblich von der bei ausgewachsenen Tieren.
 
Folgende Definitionen liefert das Lehrbuch:  
Ab einem Zehenwandwinkel von mehr als 52° am Vorderhuf, bzw. 55° am Hinterhuf, spricht man von einem „stumpfen Huf“. Der „Bockhuf“ weist eine Winkelung von über 65° auf und ist, außer bei der (seltenen) bärentatzigen Stellung, als krankhafte Hufform anzusehen.

Wann  muß  bei  steilen  Hufen  mit  möglichen  Problemen,  bzw.  mit
Korrekturbedarf, gerechnet werden?  

Grundsätzlich beim Bockhuf, da er als krankhaft gilt. Natürlich bei Lahmheit. Bei Röntgenbefunden, welche im Zusammenhang mit der Hufform stehen könnten. Bei Anzeichen von Fehl- und Überlastung der Hornkapsel. Bei einer nach vorne gebrochenen Fesselachse. Bei deutlich seitendifferenten Hufen.
 
Ein stumpfer Huf, welcher zu einer steilen Fesselachse paßt, der in Form, Wuchs und Abnutzung keine Auffälligkeiten zeigt, ist nicht korrekturbedürftig und von den genannten problematischen Varianten zu unterscheiden!
 
Welche Probleme und Risiken können aus zu steilen Hufen resultieren?
•  Lahmheit
•  stumpfer Gang
•  Stolpern
•  Deformation der Hornkapsel
•  Veränderung der Hufknorpel
•  Strahlfäule
•  Hornspalten
•  Trachtenzwang
•  Kapselrotation
•  Hufbeindeformation
•  Gelenkserkrankungen
•  Hufrollensyndrom
 
„Seitendifferenz“ ist ein aus der Medizin stammender Begriff für sich unterscheidende Werte oder  Charakteristika  von  gleichen  Strukturen,  Organen,  etc.,  in  beiden  Körperhälften.  Die Huf-  oder  Gliedmaßen-Seitendifferenz  bezeichnet  demzufolge  unterschiedliche  Ausprägungen  eines  linken  Hufes  zu  einem  rechten  Huf,  bzw.  eines  linken  Beines  zu  einem  rechten Bein. Bisher war dies geläufig als „High-Low-Syndrom“, was allerdings nicht nur ein überflüssiger Anglizismus ist, sondern auch die Situation unzureichend beschreibt.
Die Hufe sind nicht nur „hoch“ und „niedrig“, sondern auch stumpf, bzw. spitz und eng, bzw. weit. Zudem sind auch die Gliedmaßen, insbesondere die Gelenkswinkel, nicht gleich. Bei...

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Dieser Artikel ist Bestandteil der Tagungsmappe der 13. Huftagung der DHG e.V. Die Tagungsmappe (90 Seiten) kann zum Preis von 15 Euro bei uns bestellt werden.

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