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Was wir aus anatomischen Präparaten über Korrekturmöglichkeiten von steilen Hufen lernen können (Astrid Arnold)

Einleitung
Über  die  Problematik  der  steilen  Hufe  haben  wir  in  den  vorausgegangenen  Vorträgen  und Texten bereits Einiges erfahren. Es ist durchaus legitim, wenn wir uns keine übersteilen Hufe, einen passenden Fesselstand und gleich gewinkelte Hufe wünschen. Zeigen uns doch die vorangegangenen Beiträge die mögliche Problematik auf wenn ein Pferd davon abweicht.
 
Bei den Versuchen die Stellung zu korrigieren gehen die meisten Fachleute davon aus, dass dies beim jungen Pferd, Fohlen bis Jährling, noch gut möglich ist bzw. sein sollte. Beim älteren Pferd wird das durchaus mit Vorbehalten gesehen. Es wird aber trotzdem immer wieder versucht! Leider kommt es oft bereits beim Versuch der Korrektur zu Veränderungen an den Hufen, welche als ungünstig betrachtet werden können. Häufig werden diese Veränderungen
nicht wahrgenommen und die Hufe für lange Zeit in eine Stellung gezwungen, die sie einfach nicht einnehmen können. Damit kommt dann für die Pferde zu der schon ungünstigen Stellung im Hufgelenk noch eine deformierte Hornkapsel dazu. Können die Pferde ersteres eventuell noch ganz gut kompensieren, gelingt ihnen das mit einer zusätzlich deformierten Hornkapsel immer schlechter.
 
Die Problematik der übersteilen Hufe und der unterschiedlichen Hufwinkel der Partnerhufe, finden wir fast ausschließlich an der Vorhand. An der Hinterhand zeigt sich dies eher selten. Der Grund dafür ist in der Anatomie zu finden. Diese ist zwar an der Vor- und der Hinterhand ähnlich, aber eben doch in ausschlaggebenden Details unterschiedlich. So kommt es, dass an der Hinterhand Stelzfüße seltenst entstehen.

Die unterschiedliche Anatomie der Vorhand und der Hinterhand
Ein wesentlicher Unterschied liegt im Unterstützungsband der tiefen Beugesehne. Ist das Unterstützungsband an der Vorhand eher straff und kräftig, ist es an der Hinterhand länger, elastischer und wesentlich dünner. Daher ist es an der Hinterhand gut möglich, über eine Dehnung  am  Muskel  mehr  Gesamtlänge  zu  erreichen,  was  an  der  Vorhand  durch  das  kräftige Band nicht möglich ist...

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Dieser Artikel ist Bestandteil der Tagungsmappe der 13. Huftagung der DHG e.V. Die Tagungsmappe (90 Seiten) kann zum Preis von 15 Euro bei uns bestellt werden.

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