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Die orthopädische Versorgung des Hufrehepatienten durch den Hufschmied (Volker Schmidt)

Hufrehe akut

Die schmerzhaften Bereiche des Hufes müssen entlastet werden, die schmerzfreien Bereiche des Hufes müssen zum Tragen herangezogen werden.

Die Zehe wird durch eine Schwebe entlastet.

Der hintere, gesunde Teil des Hufes nimmt die Last auf.

Wie positioniert sich das Pferd?

Die Erfahrung zeigt, dass die klassische sägebockartige Rehestellung vornehmlich von Pferden mit einer (beginnenden) Hufbeinrotation eingenommen wird. Das Vorstellen der Gliedmaßen und Belasten der Trachten hat in tiefem Boden(Box/Paddock) einerseits einen keilartigen Effekt und wirkt so der durch den Zug der tiefen Beugesehne entstehenden Rotation entgegen. Andererseits wird so der bei einer Rotation sehr schmerzhafte Hufbereich unter der Hufbeinspitze etwas entlastet. Ein weiterer Effekt ist, die ‑ auf die Zehenwand wirkenden ‑ Hebelkräfte durch versuchtes Steilerstellen zu reduzieren. Das Pferd versucht so dem Weghebeln der ja nun nicht mehr stabil mit dem Hufbein verbundenen Zehe entgegen zu wirken. Stellen Pferde die Gliedmaßen weniger deutlich nach vorne, erscheinen aber insgesamt sehr „steif-schmerzvoll“, haben wir es häufiger mit einer Hufbeinsenkung zu tun.

Da sich hier alle Bereiche des Hufbeins der Hufsohle nähern, bringt dem Pferd das Verlagern auf den Trachtenbereich weniger Linderung, und auch die Zugentlastung der tiefen Beugesehne scheint diesen Pferden weniger hilfreich. Klassische Sinker versuchen daher meist, vor allem jegliche Bewegung zu meiden, da „alles weh tut“.

Natürlich gibt es auch Mischformen aus Hufbeinrotation und Absenkung - hier ist das Einschätzen aufgrund der Position des Pferdes schwieriger.