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Argumente gegen den Eisenbeschlag

  • Durch das Beschlagen mit Hufeisen wird die Hornkapsel in ihrer Elastizität stark behindert. Ein „Anschmiegen“ an den Boden, wie es dem Barhuf möglich ist, wird durch das starre Material gänzlich verhindert. Damit sind die Gelenke des Pferdebeines den Bodenunebenheiten quasi „schutzlos“ ausgeliefert. Ohne die elastische Beweglichkeit des Barhufes schlägt jedes nicht-plane-Auffußen ungehindert auf die Gelenke durch.
  • Durch das Beschlagen mit Hufeisen wird die Blutversorgung im Huf herabgesetzt. Die für eine optimale Blutzirkulation notwendige Verformung der Hornkapsel erfolgt nur noch sehr eingeschränkt. Dies betrifft weniger das Aufweiten im Trachtenbereich, was beim korrekt genagelten Eisen immer noch eingeschränkt möglich ist, sondern vor allem das Verwinden der Hornkapsel in der Vertikale, wie es beim oben beschriebenen „Anschmiegen“ an den Boden erfolgt und unter dem Eisen unmöglich ist.
  • Durch das Beschlagen mit Hufeisen wird das Pferd seines Tastsinnes beraubt. Ein Barhufpferd geht verantwortlich, sprich pfleglich mit seinen Beinen um. Denn es fühlt den Boden und passt seinen Gang an. Auf diese Weise erhält es sich seine Gesundheit und Funktionsfähigkeit. Per Eisen wird die „Fühligkeit“ ausgeschaltet, die Hufe werden desensibilisiert. Dies „verführt“ das Pferd zu einem prinzipiell rücksichtsloseren Umgang mit seinen Beinen.
  • Durch das Beschlagen mit Hufeisen werden Stellungsfehler provoziert. Bspw. führt der Eisenbeschlag durch den fehlenden Hornabrieb im Zehenbereich und die hierdurch entstehende Abdriebdifferenz zwischen den vorderen und hinteren Hufanteilen leicht zu einer zu flachen Stellung und damit zu einer nach hinten gebrochenen Huf-Fesselachse (Hyperextension).
  • Durch die fehlende Möglichkeit, den Hornabrieb und die auf die Hufwände einwirkenden Bodenhebel wie beim Barhuf zu steuern, werden schiefe Hufe auf dem Beschlag meist noch schiefer.
  • Um die sich jeweils einstellenden Stellungsfehler (Schiefe, Hyperextension) zu beheben, kommt man beim Umbeschlagen nicht darum herum, abrupte Stellungsveränderungen vorzunehmen. Die Gelenk-, Sehnen- und Bandstrukturen leiden unter diesen abrupten Umstellungen nicht weniger, als unter dem vorangegangen langsamen Schiefwerden der Gliedmaße. Im letzteren Fall haben Bänder, Sehnen und Gelenke noch die Chance sich langsam an die Situation anzupassen, die abrupte Stellungsveränderung lässt ein solches Anpassen nicht zu. Häufig müssen sich die Pferde deshalb nach der Bearbeitung erst wieder „einlaufen“.
  • Durch das Beschlagen mit Hufeisen erhöht sich die Verletzungsträchtigkeit beim Umgang mit Artgenossen. Viele Pferde sehen sich wegen ihrer eisenbewehrten Füße zur Einzelhaft verurteilt.