Skip to main content

Steile Hufe und das Leiden der Korrektur - Problemaufriss (Konstanze Rasch)

Tagungsmaterial der 13. Huftagung der DHG e.V.

Das Thema „Steile Hufe“ oder genauer „Der menschliche Umgang mit steilen Hufen“ brennt mir seit Jahren auf der Seele. Ich glaube, es gibt kaum etwas, was in der Hufbearbeitung - nach der quantitativen Seite hin betrachtet - mehr schief läuft, als die wohlwollende menschliche Bearbeitung steiler Hufe. Was ich meine ist, überproportional häufig schafft der Mensch für Pferde Probleme, einfach aus dem Grund, weil er „das Problem zu steiler Hufe“ beseitigen möchte oder anders gesagt, weil er steile Hufe verbessern möchte.

Ich habe in meiner bisherigen Laufbahn als Huforthopädin so viele Pferde kennengelernt, die allein durch die gutmeinenden Bemühungen um kürzere Trachten Schaden genommen haben, auch oft lebenslangen und irreparablen. Ich hoffe sehr, dass die Anzahl betroffener Pferde in der Zukunft sinken wird und die Vernunft Einzug hält. Die mit der Korrektur steiler Hufe geschaffenen Probleme sind völlig überflüssig, weil leicht vermeidbar.

1 Was sind „steile Hufe“?

Als normaler Pferdehuf galt früher ein Huf mit einem Zehenwandwinkel von 45° (Vorderhufe) bzw. 55° (Hinterhufe) (EBERLEIN 1908, SCHWYTER 1906) Mittlerweile hat sich das Wissen durchgesetzt, dass Pferde durchaus auch mit anderen und für sie dennoch physiologischen Hufwinkeln ausgestattet sein können.[1] Hufe mit Dorsalwinkeln bis zu 55° werden heute als normal angesehen. Liegt der Winkel darüber, also über 55°, so spricht man von einem stumpfen Huf bzw. bei 60° und mehr von einem Bockhuf oder von einem Stelzfuß.

Die Definitionen zum Bockhuf sind dabei durchaus unterschiedlich: HERTSCH und PHILLIP definieren den Bockhuf als einen Huf mit einem Zehenwandwinkel von mehr als 60° bei gleichzeitigem Vorliegen einer Hufgelenksflexion. [2] (HERTSCH; PHILLIP 1992: 161) Laut BERNDT bezieht sich die Bezeichnung Bockhuf nur auf die Hufform mit einem Zehenwinkel von über 60° und nicht auf die Stellung der Zehenknochen, die sich über dem Huf befinden. Die Zehenachse kann hiernach also gestreckt oder auch gebrochen sein. (BERNDT 2014: 32) Für FLOYD dagegen ist die „Beugekontraktur“ (Flexion) des Hufgelenkes das entscheidende Indiz für das Vorliegen eines Bockhufes. Beim erwachsenen Pferd führt sie mit Berufung auf Redden zudem das Kriterium der Einseitigkeit ein. Ein Bockhuf Grad 1 wird von ihr definiert als ein Huf, der einen 3-5° höheren Palmarwinkel besitzt als der normale Partnerhuf. Beim Grad 2 ist der Palmarwinkel um 5-8° höher als an der kontralateralen Gliedmaße. Grad 3 und 4 werden ohne Bezug auf die andere Gliedmaße mit dem Vorhandensein noch steilerer Winkel, konkaver Zehenwände, divergierender „Wachstumsringe“ und Schäden am Hufbeinrand definiert. (FLOYD 2009: 204ff.)

Prinzipielle Übereinstimmung herrscht in Bezug auf den Stelzfuß. Dieser bezeichnet keine einheitliche Stellungsabweichung, sondern fasst verschiedene Stellungsanomalien begrifflich zusammen, die allesamt mit einer übermäßigen Steilstellung der Zehenknochen bis hin zum Überköten einhergehen. Der Huf kann hierbei sehr steil, aber auch regelmäßig oder spitz ausgeprägt sein. (BERNDT 2014: 27)

[1] SCHROTH zitiert die Ergebnisse zahlreicher Autoren, die belegen, dass die Zehenwinkel von Pferden zum einen individuell sehr stark schwanken und zum anderen deutlich von den in den Standardlehrbüchern angegebenen Idealwinkeln abweichen. Sie kritisiert die dort angegebenen Winkel von 45-50° für die Vorder- und 50-55° für die Hintergliedmaße als zu niedrig. Auch in ihrer eigenen Studie kommt sie zu dem Schluss, dass die Winkel am Vorderhuf im Normalfall größer sind als bisher angenommen. (FLOYD 2000)

[2] Ich frage mich bei dieser Definition stets, wie dann wohl ein Huf mit einem Zehenwinkel von 60° oder 58° und einer Flexion im Hufgelenk eingeordnet wird?

Längst nicht alle Hufbearbeiter halten sich bei ihrer Einschätzung der Hufsituation an Definitionen und so gibt es nicht wenige Kollegen, die andere Beurteilungsmaßstäbe zugrunde legen. Das reicht von der rein optisch-ästhetischen Einschätzung – diese Hufe sind (mir) zu steil – bis hin zu dem Verdikt, dass alle Hufe mit einem bodenparallelen Hufbein ausgestattet sein müssten oder andernfalls zu steil fürs Pferd seien. Der hierbei geforderte 0°-Palmarwinkel des Hufbeins ist mehr oder weniger gleichbedeutend mit einem Zehenwandwinkel des Hornschuhs von 45° an den Vorder- und 55° an den Hinterhuf.

2 Welcher Umgang wird gepflegt

Hinsichtlich des Umgangs mit zu steilen Hufstellungen wird im Allgemeinen unterschieden zwischen juvenilen und adulten Pferden. Auch wenn diese Unterscheidung, wie wir im Weiteren sehen werden, ganz häufig nur theoretischer und nicht praktischer Natur ist, sprich, man handelt beim erwachsenen Pferd oft mit der gleichen Intention und Zielsetzung wie beim Fohlen, möchte ich diese Differenzierung in meinem Beitrag gern aufrechterhalten.

2.1 Der Umgang mit steilen Hufen bei erwachsenen Pferden

Sehr viele Kollegen, Barhufbearbeiter wie Hufschmiede, können hohe Trachten am Pferdehuf nicht ertragen. Sie erscheinen ihnen schlicht unpassend und zu hoch - gemessen am gewohnten Bild. Das könne einfach nicht gut sein fürs Pferd, weshalb sie sich beauftragt sehen, die Trachten bei der Bearbeitung des Hufes einzukürzen. Dabei spielt für manche Bearbeiter noch nicht einmal eine Rolle, ob die Zehenachse überhaupt gebrochen ist. Es handelt sich also durchaus auch um steile Hufe unter steilen Knochensäulen.

Ob theoretisch unterlegt oder gefühlsmäßig gesteuert, Trachtenwandüberstände werden bei der Hufbearbeitung gern gekürzt. Da gibt es u.a. Marker wie die „lebende Sohle“[3] oder „Stresspunkte“[4] oder auch ganz genaue Zentimeter- und Grad-Angaben für Ballenhöhe und Hufwinkel[5] oder es gilt einfach das reine Bauchgefühl für die richtige Trachtenhöhe. Besonders üppig treiben es diesbezüglich vor allem die vielen „Internethufbearbeiter“, die bei besorgten Pferdebesitzern mit Hufproblemen (oder auch ganz ohne diese) Angst vor den „zu hohen“ Trachten ihres Pferdes schüren. Da werden Winkel und Linien in Fotos eingezeichnet und im Twitter-Stil Problemlösungen aufgemalt...

[3] Die „lebende Sohle“ oder auch „funktionale Sohle“, sprich das feste Sohlenhorn welches übrigbleibt, wenn man das lose Sohlenhorn entfernt hat, erscheint einigen Hufbearbeitern als gutes Maß, bis wohin sie den Tragrand verkürzen können (und dann auch müssen). Wie zuverlässig dieser Marker ist, lässt sich bspw. daran ablesen, dass die „tote“ Sohle sehr „mit dem Regen“ geht. Was ich damit sagen möchte, ist, dass der Zustand der Sohle neben den individuellen Hufgegebenheiten stark von den Bodenbedingungen abhängig ist und deshalb weder ein sicherer Anzeiger dafür ist, dass eine „funktionale“ Deckschicht zum Hufbein vorhanden ist, noch dass der Tragrand bis hierhin gekürzt werden möchte.

[4] „Stresspunkte“ wurden von dem argentinischen Hufschmied Daniel Anz erfunden und sind Rillen, Risse, Knicke, Verwerfungen, sprich irgendeine Art von Auffälligkeiten, die man - so man sie sucht - in der Trachtenwand auffinden kann. Diese Punkte sollen anzeigen, bis wohin der Huf gekürzt werden möchte oder mit Daniel Anz gesprochen, sagen sie, „was dem Pferd und was dem Hufbearbeiter gehört“.

[5]  Genau vorgeschriebene Zentimeterangaben für die Ballenhöhe und Hufwinkel, die bei der Hufbearbeitung an Pferdehufen stets herzustellen seien, liefert STRASSER.

Theoretisch begründet wird das Kürzen „überhoher“ Trachten insbesondere gern mit folgenden Notwendigkeiten: a) „Bodenparallelität des Hufbeins“ (sprich 0° Palmarwinkel) herstellen, b) „Hufmechanismus“ ermöglichen oder c) Strahlhorn-Boden-Kontakt sicherstellen.

a) Die Bodenparallelität des Hufbeines

oder seine zumindest annähernde Bodenparallelität wird von vielen Barhufbearbeitern - allen voran Hufheilpraktikern/Hufpflegern nach Strasser und NHC-Hufpflegern - seltener aber auch von Hufschmieden oder von Tierärzten für die günstigste aller Hufsituationen gehalten. Plausibilisiert wird diese Vorstellung durch jegliche Abstraktion von der Hufanatomie und durch die Verwandlung des Hufbeines in ein geometrisches Gebilde. Denkt man sich das Hufbein als Dreieck, so der Vorschlag von STRASSER (1997), so kann man sich doch ausrechnen, dass es am kräftesparendsten auf seiner längsten Bodenseite aufgehoben ist. Suggeriert wird, dass das Hufbein andererseits „auf der Spitze stehe“, was nicht gesund sein könne. (STRASSER 2002: 131) Ignoriert wird der tatsächlichen Bau des Hufbeines (starker Zehenrücken, schwächere Hufbeinäste) sowie die funktionelle Anatomie des Hufbeinträgers (PELMANN 1995, HENKE 1997). Letzterer ist durch die trajektorielle Ausrichtung seiner Strukturen so beschaffen, dass er das Pferdegewicht in den verschiedensten individuellen Winkelvariationen optimal auffangen kann.

Nicht selten werden auch die Wildpferde als Berufungsinstanz benannt, die angeblich über den perfekt gewinkelten Huf verfügen, da hier die Natur herrsche und nicht der Mensch. Seit es allerdings zahlreiche Forschungen zu wildlebenden Pferden gibt, die aufzeigen, dass auch bei Wildpferden keine Bodenparallelität vorherrscht, werden die Wildpferde unterschieden in „echte“ und „unechte“. Letztere sind die mit steileren Hufwinkeln und durch die Umweltbedingungen verdorben.

b) Der Hufmechanismus

ist ein hehres Gut und nahezu jeder Hufbearbeiter – Barhufbearbeiter wie Hufschmied – möchte den Hufmechanismus durch seine Hufbearbeitung fördern. Da im Hufmechanismus die Hufbewegungen maßgeblich auf die Erweiterung der hinteren Hufbereiche reduziert sind, wird steileren Hufen mit höheren und engeren Trachten zu Recht ein schlechterer Hufmechanismus bescheinigt, als flacheren Hufen mit niedrigeren Trachten. Aus diesem Grund zur Korrektur der „zu hohen“ Trachten zu greifen ist so alt wie verkehrt.

Angeblich sorgt allein der Hufmechanismus für die gesunde Durchblutung im Pferdehuf. Verbildlicht wird das in Begriffen wie „Hufpumpe“ und „Hufherz“, weshalb der Hufmechanismus für manch einen auch nicht groß genug ausfallen kann. Die Verfolgung des Zieles „Herstellung eines guten Hufmechanismus“ hat in der Vergangenheit blutige Blüten getrieben. Ich habe mich in einem früheren Beitrag ausführlich mit der Geschichte, den Entwicklungen, den Techniken und den Folgen des Hufmechanismus-Kultes beschäftigt (nachzulesen in RASCH 2013). An dieser Stelle möchte ich nur so viel dazu anmerken, dass jeder Huf a) seine eigene Hufbiomechanik besitzt und für seine gesunde Durchblutung nicht auf einen Hufmechanismus angewiesen ist und dass sich b) dieser Hufmechanismus (das Aufweiten des hinteren Hufbereiches) mit keinem Mittel und keiner Bearbeitungstechnik herstellen lässt, wenn er hufform- und gliedmaßenbedingt nicht vorgesehen und ausgeprägt ist.

c) Der Strahlhorn-Boden-Kontakt

ist bei steilen Hufen oft nicht gegeben. Das liegt zwar in erster Linie an den Haltungs- und Hygienebedingungen, dennoch ist es auch so, dass steilere Hufe mit ihren höheren Trachten unter solch schlechteren Bedingungen deutlich mehr leiden. Durch ihr tieferes und im hinteren Bereich auch engeres Sohlengewölbe sammeln sie Verschmutzungen leichter und dauerhafter an als jeder andere Huf. Die mit Erde, Einstreu und Fäkalien zugesetzten Strahlfurchen steiler Hufe können sich auch bei ausreichender Bewegung auf harten Böden kaum selbst reinigen und bieten so einen perfekten Nährboden für Fäulnis, die das Strahlhorn oft beträchtlich reduziert.

Jedermann weiß, dass die Strahlhornproduktion auf Druckbelastung positiv reagiert und ein Strahl, der durch den Boden massiert wird, besser wächst und kräftiger wird, als ein Strahl, der keinen Bodenkontakt hat. Es ist insofern ein Stück weit verständlich, dass man diese positive Situation für den schwächlichen Strahl, der nicht zum Boden kommt, gern herstellen möchte. Allerdings ist das nicht dadurch erreichbar, dass man dem Hufbein seine Trachtenstütze nimmt. Zum einen geht der Plan nicht auf, weil sich das Pferd seine benötigte Trachtenhöhe, so schnell es ihm möglich ist, wieder einholt. Zum anderen schafft man fürs Pferd zusätzlich zur kümmerlichen Strahlsituation noch weitere Probleme. Die einzige Möglichkeit für einen gesünderen Strahl besteht in der Herstellung besserer Haltungsbedingungen und in der Intensivierung der Strahlpflege.

Ein weiterer Umstand, der einem toleranteren Umgang mit steilen Hufen und hohen Trachten entgegensteht, sind die Definitionen idealer Gliedmaßen und davon abweichender Stellungen, wie sie in veterinärmedizinischen Lehrbüchern und Standardwerken der Hufbearbeitung zu finden sind. Sie legen dem Hufbearbeiter mehr oder weniger nahe, zu steile Winkelungen bei seinen Kundenpferden verbessern zu wollen. Spätestens die Optimierungswünsche des belesenen Pferdebesitzers drängen den Hufbearbeiter zu Maßnahmen, das Huffundament „zu steiler Stellungen“ flacher zu gestalten.

Das Bemühen eine „zu steile Winkelung“ zu bessern, lässt sich leider auch nicht immer durch die allgemein gültige Bearbeitungsvorschrift aufhalten, dass eine Brechung der Zehenachse in jedem Fall zu vermeiden ist. Im eigentlichen ist die Schadensträchtigkeit einer nach hinten gebrochenen Zehenachse hinreichend bekannt. In den meisten Fällen erhofft man sich aber wohl, dass das Kürzen der Trachtenhöhe nicht nur die Abflachung des Hufbeinwinkels, sondern nach oben weiterreichend auch eine Abflachung der Zehenachse bewirken möge. Das kann beim erwachsenen Pferd allerdings nicht gelingen. Mit Ausnahme von Fällen, in denen die gesamte Zehenachse vorher künstlich „zu steil“ gestellt war. Letzteres ist, wenn überhaupt möglich, dann allerdings nur sehr selten anzutreffen.

Das heißt, befinden sich steile Hufe unter steilen Knochensäulen, so müssen sie über passend hohe Trachten verfügen, es sei denn, man möchte eine nach hinten gebrochene Zehenachse provozieren.[6]

[6] STRASSER hat hierzu eigens die „harmonische Bogenlinie“ erfunden, die - anders als die in aller Regel bei der Hufbearbeitung angestrebte gerade und ungebrochene Zehenachse - viel besser geeignet wäre, „eine optimale Stoßdämpferfunktion“ des Pferdebeines sicherzustellen. (Hufrolle 2002) Die durch das Kürzen der Trachten entstehende Brechung der Zehenachse nach hinten wird mit dieser Lesart für erwünscht und sinnvoll erklärt.

Manch einer erschließt sich aus tiefen Strahlfurchen, starkem Sohlengewölbe und hohen Trachten auch bereits das Vorliegen einer krankhaften Veränderung. So bspw. FOOR, der in einem Standardwerk der Veterinärmedizin hierzu niederschreibt, dass

„wenn die Strahlspitze aus der Sohlenoberfläche aufzutauchen scheint, während sich der kaudale Anteil des Strahles zwischen die Trachten einsenkt, ... davon ausgegangen werden (kann), dass der Huf nach kranial rotiert ist, und das Hufbein ebenso nach unten gerichtet ist (Abb. 19.6). Das Ausschneiden dieses Hufs beinhaltet die Entfernung von mehr Trachten- als Zehenhorn, um die Hufkapsel im Verhältnis zum Hufbein zu korrigieren.“ (FOOR 2009: 395)

Wir sehen hier in Abb. 3 neben einer Flexion im Hufgelenk auch eine Rotation der Zehenwand und befinden uns damit im Übergang zum nächsten Thema, dem Bockhuf.

2.2 Der Umgang mit Bockhufen bei erwachsenen Pferden

„Das Prinzip der Behandlung ist immer gleich, unabhängig vom Grad der Veränderung. Ziel ist es, eine normale Stellung der Zehe zu erreichen (d.h. eine normale Winkelung zwischen erster, zweiter und dritter Phalanx) und somit eine normale Ausrichtung und Belastung des Hufbeins. Die Maßnahmen reichen vom einfachen Bearbeiten und Beschlagen des Hufs bis zum chirurgischen Eingriff (Tenotomie der tiefen Beugesehne), abhängig von der Schwere und Chronizität des Defekts.“ (FLOYD 2009: 207)

Der Bockhuf wird, wie eingangs ausgeführt, unterschiedlich definiert. Ich selbst verwende hier die heute alltagsgebräuchliche Definition, bei der sich zu einem mehr oder weniger steilen Huf eine Hufgelenksflexion gesellt.

Anders als bei den passend steilen Hufen unter steilen Knochensäulen sind hier der Huf und sein Hufbein steiler gestellt als die darüber liegenden Zehenknochen. Es entsteht also eine nach vorn gebrochene Knochensäule und aus den Zielen der Zehenachsen- und Fesselstandstheorie ergibt sich an den Hufbearbeiter der Auftrag, diese Brechung über die Hufbearbeitung zu beseitigen und den steilen Huf entsprechend zu korrigieren. Wie von FOOR oben vorgeschlagen, beinhaltet die Korrektur „die Entfernung von mehr Trachten- als Zehenhorn, um die Hufkapsel im Verhältnis zum Hufbein zu korrigieren“. Da durch die Trachtenerniedrigung unmittelbar ein vermehrter Zug der tiefen Beugesehne ausgelöst wird, schlägt der Autor vor, diese Belastung sofort durch die Verwendung von Keileinlagen, Keileisen oder –cuffs zu reduzieren. (ebenda)

Wo soll dieses Vorgehen letztendlich hinführen? Der Theorie nach, zu einer sich immer weiter verringernden Keilhöhe bis hin zur Erreichung einer korrekten flachen Hufbeinstellung ohne Keil. Man vertraut dabei darauf, dass die sehnigen und/oder muskulären Strukturen der tiefen Beugesehne nachgeben. Man überträgt ein bei Fohlen u.U. - aber auch hier nicht immer - funk-tionierendes Verfahren auf das erwachsene Pferd. Dieses Projekt ist immer zum Scheitern verurteilt.

„Die chronischen Kontraktionen von Muskeln und Sehnen beim Pferd mit Bockhufen sind kaum durch medizinische oder chirurgische Eingriffe zu beheben. Die Erinnerung des Gewebes an die Kontraktionen bleibt bestehen, und die Gewebe versuchen stets, die Ausgangssituation wieder einzunehmen.“ (FLOYD 2009: 364)

Was laut FLOYD noch nicht einmal mit chirurgischer Unterstützung funktioniert, also mit der vorausgegangenen Desmotomie des Unterstützungsbandes der tiefen Beugesehne, wird nicht dadurch erfolgreicher, dass man es immer und immer wieder ausführt. Wie sehr sich aber die Hufwelt bei diesem Thema auf den Kopf gestellt hat, kann man aus den weiteren Ausführungen der Autorin ersehen:

„Pferden mit Bockhufen kann immer geholfen werden, allerdings bleibt der palmare Winkel beim Bockhuf immer geringgradig größer als der des anderen Hufs. Genauso wächst am Bockhuf die Trachte immer schneller als die Zehe.“ (ebenda)

Argumentierend „dass die neuromuskuläre Komponente alle Heilungsversuche vereitelt“ und dass die Bockhufneigung „trotz richtiger Behandlung“ bestehen bleibt und „die Bemühungen des Schmieds und Tierarztes zunichte“ macht (FLOYD 2009: 206f.), fährt sie fort, Bockhufen helfen zu wollen, indem sie vorschlägt, ihnen beständig wieder die Trachten zu kürzen. „Das Prinzip der Behandlung ist immer gleich...“ (FLOYD 2009: 207).

Wie geht dieser in sich so widersprüchliche Gedankengang, der übrigens ja ganz verbreitet ist und die Normalität der Bockhufbetrachtung und –bearbeitung darstellt? Ist das nicht eigentlich Irrsinn? Man weiß einerseits, dass Sehne und Muskeln nicht mehr nachgeben (können)[7], fordert genau das aber beständig wieder von ihnen ein. Warum verkürzt man immer wieder die Trachten, obwohl man weiß, dass der betreffende Huf sich diese Trachtenhöhe wieder herstellen wird? Man möchte dem Hufbein zu einer „normale(n) Ausrichtung und Belastung“ verhelfen, dabei hat es die seine und man ignoriert sie.

[7] Es gibt aber auch Hufbearbeiter, die diese Tatsache schlicht bestreiten und die Ansicht vertreten, Sehnen und Muskeln könnten schließlich nachgeben, denn es gäbe hierfür ausreichenden Spielraum. Tatsächlich sind Sehnen elastische Strukturen, die nach einer Verlängerung zu ihrer Ausgangslage zurückkehren, solange bei der Belastung die elastische Phase nicht überschritten wird. Die Angaben zur elastischen Phase sind in der Literatur unterschiedlich. STASHAK spricht von 3-5% (1989: 449), ZIERMANN dagegen von 8-10% (2006: 18). Sicher bestehen hier auch individuelle Unterschiede zwischen den Pferden. Bei stärkerer Belastung der Sehnen wird in jedem Fall ein viskös-elastischer Bereich erreicht, der bleibende Schäden verursacht. Werden Sehnen durch Trachtenkorrektur gedehnt, dann verringert sich in der Folge ihr Spielraum für alle weiteren Bewegungen des Pferdes. Sie geraten also näher an den kritischen Bereich. Zusätzlich führt die Dehnung der Sehne aber auch zur muskulären Gegenreaktion des Pferdes.

Die einzig mögliche Erklärung für diese widersprüchliche Handlungsweise scheint in meinen Augen eine bestehende Angst vor der Verschlechterung des steilen Zustandes zu sein. Man vermutet, dass der Huf ohne diese trachtenkürzende Behandlung noch steiler werden würde. Das ist jedoch nicht der Fall! Auch hier findet wieder eine Übertragung vom Fohlen und aufwachsenden Jungpferd auf das erwachsene Pferd statt. Der akut im Entstehen begriffene Bockhuf birgt tatsächlich nicht selten diese Tendenz zur weiteren Verschlechterung in sich. Der chronische Bockhuf des erwachsenen Pferdes dagegen ist ein fertig eingerichtetes System. Er hat seine 0-Punkt-Stellung gefunden! Hält man ihn gemütlich und sorgt, wie bei jedem anderen Huf auch für Baustellenfreiheit, dann bleibt er einfach so steil wie er ist. Mitunter bessert er sich auch und zwar in all den Fällen, in denen er vorher in einem permanent mehr oder weniger ungemütlichen Zustand gehalten war. Und das ist er in jedem Fall immer dann, wenn mit ihm so umgegangen worden ist, als könne er flacher sein.[8]

Oben wurde es von den Autoren FOOR und FLOYD ausgeführt: Das Kürzen der Trachten führt zur erhöhten Belastung der tiefen Beugesehne. Die Muskulatur reagiert hierauf in der gleichen Weise wie sie das immer tut, wenn Belastung und Schmerz vorhanden ist, sie kontrahiert. Der muskuläre Anteil der tiefen Beugesehne (und sicher bleibt die verspannende Auswirkung nicht allein auf diese Muskelpartien beschränkt) macht also das Gegenteil von dem, was man erreichen möchte. Das führt nicht selten dazu, dass so behandelte Bockhufe in der Tat die Tendenz haben, steiler zu werden. Das ist aber schlicht die Reaktion auf die Behandlung! Sie zu unterlassen, ist der Schlüssel zur Besserung.

Es gibt aus dem oben Gesagten unvermeidbare negative Folgen der trachtenkürzenden Bearbeitung von Bockhufen, die am Hornschuh selbst sichtbar werden. Ein steiler Huf, dessen Trachten regelmäßig gekürzt werden, neigt dazu, eine konkave Zehenwand auszubilden. Ursache hierfür ist die oben beschriebene neuromuskuläre Reaktion auf das Kürzen der Trachten, die zu einem verstärkten Zug der tiefen Beugesehne und über das Hufbein vermittelt zu einer vermehrten Belastung des Hufbeinträgers führt. Das Hufbein wird in seine ursprüngliche oder bei Schmerz und Unbequemlichkeit in eine noch steilere Position zurückgezogen. Das geschieht um den Preis, dass der Hufbeinträger funktionell beschädigt wird und pathomorphologische Veränderungen erleidet, wie wir sie auch von der Hufrehe her kennen. Offensichtliche Veränderungen des Hornschuhs sind neben der konkaven Verbiegung der Zehenwand das Aufreißen, manchmal auch das Aufweiten, also Verbreitern der Blättchenschicht. Röntgenologisch zeigt sich eine Schere zwischen Hufbeinrücken und Zehenwand.

[8] Auch Vernachlässigung, Strahlfäulnis, überständige Hufsituationen durch fehlenden Abrieb oder/und zu seltene Hufbearbeitungen können für entsprechende Ungemütlichkeit sorgen und Bockhufe steiler werden lassen.

Zu Abbildung 4:

4.1: Die „zu“ hohen Trachten werden gekürzt.

4.2.: Die erhöhte Spannung der tiefen Beugesehne (neuromuskuläre Reaktion) zieht das Hufbein unweigerlich wieder in seine Ausgangsposition zurück – schmerzbedingt mitunter auch darüber hinaus.

4.3: Trachtenhöhe und Hufgelenksflexion stellen sich mit der Zeit wieder ein. Das Wandhorn der Zehe gibt unter der Belastung nach, da der Hufbeinträger in seiner Funktion beeinträchtigt wird. Die Blättchenschicht weitet sich oder reißt auf und die Zehenwand verbiegt sich.

Auch dieser Umstand zeigt Parallelen zur Hufrehe auf. Anders als bei der Hufrehe, bei der häufig von einer Hufbeinrotation gesprochen wird, obwohl ausschließlich eine Wandrotation stattgefunden hat, findet bei den korrigierten Bockhufen (und auch bei den einfachen Steilhufen) tatsächlich zunächst eine Hufbeinrotation statt. Das Hufbein rotiert zurück in seine ursprüngliche Stellung oder auch - schmerzbedingt - darüber hinaus. Eine Wandrotation kann nachfolgen, wenn die Schädigung des Hufbeinträgers ein bestimmtes Ausmaß übersteigt und die Situation langanhaltend ist. Sie stellt sich auch notwendigerweise ein, wenn aus der Korrektur des Bock- oder Steilhufes eine Hufrehe erwächst. Letzteres ist nicht selten der Fall, weshalb nicht wenige Bock- und Steilhufe den Vorderhufen von vielen Rehepferden[9] auffallend ähnlich sehen.

[9] Hinterhufe von Rehepferden entwickeln sich anders - auch dann, wenn sie gleichermaßen erkrankt sind wie die Vorderhufe. Ausnahme sind auch hier korrigierte Bock- oder Steilhufe, die in der Folge der Korrektur eine Rehe erlitten haben. Da die hier thematisierten Steil- oder Bockhufstellungen nur selten die Hinterhand betreffen, bleibt dies jedoch wie gesagt eine Ausnahme.

Zu Abbildung 5:

5a: Der Hufwinkel ist 3-5° größer als am gegenüberliegenden Huf, charakteristische Fülle am Kronsaum, geringe Luxation von Kron- und Hufbein.

5b: Der Hufwinkel ist 5-8° größer als am gegenüberliegenden Huf, divergierende Wachstumsringe, die an den Trachten weiter verbreitet sind als an der Zehe, Trachten schweben bei Kürzung auf normale Länge.

5c: konkave Verbiegung der Hufvorderwand, Wachstumsringe im Bereich der Trachten doppelt so breit wie an der Zehe, Demineralisation des Hufbeines an der Spitze sowie Randbildung

5d: starke Verformung der Hufvorderwand, der Hufwinkel beträgt 80° oder mehr, der Kronsaum verläuft waagerecht (hohe Trachten), Hufbein scheint abgerundet durch die extensive Demineralisation, Rotation des Hufbeines unterschiedlichen Grades.

REDDEN, und seiner Einteilung folgend auch viele andere Autoren, erklären das Zustandekommen der konkaven Zehenwand beim Bockhuf und darüber hinaus auch all der negativen Veränderungen an Hufbein und Lederhäuten anders als ich es tue. Sie negieren den Zusammenhang zu den menschlichen Korrekturbemühungen und sprechen dem Bockhuf selbst diese unschöne Entwicklungsmöglichkeit über Grad 3 zu 4 zu. Eine solche Situation kann jedoch nur dann entstehen, wenn zuvor die Trachten a) schweben (siehe Abb. 5 Grad 2) oder b) permanent zu kurz für das Pferd gehalten werden.

Was ist der Grund für die fehlende Bodenberührung der Trachten beim gezeigten Bockhuf Grad 2? Entweder handelt es sich hier um ein Fohlen oder ein sehr junges Pferd mit einer frischen aber rasanten Entwicklung zur Bockhuf-Fehlstellung oder es handelt sich um ein Fohlen, Jungpferd oder erwachsenes Pferd, dem ein wohlmeinender Hufbearbeiter die Trachten gekürzt hat. Während das Fohlen tatsächlich eine solche Entwicklung zum Bockhuf mit schwebenden Trachten erleiden kann, ist diese fürs erwachsene Pferd nur mit menschlicher „Hilfe“ möglich. Das ist der erste Fehler. Dem leider oft weitere gleichgeartete Fehler folgen - „Das Prinzip der Behandlung ist immer gleich...“ (FLOYD 2009: 207) - so dass der Huf schließlich leider nicht selten in Grad 3 oder gar 4 landet.

Beim erwachsenen Pferd ist die Ursache für einen solchen Bockhuf mit konkaver Zehenwand und divergierenden Wachstumsringen ausschließlich in b) zu suchen, dem permanenten Kürzen der Trachten. Dass die Trachten dabei nicht wirklich kurz werden - sie können es nicht -  ist im Foto der Abb. 6 zu sehen.

Demineralisierung, Mikrofrakturen und Hutkrempenbildung am Rande des Hufbeins werden von Redden, Floyd, Nowak et al. einer nicht gebremsten Bockhufentwicklung zugeschrieben und geben, weil Ursache und Wirkung auf diese Weise vertauscht sind, den Anlass in den Korrekturbemühungen nicht nachzulassen oder sie sogar noch zu intensivieren. Dabei sind die o.g. Schäden aber ganz und gar erst die Folge dieser unausgesetzten Korrekturbemühungen beim erwachsenen Pferd.

Es existieren in dieser Beziehung eine ganze Reihe falscher Erklärungen, die es sich lohnt, an dieser Stelle richtigzustellen:

a) Der „Umformungshuf“ wird gern als Argument genommen, um das häufige Bestehen einer konkaven Zehenwand bei Bockhufen zu erklären. Umformungshuf besagt, dass die Zehenwand im unteren Bereich des Hufes seiner früheren flacheren Stellung entsprechend noch schräg ist, während sie im oberen Bereich - verursacht durch die nun steilere Stellung des Hufbeines - bereits steiler nachwächst.

Weshalb aber besteht diese konkave Verbiegung der Zehe dann jahrelang?

b) Die Trachten wachsen schneller als die Zehe. Tatsache ist, dass das Pferd ohne seine ausreichende Trachtenhöhe nicht plan stehen und gehen kann. Kann es also steuern, dass diese schneller wachsen? Ich glaube nicht, dass das eine vernünftige Erklärung ist. Das schnellere Wachstum der Trachten bei Bockhufen erschließt man sich aus folgenden zwei Umständen: Erstens zeigen sich „divergierende Wachstumsringe“, zweitens muss man die Trachtenwände schließlich stets mehr kürzen, als die der Zehe.

Zweitens verdankt sich allein dem Korrekturbedürfnis. Lässt man es sein, wird man schnell feststellen können, dass es keine Differenz im monatlichen Nachschub des Hornes im Zehen- und Trachtenbereich gibt.[10] Und auch die „divergierenden Wachstumsringe“ lassen sich anders erklären, als durch ein forciertes Wachstum im hinteren und ein verlangsamtes Wachstum im vorderen Kronhorn. Offensichtlich wird die Zehenwand durch die aufrechterhaltene Verbiegung gestaucht und zusammengeschoben, während die Trachtenwand gerade und ungehindert zu Boden wachsen kann. Wenn man die Zehenwand glätten und „ausfalten“ könnte, hätte sie womöglich die gleiche Länge wie die Trachten. Ich weiß letzteres allerdings nicht mit Sicherheit zu sagen. Möglicherweise ist die stauchende Behinderung in der Zehe auch so weitgehend in ihrer Auswirkung auf die Kronlederhaut, dass nicht nur das Nachschieben des Hornes, sondern zusätzlich auch seine Bildung behindert wird.

[10] In diesem Band finden sich Fallbeispiele „erfolgreicher“ Trachtenkorrekturen. Hat der jeweilige Hufbearbeiter hier jemals aufgehört, die Trachten zu kürzen, oder sieht man diesen hufbearbeiterischen Eingriff in die Trachtenhöhe immer wieder, auch nach Jahren? Letzteres garantiert also den „Erfolg“. Werden zudem immer wieder die Zehenwände beraspelt? Ein Zwang, der wie oben beschrieben nur daraus folgt, dass die Zehenwand, bedingt durch die Trachtenkürzerei, beständig verbogen bleibt. Bitte prüfen Sie behauptete Heilungen zu hoher Trachten immer auf diese beiden ganz wesentlichen Details.

c) Das Hufbein nimmt Schaden da die zu steile Stellung des Hufbeines einen vermehrten Druck und eine starke Belastung auf den Hufbeinrand bringt. Die hier herauf beschworene Gefahr besteht nicht, da das Hufbein in seiner Hornkapsel hängt und nicht steht! Das heißt allerdings, dass die Hufbeinaufhängung funktionstüchtig sein muss. Wie oben ausgeführt wird genau diese Funktionstüchtigkeit jedoch aufs Spiel gesetzt, wenn die Hufbearbeitung auf eine Korrektur der „zu hohen“ Trachten zielt. Die Schäden am Hufbein (und an den Lederhäuten) ergeben sich erst in der Folge der Korrektur und nicht aus der steilen Stellung selbst. Die Gefahr vor der man warnt, hat man selbst heraufbeschworen.

Der Hufbeinträger steiler Hufe ist perfekt auf diese Steilstellung eingerichtet, genauso wie der Hufbeinträger flacher Hufe auf seine Situation. Die individuelle trajektorielle Ausrichtung der Strukturen des Hufbeinträgers ermöglicht die höchste Leistungsfähigkeit für diese Hufbeinstellung und sie nimmt dann Schaden, wenn sie durch willkürliche Veränderung der Winkel-, Zug- und Druckverhältnisse immer wieder für unpassend erklärt wird.

d) Die Durchblutung des Hufes leidet unter der steilen Stellung des Hufbeines. Als Ursachen für die schlechtere Durchblutungssituation steiler Hufe werden benannt: Fehlender Hufmechanismus, geringere Belastung der Gliedmaße durch das Pferd und Komprimierung der Blutgefäße. Laut NOWAK et al. ist selbst die Verformung der Hufkapsel, sie wird „schmaler, steiler, höher, u.a. ein Ausdruck einer verminderten Belastung/Durchblutung“. (2010: 60)

Ich weiß nicht, wie es Ihnen geht, aber ich kenne wirklich viele steile Hufe, die über ein kräftiges und gutes Horn und auch über ein gutes Hufwachstum verfügen. Auch MÖLLER schreibt zum Bockhuf „Das Horn des seiner Form nach engen Hufes besitzt meist große Festigkeit“. (1906: 226) Woher kommt dann diese Einschätzung einer schlechteren Durchblutungssituation? Evtl. ist diese mit Blick auf die korrigierten Bockhufe entstanden,

  • deren Kapillarbett tatsächlich durch die nicht zur Knochenstellung passende Hornkapsel in Mitleidenschaft gezogen ist,
  • bei denen das Aufreißen der Blättchenschicht, die Dauerbelastung des Hufbeinträgers und die Stauchung des Hornes im Zehenbereich tatsächlich Horndefekte bewirkt, die das Horn verschlechtern und unterminieren, so dass der Eindruck einer prinzipiell schlechten Hufqualität entsteht,
  • und die dem Pferd tatsächlich häufig so unbequem sind, dass es sie ungern belastet?

Zum Missverständnis, ein Hufmechanismus sei der (einzige) Garant für eine gute Durchblutung des Pferdehufes, habe ich mich weiter oben schon geäußert.

Ergänzend kann ich noch hinzufügen: Thermografie-Messungen bei Pferden mit ungleich steilen (aber nicht „überkorrigierten“, sondern in ihrer Stellung gepflegten) Hufen, wiesen in keinem der bisher von uns untersuchten Fälle eine schlechtere Durchblutung der steileren Gliedmaße auf.

e) Die Gefahr einer Hufrehe droht dann, wenn Hufe zu steil belassen werden.

Nimmt man REDDENs Bockhuf Grad 4 (siehe Abb. 6) dann ist die Ähnlichkeit mit einem Rehehuf unbestreitbar. Da die Interpretation so geht, dass dieser Zustand das unschöne Ende einer nicht erfolgreich korrigierten Bockhufsituation ist, liegt der Schluss nahe, auf einen Bockhuf folgt möglicherweise eine Hufrehe, wenn er nicht korrigiert wird. Die Beschreibung des Grades 4 bei FLOYD bestätigt die Ähnlichkeit bzw. Identität des Bockhufs Grad 4 mit einem Rehehuf:

  • der Kronsaum an den Trachten ist höher als an der Zehe[11]
  • die Sohle ist flach oder vorgewölbt,
  • die Hufbeinspitze ist massiv beschädigt,
  • es besteht eine Schere zwischen Hufbein und Zehenwand „ähnlich wie bei einer Hufrehe“ (FLOYD 2009: 206)

Aller Wahrscheinlichkeit nach ist ein Huf, der so ausschaut und so geschädigt ist wie ein Rehehuf, auch wirklich ein Rehehuf. Alles andere wäre ein sehr großer Zufall. Allerdings ist die Hufrehe in dem Fall kein Selbstläufer, der aus einer „zu steilen“ Hufsituation entsteht, sondern das Ergebnis einer anhaltenden, weil wiederholt erzeugten Funktionseinbuße des Hufbeinträgers, ergo nichts anderes als eine mechanisch erzeugte, sozusagen angearbeitete Hufrehe.

[11] ... sprich die Zehe ist eingesunken, wie bei einem chronischen Rehehuf?

Aber „das Prinzip der Behandlung ist immer gleich, unabhängig vom Grad der...“ (FLOYD 2009: 207).

Ich frage an dieser Stelle noch einmal, wie kann man einerseits wissen, dass die Muskulatur sich den „Heilungsversuchen“ widersetzt und andererseits unbeirrt mit den letzteren fortfahren?

Offensichtlich fehlt es in diesem Zusammenhang an der Fähigkeit zur Reflektion der eigenen Arbeitsergebnisse. Bzw. ist diese Fähigkeit möglicherweise einfach eingeschränkt, durch das arbeitsteilige Auseinanderfallen der tiermedizinischen Initiativbehandlung und Verordnung einerseits und der von anderer Hand, nämlich der des Hufbearbeiters, ausgeführten handwerklichen Umsetzung und Langzeitbetreuung der Hufe des Patienten andererseits.

Militär-Obertierarzt Isidor HEIZER beobachtete in seiner 14jährigen Ausübung des orthopädischen Hufbeschlags, also beide Seiten in seiner Person vereinend, das wiederholte Misslin-gen der Hufkorrektur bei steilen Hufen. Als Gestütstierarzt nahm er selbst an der Hufbearbeitung und dem Hufbeschlag der ihm anvertrauten Pferde teil und so reflektierte er, dass die korrektiven Bemühungen bei „zu“ steilen Hufsituationen sehr häufig zu einer charakteristischen Deformierung der behandelten Hufe und nicht zu ihrer erwünschten Verbesserung führten. Das trat laut seinen Aufzeichnungen regelmäßig ein, wenn es sich um erwachsene Pferde handelte, war wie er schreibt aber häufig auch schon bei Fohlenhufen zu beobachten.

„Die steilen Hufe (Bockhufe) habe ich mit halbmondförmigen Eisen versehen, indem ich die Trachten soviel wie möglich niederschnitt und die Zehenwand lang ließ. ... Auf die hier beschriebene Art und Weise habe ich die Hufe mehrere Jahre hindurch – an der technischen Ausführung eigenhändig teilnehmend – mit größter Konsequenz und Hingebung zu formen fortgesetzt, ohne ein wirksames Resultat zu erzielen. Obgleich einem nicht sachverständigen Auge sowohl die Hufe als auch das Beschlagen gefälliger war, so merkte man beim Beschlagen das immer weitere Deformieren der Hufe. ... Die Zehenwand der steilen Hufe wurde eingedrückt, der Trachtenteil enger, in manchen Fällen tritt sogar eine ziemliche Hufbeinsenkung ein, offenbar als Resultat meiner oben beschriebenen Ausbesserung der Hufe.“ (Heizer 1903: 297f.)

Mehr Reflektion wie diese wäre wünschenswert.

Auch Paul HENKELS, damals Professor und Direktor der Chirurgischen Tierklinik der Tierärztlichen Hochschule Hannover, teilte knapp ein halbes Jahrhundert später seine Erfahrungen mit der Behandlung von Bockhufen und Sehnenstelzfüßen mit. Er schrieb in einer Mitteilung an die Fachwelt, dass diesen Steilstellungen schon beim Fohlen allein mit orthopädischen Maßnahmen meist nicht beizukommen ist.

„Versucht man es aber durch den sog. orthopädischen Beschlag (Schnabeleisen, Bügeleisen, überständige Eisen u.ä.), so geben nicht die zu kurzen Sehnen und Bänder, sondern es gibt allein der Hornschuh nach! Das aber beseitigt keineswegs die Funktionsstörung. ... Da die verkürzte Sehne nicht nachgibt, verharrt auch das Hufbein in seiner alten Stellung und es lösen sich die Hornblättchen der Zehenwand des Hornschuhs von den Blättchen der Huflederhaut. Dieser Prozeß ist mit Entzündungssymptomen (vor allem an der Krone erkennbar) und einer stärkeren Lahmheit verbunden.“ (HENKELS 1949: 92f.)

HENKELS beschreibt im Prinzip dieselbe Entwicklung, wie ich sie in Abb. 4 festgehalten habe. Wobei die Hebelwirkung auf die Zehenwand beim Einsatz von Schnabeleisen, die er insbesondere im Auge hatte, noch stärker ausgeprägt ist. Diese Tatsache ist unbestreitbar: Wenn bei der Korrektur eines steilen Fußes der Hornschuh nachgibt und nicht die Muskulatur der Sehne, dann wird der Schaden durch den Einsatz eines solchen orthopädischen Beschlages noch deutlich vergrößert.

Da wir uns hier noch im Abschnitt über die erwachsenen Pferde befinden, möchte ich noch einmal explizit zu diesem Thema der erwachsenen Bockhufe zurückkehren. Diese sind zum größten Teil bereits von sehr langem Bestand[12] und ich finde es richtig, wie von NOWAK et al. (2010) vorgeschlagen, in diesen Fällen besser den Begriff „chronischer Bockhuf“ zu verwenden. Man muss sich vor Augen halten:

„Je länger ein Bockhuf besteht, desto mehr werden sich die Zehenendgelenke, hier insbesondere das Hufgelenk (Winkeländerung) und ggf. auch das Krongelenk und ihre Weichteilstrukturen (Gelenkkapsel, Gelenkbänder, Faszien etc.) auf die veränderten Belastungsverhältnisse einstellen. Die Elastizität, sprich die biomechanische Beweglichkeit in den Gelenken, geht zurück. Der übrige Band- und Sehnenapparat der Zehe (z.B. die distalen Gleichbeinbänder, die OBS) passt sich den veränderten Druck- und Zugverhältnissen an. (NOWAK et al. 2010: 60)[13]

Das heißt, zur oben bereits beschriebenen neuromuskulären Beharrlichkeit der Situation kommen beträchtliche Veränderungen an den Weichteil- und Knochenstrukturen der betroffenen Gliedmaße. Obwohl das so ist, raten NOWAK et al. zur konsequenten Korrektur auch des chronischen Bockhufes. Nach ihrer Meinung sollte jeder Bockhuf unbedingt korrigiert werden.

„Das Ziel einer jeden Bockhufbehandlung sollte die frühzeitige und vollständige Korrektur bis zum Eintritt der Heilung sein. Die Heilung ist eine conditio sine qua non, wenn dauerhaft ein gesundes, beschwerdefreies Leben für das Tier ermöglicht werden soll.“ (ebenda: 59)

[12] Ausnahmen bilden Erkrankungen, Verletzungen, Schonhaltungen einer Gliedmaße, die auch im späteren Alter zu einer akuten Ausbildung eines Bockhufs führen können.

[13] siehe hierzu auch die Ausführungen und Belege aus unserer Präparierwerkstatt meiner Kollegin Astrid Arnold in diesem Band

Um diese Heilung zu erreichen, raten sie beim chronischen Bockhuf des erwachsenen Pferdes zur Desmotomie des Unterstützungsbandes der tiefen Beugesehne. Sie verweisen darauf, dass diese Operation beim chronischen Bockhuf unerlässlich ist und ohne diese kein Erfolg möglich ist. NOWAK et al. sehen die Desmotomie nach gründlicher präoperativer klinischer, radiologischer und gegebenenfalls auch ultrasonographischer Untersuchung trotz der oben beschriebenen Veränderungen an Gelenken, Sehnen- und Bandstrukturen in der Mehrzahl der Fälle für angezeigt. Lediglich Fälle, die eine „hochgradige Fehlstellung, arthrotische Veränderungen oder vollständiger Unbeweglichkeit des Hufgelenkes aufweisen“, schließen nach ihrer Ansicht eine Behandlung aus. (ebenda: 60)

Ein nicht behobener „chronischer Bockhuf“ stellt aus Sicht der Autoren einen „erheblichen Mangel“ dar, denn die

„lebenslang notwendigen Hufkorrekturen mit der allzeitigen potenziellen Gefahr einer fehlerhaften Korrektur mit allen bekannten Folgen bis hin zur chronischen Lahmheit hängen als ständiges Damoklesschwert über dem Pferd und können für den Eigentümer zu wirtschaftlichen Einbußen (Trainings- und Turnierausfallszeit, Verkauf) bis hin zum „Totalschaden“ führen“. (ebenda: 59)

Man kann den Ausführungen entnehmen, dass die Autoren sich die Hufbearbeitung bei einem „chronischen Bockhuf“ auch gar nicht anders vorstellen können, als ihn beständig und lebenslang in seiner Trachtenhöhe zu korrigieren. Dass das gefährlich ist – ein wenig zu viel korrigiert und schon lahmt das Pferd – weiß man aus Erfahrung. Dabei ist dieses „zu viel“ bzw. das „fehlerhaft“ genaugenommen ja nur eine nachträgliche Interpretation. Vielleicht hat der Hufbearbeiter auch genau „richtig“ korrigiert, aber der Bockhuf verträgt diesen Korrekturvorschlag einfach nicht (oder nicht mehr). In jedem Fall kennt man die intermittierenden Lahmheitsgeschichten der, in der Regel ja auch tatsächlich bei jeder Hufbearbeitung und lebenslang in den Trachten korrigierten Bockhufpferde. Und aus diesem Blickwinkel gesehen hat ein Bockhufpferd auch keine Chance auf ein beschwerdefreies Leben. Und ihm und seinem Besitzer drohen eine Menge möglicher „schwerwiegender Folgeschäden“.

Ja, das stimmt, wenn man den menschlichen Korrektureingriff als positiv und richtig annimmt - und nicht als Auslöser des Dilemmas, wie ich es tue - dann hat das Pferd mit Bockhuf in der Konsequenz wirklich keine Chance. Die „schwerwiegenden Folgeschäden in Form von chronischen Pododermatiden, Reheerkrankung, hohlen Wänden, Hornsäulen und Huf-/Zehengelenkserkrankungen – Steifheit des Gelenkes, Arthritis, Arthrose, OCD, Gelenkwinkeländerungen im Huf oder im Huf- und Krongelenk“ (ebenda: 57) sind bekannt, weil sie häufig auftreten. Sie sind jedoch, wie oben ausgeführt, Folgen des Umgangs mit dem Bockhuf und nicht Folgen seiner selbst.

Was das Beharrungsvermögen der eingerichteten Gliedmaßstrukturen, die beschriebene Verformung des Hornschuhs sowie die weitreichenden negativen Folgen auf die Huf- und Gliedmaßengesundheit angeht, ist es gleich, ob wir einen korrigierten Bockhuf oder einen einfach steilen Huf unter einer passend steilen Knochensäule vor uns haben. Letzterer wird lediglich u.U. seltener Opfer der o.g. Korrekturbemühungen, da die Zehenachse ungebrochen ist und der Huf zum Fesselstand passt. Das gilt zumindest solange, wie der einfach steile Huf beim Pferd beiderseits vorhanden ist. Ist nur eine der beiden Gliedmaßen steiler gestellt als die andere, so greift der menschliche Besserungswille leider ebenso häufig zu, wie beim Bockhuf.

2.3 Der Umgang mit ungleichen Hufen bei erwachsenen Pferden

Hufbearbeitung bei „ungleichen Hufen oder Bockhufen bedeutet im Grunde genommen, zu versuchen, die Hufwinkel beider Hufe einander so gut wie möglich anzupassen. ... Der ‚gute’ Huf sollte zuerst beschlagen werden. Dann wird der Bockhuf beurteilt, beschlagen und dem anderen Huf so gut wie möglich angepasst.“ (BALCH 2009. 410f.)

Beschrieben ist hier das übliche Vorgehen bei ungleich steilen Hufen. Werden steile Hufe und Knochensäulen auf beiden Vordergliedmaßen noch von verhältnismäßig vielen Hufbearbeitern und Tierärzten akzeptiert, so lichten sich die Reihen der Akzeptanz, sobald es um eine unilaterale Steilheit geht. Es scheint vollkommen naheliegend, dass die steilere Gliedmaße der flacheren angepasst werden muss und nicht umgekehrt. Letzteres kommt in Einzelfällen sicher auch einmal vor. Meist dann, wenn die Zehenachse der flacheren Gliedmaße nach hinten gebrochen ist und/oder ein negativer Palmarwinkel vorliegt. Möglicherweise ist ein Grund für dieses bevorzugte Anpassen des Steileren an den Flacheren auch die größere Leichtigkeit des Tuns: „Große Hufwinkel können durch Beschneiden der Trachten verringert werden. Im Gegensatz dazu ist es sehr schwierig, niedrige Hufwinkel zu erhöhen.“ (ORDE 2009: 439) Die ganze Wahrheit ist das aber sicher nicht. Die oben gemachten Ausführungen und Zitate zeigen falsche Schlüsse und Fehlurteile über die „zu steile“ Stellung des Pferdehufes auf, die im Denken vieler so tief verankert sind, dass sie beinahe so etwas wie ein „Feindbild“ steiler Hufe abgeben. Ganz ehrlich, wie viele der Ihnen bekannten Pferdefachleute zitieren noch immer 45° als optimale Hufstellung der Vorderhufe?

Auch bei dem allgemein anerkannten Vorgehen des „Anpassens“ der sich unterscheidenden Gliedmaßen, weiß man um die unbeabsichtigten Folgen, weshalb Balch bspw. zu folgendem behutsamen Vorgehen rät. Er sagt, es ist unbedingt darauf zu achten, dass keine Lahmheit verursacht wird und deshalb immer wieder zu überprüfen, dass die Trachten noch belastet werden. Beim Ausschneiden eines hochgradigen Bockhufs sollte man „Stück für Stück ausschneiden, solange bis beide Vorderhufe den gleichen Winkel erreicht haben, (sic) oder bis ein Stück Papier unter die Trachten geschoben werden kann.“ Die Trachten werden dann nicht mehr belastet. (BALCH 2009: 411) Ich finde die Behutsamkeit, zu der hier geraten wird, sympathisch, aber sie macht das Verfahren letztlich nur aushaltbarer und nicht richtiger. Entweder, die in meinen vorhergehenden Kapiteln gemachten Ausführungen und Argumente bzgl.

a) der neuromuskulären Beharrlichkeit,

b) der unguten Verformung des Hornschuhs,

c) der gesundheitlichen Folgen von a) und b) - wie Lahmheiten, Sehnenschäden, Hufrehe ... -

sind richtig, dann treffen sie selbstredend auch für den nur einseitig vorhandenen steileren oder bockigen Huf zu, oder sie sind falsch, dann wäre das Ziel einer Anpassung nicht nur richtig, sondern dann wäre es auch erfolgreich machbar. Die folgenden Beobachtungen sprechen allerdings dagegen:

„Auch beim erwachsenen Pferd kann beobachtet werden, dass, selbst wenn die ungleich gewinkelten Hufe in der Winkelung angeglichen werden, die Asymmetrie gegen Ende der Beschlagperiode jeweils wieder auftritt.“ (Weishaupt et al. 2012: 142)

oder bei MANSMANN und ORDE

„Ein Beispiel ist ein Pferd mit einem engeren aufrechteren linken Huf. Direkt nach dem Hufbeschlag sind die Hufwinkel von rechtem und linkem Huf gleich oder unterscheiden sich nur durch 1 oder 2°. Nach 2 Wochen sind die Winkel immer noch gleich; nach 4 Wochen jedoch nimmt der Winkel des engeren Hufs (linker Vorderfuß) zu, und 6 Wochen nach dem Beschlag besteht ein Unterschied von mindestens 4° zwischen beiden Vorderhufen.“ (2009: 439)

Das Pferd „verarbeitet“ also die hufbearbeiterische Anpassung und holt sich seine einseitig steilere Hufstellung mit der Zeit wieder. Aus meiner Sicht ist das kein Fehler des Pferdes, sondern seine Berechtigung. MANSMANN und ORDE schließen ganz anders als ich „aus dieser Information ..., dass für dieses Pferd ein Beschlagintervall von 4-6 Wochen angebracht wäre.“ (2009: 439) D.h. man muss die Anpassung der Hufwinkel beständig erneuern, nachdem sie doch regelmäßig wieder verloren geht.

Grund für dieses unbeirrbare Vorgehen - immer wieder Anpassen obwohl es nicht so bleibt – ist, neben einem womöglich verinnerlichten „Feindbild“ steiler Hufe oder Bockhufe, die durchaus berechtigte Sorge um die Auswirkung von unterschiedlich gewinkelten Hufen auf die Gesamtverfassung und Bewegungsqualität des Pferdes. Ein Pferd mit ungleich gestellten und damit ungleich belasteten Gliedmaßen ist kein gerades Pferd. Man kann hier keine Symmetrie in Bau und Funktion des Pferdekörpers und auch keine symmetrischen Bewegungsmuster erwarten. Wenn aber nicht die Hornschuhe die Gliedmaßen verstellen, sondern die von oben kommende Gliedmaßenaufstellung und –belastung die Hornschuhe unter sich unterschiedlich formt, dann führt eine Angleichung der Hornschuhe nicht zu einer Verbesserung, sondern regelmäßig zu neuen Problemen. Vermag man es nicht die Ursache der Asymmetrie zu beheben, so sind die Hufe berechtigterweise unterschiedlich. In den Fällen, wo die unterschiedlichen Hornschuhe tatsächlich selbst die Ursache bilden[14], kann über die Hufbearbeitung leicht und dauerhaft Abhilfe geschaffen werden, d.h. eine Angleichung der Hufe muss nicht wiederholt vorgenommen und schon gar nicht dauerhaft ins Hufbearbeitungsprogramm übernommen werden.

Die Ursachen für asymmetrische Aufstellung und Belastung der Gliedmaßen beim Pferd sind vielgestaltig. Erkrankungen, Unfälle aber auch Haltungs- und Trainingsfehler können ein Pferd in Situationen bringen, in denen es gezwungen ist, seine vier Gliedmaßen anders als bisher gewohnt aufzustellen und zu benutzen. Geschieht dies nicht nur vorübergehend, sondern anhaltend, so passen sich die Weichteil- wie auch die Knochenstrukturen dieser Situation nach und nach an. Häufig reichen die Ursachen allerdings bis in das Fohlenalter zurück.[15] So führt bspw. die sogenannte Grasstellung bei Fohlen zur Ausbildung unterschiedlicher Vorderhufe, die später bei einer beträchtlichen Anzahl erwachsener Pferde noch immer vorzufinden sind. Auch hier, schon im Fohlenalter, besteht die einzig erfolgreiche Problemlösung im Abstellen der Ursache. D.h. man muss verhindern, dass sich das Fohlen zum Grasen so aufstellen muss. Tut man dies nicht, entwickelt sich an der zurückgestellten Gliedmaße eine steile Zehenachse mit einem steileren, engeren Huf und an der nach vorn gestellten Gliedmaße eine flachere Zehenachse mit einem entsprechend flacheren Huf. Regelmäßige Hufkorrektur vermag diese Entwicklung nicht zu verhindern. (van HEEL et al. 2006) Wird die Ursache nicht abgestellt, bleiben die Hufe therapieresistent und sie bleiben dies auch in den späteren Jahren. Dennoch wird das erwachsene Pferd ganz häufig mit lebenslangen Korrekturbemühungen belästigt, mit den oben beschriebenen Konsequenzen. Die Grasstellung der Fohlen ist nur eine Möglichkeit, wie unterschiedliche Hufe beim Pferd zustande kommen können. Aber immer gilt, wenn die Ursache der unterschiedlichen Belastung nicht beseitigt werden kann, sind die Hufunterschiede nicht aufhebbar.

In der Regel ist die Zehenachse weder beim flacheren noch beim steileren Huf gebrochen, was die Theorie bestätigt, dass die Asymmetrie auf Grund unterschiedlicher Belastung zustande kommt. Laufband-Kraftmessungen zeigen, dass die Gliedmaße mit dem flacheren Huf mehr belastet wird.“ (WEISHAUPT et al. 2012: 142)

[14] Meist handelt es sich in diesem Fall um vernachlässigte Hufe.

[15] Auch die Vererbung spielt mitunter eine Rolle.

Ist diese Mehrbelastung der flacheren Gliedmaße Ursache oder Folge? Beim Grasstellungshuf verdankt sich die flachere Stellung einfach nur der Ausrichtung der Gliedmaße zum Boden (dem schräg nach vorn stellen), eine Mehrbelastung findet nicht statt. Auch das erwachsene Pferd mit dieser als Fohlen erworbenen Asymmetrie behält die Stellung bei; es steht selten geschlossen, sondern ruht lieber mit dem flacheren Huf etwas weiter vorn und dem steileren etwas zurückgestellt. Auch hier gibt es nicht zwingend eine Mehrbelastung, sondern gemäß der Winkelung werden die Füße lediglich bequem positioniert.

Beginnt ein Pferd allerdings eine Gliedmaße mit mehr Gewicht zu belasten als die andere, so wirkt sich das auf den Hornschuh in der Weise aus, dass dieser schrägwandiger und flacher wird, während die kontralaterale entlastete Gliedmaße eine Tendenz zur steileren und engeren Hufform bekommt. Auf diese Weise können auch ursprünglich gleiche Hufe über die Zeit unterschiedliche Formen annehmen. Es gilt die Ursache zu finden und wenn möglich abzustellen. Stete Hufangleichung löst das Problem nicht, sondern verschlimmert es sogar häufig. So ist zu beobachten, dass die flacheren Hufe bei ungleichen Hufkonstellationen eine Neigung zur stetigen Verschlechterung haben. Sie verbiegen in der Zehe, entwickeln untergeschobene Trachten, werden platt, neigen zum Ausbrechen, bekommen Spalten, geraten in Hyperextension, sie kollabieren regelrecht unter der gewichtsmäßigen Überlastung. Wenn das der Fall ist, dann muss als allererstes die Hufbearbeitung am steileren Partnerhuf auf den Prüfstand gestellt werden. Wurden an diesem die Trachten in der Höhe korrigiert? Und besitzt der steilere Huf eine konkave Zehenwand? Die Verschlechterung der Hufsituation der flacheren Gliedmaße bis hin zu deren Erkrankung ist das offensichtlichste Anzeichen für den Misserfolg und die Falschheit der Trachtenkorrektur. Das Pferd reagiert auf die Korrekturmaßnahmen am steilen Huf, indem es sich vermehrt auf seine andere Gliedmaße stützt, die diese Überlastung jedoch nur sehr schwer aushält. Unterlässt man seine Korrekturbemühungen am steileren Huf und akzeptiert die vom Pferd benötigte Trachtenhöhe, so kann man zusehen, wie sich der kollabierte flache Huf wieder erholt.

Liegt der Bockhuf einseitig vor, sind Fehlbelastungen der kontralateralen Gliedmaße mit potenziellen chronischen Folgeschäden (u.a. Durchtrittigkeit, Subluxation im Krongelenk nach palmar/plantar, Hyperextension im Fesselgelenk) nicht selten.“ (NOWAK et al. 2009: 57)

Wenn man allerdings nicht aufhört, die Folgen der Bockhuf- oder Steilhufkorrektur als Folgen der abweichenden Stellung selbst zu interpretieren, wird man die genannten Probleme nicht lösen können.

2.4 Der Umgang mit steilen Hufen beim Fohlen

„Es ist eine allgemeine Ansicht, dass man die Hufe des sich entwickelnden Fohlens durch richtige Behandlung regelmäßig formen kann. Unter richtiger Behandlung versteht man, daß z.B. die Trachten der steilen und Bockhufe niedergeschnitten werden.“ (HEIZER 1903: 290)

Will man die Ausbildung eines steilen Hufes oder Bockhufes verhindern, dann ist der Anfang seiner Entstehung hierfür der günstigste Zeitpunkt. Dieser Anfang liegt bei vielen Pferden im Fohlen- oder Jährlingsalter, weshalb in diesem Alter auch die größte Sorgfalt auf die Hufpflege und Bearbeitung zu legen ist. Auch bestehen in dieser Zeit des Aufwachsens prinzipiell noch die besten Chancen, unerwünschte Entwicklungen der Gliedmaßen wie Bockhufe und Sehnenstelzfüße zu vermeiden. Eine Erfolgsgarantie gibt es aber auch da nicht.

Im Unterschied zum erwachsenen Pferd kann das „Niederschneiden“ der Trachten bei Bockhufen von Fohlen prinzipiell noch zum Erfolg führen. Allerdings ist darauf zu achten, dass sich dieser Erfolg auch tatsächlich zügig einstellt. Misserfolg zeigt sich - wie beim erwachsenen Pferd - in der Widerständigkeit der Trachten. Sie nehmen ihre vorherige Höhe rasch wieder ein bzw. bleiben dauerhaft ohne Bodenberührung, wenn sie gekürzt werden. Parallel dazu stellt sich die konkave Verformung der Zehenwand ein. Werden diese Zeichen des Misserfolgs ignoriert und setzt man weiterhin allein auf orthopädische Maßnahmen, kommt es in der Regel zu massiven Schäden und Folgeerkrankungen. Verformte Hufbeine, Hutkrempenbildung, Hufabszesse, Hufbeinatrophien, Hornsäulen, Hornspalten, Lahmheiten und Hufrehe sind die unschönen Folgen. Wenn das Fohlen diese Folgen überlebt, so ist das doch oft nur der Auftakt zu einer Endlosschleife unausgesetzter Korrekturbemühungen, die das Pferd dann sein gesamtes Erwachsenenleben lang begleiten und die eigentlich dazu dienen sollen, die Probleme zu vermeiden, die durch die Korrekturen erst entstehen.

Führen die orthopädischen Maßnahmen beim Fohlen (Trachtenkorrektur, Dallmer-Bockhufschuh, Halbmondeisen, Schnabeleisen, Kunsthorn) nicht zum Erfolg oder ist bereits vorher abzusehen, dass diese nicht zum Erfolg führen können, so müssen zusätzlich chirurgische und medikamentöse Schritte unternommen werden oder der Bockhuf muss schlicht akzeptiert werden. Je nach Fall und konkreter Sachlage können Behandlungen mit Oxytetracyclin (KOTHES 2015), die Desmotomie des Unterstützungsbandes der tiefen Beugesehne oder die Tenotomie der tiefen Beugesehne eingesetzt werden und zum Erfolg führen.

PHILIPP untersuchte 1991 den Erfolg von Bockhufbehandlungen bei Fohlen. 55% der Bockhufpatienten ihrer aktuellen Untersuchungsgruppe bzw. 22% der Klinikpatienten (Archivauswertung der letzten 10 Jahre) konnten allein mit orthopädischen Maßnahmen (Trachtenkorrektur und Dallmer-Bockhufschuh bzw. orthopädischem Beschlag) geheilt werden. 5 bzw. 6% (Archiv) benötigten zusätzlich eine Desmotomie des Unterstützungsbandes der tiefen Beugesehne. (PHILLIP 1991) Man kann davon ausgehen, dass vor allem bereits erfolglos vorbehandelte Bockhufpatienten in die Klinik überwiesen werden, so dass die Erfolgsrate in der Praxis insgesamt sicher höher liegen wird. Problematisch bleiben jedoch all die Fälle, die nicht auf die konservative Behandlung ansprechen, aber dennoch mitunter über Monate hinweg erfolglos weiterbehandelt werden. Die hierdurch entstehenden Schäden sind bedauerlich und unnötig. Mehr als zwei Drittel der von PHILLIP untersuchten Fohlenbockhufe besaßen zum Zeitpunkt der Aufnahme in die Klinik bereits eine konkav verbogene Zehenwand und 20% der Bockhuf-Patienten aus dem Klinikarchiv hatten bereits eine Hufrehe erlitten. Es gab auch zahlreiche weitere Nebenbefunde wie Hornsäule, Hufabszess, hohle Wand, Hornspalten, Hutkrempenbildung oder Trachtenzwanghuf. (ebenda: 54 und 98)

Bedenklich finde ich darüber hinaus aber auch die Information, dass die als „geheilt“ entlassenen Bockhufpatienten der Untersuchung von PHILLIP zum letzten Termin doch wieder mit einer Trachtenkorrektur versehen wurden und auch für die weitere Behandlung zu Hause „regelmäßige Hufkorrektur“ vorgesehen wurde. Wenn letzteres weiterhin Trachtenkorrektur meint und für nötig erachtet, dann sind die Hufe mitnichten geheilt.

3 Welcher Umgang ist vernünftig - Fazit

Ich möchte gar nicht behaupten, dass steile Hufe mit hohen Trachten, steile Zehenachsen oder Gliedmaßen mit Hufgelenksflexionen das Beste für das Pferd wären, aber sie sind in vielen Fällen einfach das Beste für jenes Pferd, welches mit ihnen ausgestattet ist.

Es kann gut sein, dass die Huf-Idealmaße von 50 bis 55° unter ungebrochenen Knochensäulen die optimale Gliedmaßen-Huf-Konformation für den Athleten Pferd ist. Aber für Pferde die aus den verschiedensten Gründen anders aufgestellt sind, sind diese Maße einfach unpassend. Im Prinzip wird das auch kaum von jemandem wirklich geleugnet. Berücksichtigung und Akzeptanz der individuellen Konstitution des Pferdes und seiner Hufe ist in aller Munde, aber man trifft sie in der Praxis kaum an. Diese allseits gepflegte „Berücksichtigung“ beginnt mit dem Festhalten der Diskrepanz, also dem Ausmaß der Abweichung vom Normalen, und endet damit, dass man sich, die individuelle Situation berücksichtigend, bei der Verfolgung des angezielten Normalzustandes etwas zurücknimmt.[16]

Es ist eine Einbildung, am und mit dem Huf alles gestalten zu können. Man kann über das Kürzen der Trachtenhöhe eben keine dauerhafte Hufveränderung in der gewünschten Richtung erreichen, wenn es Gründe für die „zu hohen“ Trachten gibt.[17] Diese Gründe gilt es zu finden und abzustellen und wenn letzteres nicht möglich ist, können die Trachten für diesen Huf auch nicht niedriger sein. Oft werden die hohen Trachten stattdessen mit sich selbst erklärt. Also dass sie „zu hoch“ sind, ist letztlich der Grund für die zu hohen Trachten. Bei dieser Ursachenverortung macht Kürzen natürlich Sinn... Überprüft man sein Ergebnis jedoch, so wird man in der Regel feststellen, dass sich die Trachtenhöhe beharrlich wieder einstellt. Daraus kann im Prinzip jedermann den Schluss ziehen, dass man mit den Trachten nicht die Ursache beseitigt hat. Mehr Reflektion wäre wünschenswert!

Liegt ein stumpfer Huf ohne Flexion vor, finde ich mit meiner Bitte um Akzeptanz evtl. noch relativ oft Gehör, beim Bockhuf sieht das anders aus. Aber selbst im ersten Fall, schaut man dann wirklich hin (und hört nicht nur zu), stellt man fest, wie oft der doch eigentlich (theoretisch) akzeptierte steile Fuß dann doch jedes Mal in den Trachten gekürzt wird - einfach weil die Wände hier mehr überstehen „über der lebenden Sohle“, „weil die Trachten sonst nicht halten“, „weil sie unbequem sind“, „das Laufbild stören“ oder einfach „zu hoch“ sind.

Mehr Reflektion wäre wünschenswert!!

[16] Beinahe jeder Hufbearbeiter wie Tierarzt sagt, ihm wäre schließlich klar, dass man bei der Verfolgung der idealen Stellung die Individualität des einzelnen Pferdes stets berücksichtigen müsse und dass man natürlich nicht einfach hingehen und die Idealmaße hinschneiden könne. Aber in die Richtung arbeiten müsse man schon. Von der Sache her ist es dasselbe, nur in kleineren Dosen. Wenn es verkehrt ist, im Falle einer Abweichung Idealmaße als Bearbeitungsziel zu verfolgen, dann wird das Ganze auch nicht richtiger, wenn man dies nur moderat tut. Es macht die Sache evtl. besser aushaltbar jedoch nicht richtiger. Für diese Pferde, die von der Idealen abweichen, ist es nicht sachgerecht, bei jeder Hufbearbeitung die idealen Maße als Maßstab anzulegen - immer wieder, ob massiv oder bescheiden – und auf deren Herstellung hin zu arbeiten, obwohl sie diesen Maßen doch gar nicht entsprechen, weil sie ihnen nicht entsprechen können. Wenn ein Medikament für einen Patienten nicht passend oder gar schädlich ist, dann bleibt es dies auch dann, wenn es in geringerer Dosierung verordnet wird.

[17] Dasselbe gilt übrigens auch für das Gegenteil, die Trachtenerhöhung. Das Hochstellen, Aufkeilen der Trachten führt nicht dazu, dass der Huf an Trachtenhöhe gewinnt.

Literatur

BALCH, Olin K. (2009): Hufbearbeitung und Hufbeschlag für verschiedene Reitsportdisziplinen, In: Floyd, Andrea E.; Mansmann, Richard A.: Hufkrankheiten. Diagnostik - Therapie - Orthopädischer Beschlag, München, S. 405-428.

BERNDT, Axel (2014): Fohlenfehlstellungen - Möglichkeiten und Grenzen der Hufkorrektur, In: 8. Huftagung der DHG e.V. für Tierärzte und Hufbearbeiter, Leipzig 21. Juni 2014, Tagungsband, S. 32-38.

EBERLEIN, R. (1908): Die Hufkrankheiten des Pferdes, Wien und Leipzig.

FOOR, Derin (2009): Ausbalancieren und Beschlagen des Pferdehufs, In: Floyd, Andrea E.; Mansmann, Richard A.: Hufkrankheiten. Diagnostik - Therapie - Orthopädischer Beschlag, München, S.391-404.

FLOYD, Andrea E. (2009): Gliedmaßenfehlstellungen und ihre Bedeutung für den Huf, In: Floyd, Andrea E.; Mansmann, Richard A.: Hufkrankheiten. Diagnostik - Therapie - Orthopädischer Beschlag, München, S. 191-210.

HEIZER, Isidor (1903): Hufmechanismus und Behandlung fehlerhafter Hufe, In: Österreichische Monatsschrift für Tierheilkunde, Nr. 7, S. 289 – 301 und 345 – 368.

HENKE, Frank (1997): Hufbeinträger und Hufmechanismus im Seiten-, Trachten- und Eckstrebenteil des Pferdehufes, Diss. Freie Universität Berlin.

HENKELS, Paul (1949): Kritik und Vorschlag zum Abschluß des Problems der Sehnenstelzfußbehandlung. In: Deutsche Tierärztliche Wochenschrift, Nr.11/12, Alfeld/Hannover, S. 91-95.

HERTSCH, Bodo; PHILIPP, Andrea (1992): Ergebnisse der konservativen Behandlung des Bockhufes mit dem Dallmer-Fohlenschuh, In: Pferdeheilkunde, Heft 3, S. 161-170.

KOTHES, J. (2015): Stelzfuß- und Bockhufbehandlung mit Oxytetracyclin; eine retrospektive Studie zur Effektivität und medizinischen Vertretbarkeit dieser Therapiemaßnahme, Diss. Freie Universität Berlin.

MANSMANN, Richard A.; vom ORDE, Kurt E. (2009): Präventive Hufpflegeprogramme, In: Floyd, Andrea E.; Mansmann, Richard A.: Hufkrankheiten. Diagnostik - Therapie - Orthopädischer Beschlag, München, S 430-444.

MÖLLER, Heinrich (1906): Die Hufkrankheiten des Pferdes, ihre Erkennung, Heilung und Verhütung, 4. umgearb. Aufl., Berlin.

NOWAK, Michael; HERTSCH, Bodo; LUKAS, Uwe (2010): Der „chronische Bockhuf“ – ein Diskussionsbeitrag, In: Leipziger Blaue Hefte: Proceedings 5. Leipziger Tierärztekongress – Suppl. Workshops, S. 57-61.

PATAN, Bianca; BUDRAS, Klaus-Dieter (2003): Segmentspezifitäten am Pferdehuf. Teil 2 – Zusammenhang zwischen Hornstruktur und mechanisch-physikalischen Horneigenschaften in den verschiedenen Hufsegmenten, In: Pferdeheilkunde, Heft 1, S. 177-184, Stuttgart.

PELLMANN, Ralf (1995): Struktur und Funktion des Hufbeinträgers beim Pferd, Diss. Freie Universität Berlin.

PHILIPP, Andrea (1991): Der Bockhuf beim Fohlen – ein Beitrag zu Ätiologie und konservativer Therapie, Diss. TiHo Hannover.

RASCH, Konstanze (2009): Zwei paar Stiefel – die Problematik der unterschiedlichen Vorderfußwinkelung beim Pferd, In: 3. Huftagung der DHG e.V. für Tierärzte und Hufbearbeiter, Leipzig 18. April 2009, Tagungsband, S. 29-37.

RASCH, Konstanze (2013): Der Hufmechanismus – Die Quintessenz der Biomechanik des Pferdehufes? In: 7. Huftagung der DHG e.V. für Tierärzte und Hufbearbeiter, Leipzig 15. Juni 2013, Tagungsband, S. 17-32.

SCHROTH, Silke (2000): Anatomische und histologische Untersuchungen an den Hufen von Connemara-Ponys, Irischen Huntern und Englischen Vollblütern, Diss. Universität Leipzig.

SCHWYTER, Hermann (1906): Die Gestaltveränderungen des Pferdefußes infolge Stellung und Gangart, Bern.

STASHAK, Ted S. (1989): Adams Lahmheit bei Pferden, 4. Aufl., Alfeld, Hannover.

STRASSER, Hiltrud (1997): Neue Aspekte zur Entstehung von Laminitis bei Pferden unterschiedlicher Rassen. In: Tierärztliche Umschau, Heft 4, S. 190-194, Konstanz.

STRASSER, Hiltrud (2002): Handbuch der Huforthopädie, Kirchentellinsfurt.

WEISHAUPT, Michael A; Waldern, Nina; Braun, Carole (2012): Einfluss des Beschlags auf die Gliedmassenbewegungen [sic] und –belastungen, In: 12. Kongress für Pferdemedizin und –chirurgie, Tagungsband, 11.-13. Dezember 2012, S. 141-142.

ZIERMANN, Sandra (2006): Energiesparmechanismen und Stoßdämpferfunktionen am Bewegungsapparat des Pferdes - Eine Literaturrecherche, Diss, Ludwig-Maximilians-Universität München.

Tagungsmappe der 13. Huftagung der DHG e.V. 2019

Die Tagungsmappe umfasst 90 Seiten mit vielen Abbildungen: die unterschiedlichen Referenten haben hier ihre Kernaussagen zur Bearbeitung von steilen Hufen/Bockhufen zusammen gestellt. Sie ist bei uns für 15,- € bestellbar.

Jetzt kaufen