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Hufbeindurchbruch und Zehenwandresektion

Arabella, 13 Jahre, Haflingerstute

Arabella erkrankte mit 12 Jahren im Mai 2009 an Hufrehe (Ursache EMS, Auslöser Weidegras). Die Tierärztin behandelte mit Aderlass, gab Schmerzmittel und Entzündungshemmer. An beiden Vorderhufen wurde ein Gipscast angelegt. Der Gips wurde nach 14 Tagen abgenommen und die Hufe wurden geröntgt. Unter dem Hufbein war zu dem Zeitpunkt lediglich noch eine Sohlendicke von 5 mm vorhanden. Die Tierärztin diagnostizierte eine Hufbeinabsenkung und Arabellas Hufe wurden mit Keilplatten zur Trachtenerhöhung versehen und mit Hufschuhen geschützt.

Arabella erlitt in der Folge auf beiden Vorderhufen einen Hufbeindurchbruch. Weil der alte Hufschmied erkrankt war, übernahm ein neuer Schmied die Hufbearbeitung.  Er entfernte bei der ersten Behandlung an beiden Vorderhufen die Zehenwände. Danach wurde die Zehenwand mit Kunststoff wieder aufgebaut. Die Behandlung war für Arabella so unangenehm, dass drei Männer benötigt wurden, um sie zu halten. Es wurden zehenoffene Eisen unter die Hufe geschraubt und die Sohlen wurden mit Kunststoff ausgefüllt. Viermal wurde diese Behandlung vorgenommen. Arabella lag nach jeder Behandlung stets einige Tage. Nach der vierten Bearbeitung stand der Hufschmied plötzlich nicht mehr zur Verfügung und es musste ein neuer Schmied gefunden werden. Alle zeigten sich jedoch entsetzt über das Aussehen der Hufe und rieten zum sofortigen Einschläfern der Stute.

Ende Mai 2010: Arabellas ruinierte Vorderhufe ein Jahr nach der Hufrehe

Die Hufe hatten unter der Zehenwandresektion und dem Kunsthorn stark gelitten. Ein Jahr nach der Hufrehe waren sie nicht saniert, sondern die Hornwände waren großflächig geschädigt und unter dem Kunststoff hatten sich Infektionen ausgebreitet.

Die Pferdebesitzerin fand keinen Hufschmied aber eine Tierheilpraktikerin, die sich Arabellas in dieser aussichtslos scheinenden Lage annahm. Eine 3wöchige Behandlung u.a. mit Horizontaltherapie® linderte die Schmerzen soweit, dass Ende Mai 2010 mit der Sanierung der Hufe begonnen werden konnte. Eine Huforthopädin übernahm diese Aufgabe. Polsterverbände und Hufschuhe halfen über die ersten 10 Wochen, dann ging Arabella bereits barhuf. Bis zum Winter lebte sie auf weichen Böden, dann waren die Hornwände soweit nachgewachsen, dass sie auch wieder härtere Böden vertrugen. Ein Jahr später, im Mai 2011, begann Arabellas Besitzerin sie wieder zu reiten.