Zum Hauptinhalt springen

Optimales Management der Hufreheerkrankung (Christopher Pollitt)

Einleitung

Es gibt kein arzneimittelgestütztes Behandlungsschema, das Hufrehe aufhalten oder verhindern kann. Nicht die Behandlung selbst, sondern das Ausmaß und die Schwere der initialen Symptomatik beeinflussen die Auswirkungen auf das Pferd. Die Verabreichung von nichtsteroidalen Entzündungshemmern (NSAID), wie Phenylbutazon und Flunixin, in der Initial- und Akutphase bessern die Schmerzen am Bein und so auch scheinbar den Zustand des Pferdes – die Erkrankung jedoch schreitet unvermindert fort (1). Das führt zu einem ethischen Dilemma: Die Notwendigkeit, Schmerz und Leid beim Pferd zu mildern, steht der Tatsache gegenüber, dass das meiste, was verabreicht wird, nur palliativer Natur ist. Nichtsteroidale Entzündungshemmer haben jedoch einen gewissen prognostischen Wert, denn eine zuträgliche schmerzlindernde Reaktion weist auf eine milde Form der Laminitis hin, wohingegen wenig oder keine Reaktion auf einen schweren Fall oder eine schlechte Prognose hindeuten würde.

Vasodilatatorische Therapie

Die ständige Beurteilung der Beintemperatur (und damit implizit der Durchblutung im Bein) während der Entwicklung einer Hufrehe zeigt, dass eine Vasodilatation (warme Beine) charakteristisch für die Entstehungsphase und die akute Phase der Hufrehe ist (2-4). Unsere kürzlich durchgeführten Studien mittels Mikrodialyse bestätigen den gleichzeitigen Anstieg der lamellaren Perfusion. Außerdem gibt es keinen überzeugenden Nachweis, dass auch nur eines der vasodilatatorischen Medikamente zur Behandlung von Laminitis den lamellaren Blutfluss oder das Fortschreiten der Erkrankung positiv beeinflussen (5).

Kühlen der distalen Gliedmaßen

Das Kühlen der distalen Gliedmaßen (Kryotherapie) ist zur Vermeidung und Linderung akuter Hufrehe bei einer zu kühlenden Gliedmaße (6), bei allen vier Beinen (7) oder nach akutem Ausbruch (8) gut geeignet (Abb. 1).

Abb. 1. Histopathologie axialer Lamellen sieben Tage nach Auslösung der Hufrehe. Die Lamellen in A bestehen aus Inseln lamellarer epidermaler Basalzellen, die von der keratinisierten lamellaren Achse entkoppelt sind und nicht mehr zu einem funktionierenden Trageapparat der Phalanx distalis (SADP) beitragen können. Die Lamellen in B wurden durch das Kühlen der Gliedmaßen über 72 Stunden geschützt und erscheinen normal.