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Falldarstellung Hufkrebs. Der Fall Balito (Daniela Theile)

Balito ist ein 23jähriger Hannoveranerwallach. Seine Leidensgeschichte begann im Sommer 2015 mit immer wiederkehrenden Hufgeschwüren am linken Hinterhuf. Diese traten alle sechs bis acht Wochen auf und wurden immer wieder geöffnet und behandelt.

Im Dezember 2015 wurde der Huf geröngt und es wurden keine pathologischen Veränderungen festgestellt. Balito lief allerdings immer wieder lahm.

 

Im Februar 2016 wurde vom Schmied dann zum ersten Mal der Verdacht auf Hufkrebs geäußert und der Besitzerin wurde geraten, ihr Pferd zu erlösen. Es wurde außerdem ein Eisen mit Platten angebracht. Die Platte wurde von der Besitzerin eine Woche lang belassen, als sie allerdings eine weitere Verschlechterung feststellte, wurde die Platte wieder entfernt.

Im Mai 2016 fand dann ein Wechsel zu einem anderen Schmied statt, welcher aller zwei bis drei Wochen die betroffenen Stellen unter starkem Blutfluss und reichlich Schmerzen weg- schnitt und mit Jodoformäther behandelte. Balito lief danach jedes Mal einige Tage lahm und das entfernte Gewebe wuchs innerhalb von wenigen Tagen und meistens noch stärker nach. Daraufhin verschlechterte sich auch Balitos Allgemeinzustand. Er verlor an Gewicht und er bekam auffallend struppiges Fell.

Im November 2016 begann meine Behandlung. Der betroffene linke Hinterhuf war völlig schief und ein großer Teil der lateralen Hufhälfte war vom Hufkrebs unterminiert. Durch die vielen Hufgeschwüre zuvor, hatten sich anscheinend die Terminalpapillen am Hufbeinrand entzündet; sie waren aufgequollen und es konnte kein normales Horn mehr gebildet werden. Stattdessen bildeten sich dicke, schnell wachsende „Horn-Noppen“, die mit Blutgefäßen durchzogen waren. Jedes Mal, wenn ich versuchte diese zu kürzen, blutete es, weshalb ich das auch nach den ersten Versuchen unterließ.

Auch in der mittleren Strahlfurche hatte sich durch unbehandelte Strahlfäulnis ein Hufkrebsherd gebildet.

Die vom Hufkrebs betroffenen Stellen wurden von mir nicht geschnitten. Es wurden stattdessen lediglich Zugänge zur betroffenen Lederhaut geschaffen, so dass die Besitzerin ab sofort mit Prontosan, einer Wundspüllösung, spülen konnte. Der Übergang zwischen den Noppen und der Sohle wurde vorsichtig freigelegt und die unterminierte Seitenwand wurde so bearbeitet, dass sie ab sofort ebenfalls gut gespült werden konnte. Zudem wurde die extrem schräg...

Dieser Artikel ist Bestandteil der Tagungsmappe der 12. Huftagung der DHG e.V. Die Tagungsmappe umfasst knapp 100 Seiten mit vielen Abbildungen, in denen wesentliche Erkenntnisse und Botschaften der Referenten zum Thema Hufkrebs zusammengetragen sind. Sie kann zum Preis von 25 Euro bei uns bestellt werden.

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